Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsch-Russisches Raumfahrtprojekt Rokviss vor dem Start

20.12.2004


Bulmahn: "Zusammenarbeit mit Russland in der Raumfahrt zukunftsweisend"



Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn sieht gute Chancen für den Ausbau der russisch-deutschen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung. Dafür sei das am Donnerstag startende gemeinsame Raumfahrtprojekt Rokviss (Robotic Components Verification on ISS) ein hervorragendes Beispiel, sagte Bulmahn am Montag zum Auftakt der deutsch-russischen Regierungskonsultationen in Hamburg. "Die Zusammenarbeit mit Russland in der Raumfahrt ist zukunftsweisend."

... mehr zu:
»DLR »ISS »Raumfahrtprojekt »Rokviss


Der Roboterarm soll am 23. Dezember 2004 um 23:19 Uhr MEZ vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur mit einem russischen Progress-Transporter zur Internationalen Raumstation (ISS) starten. Ende Januar 2005 soll er an einer Außenplattform der ISS montiert werden und dort seine Weltraumtauglichkeit beweisen. Rokviss besteht aus einem rund 50 Zentimeter großen Roboterarm, der fast ohne Zeitverzögerung, also in Echtzeit, von der Erde aus gesteuert werden kann. Sollte das Experiment gelingen, könnten in Zukunft von der Erde aus gefährliche und anstrengende Arbeiten im Weltraum durchgeführt und dadurch Astronauten entlastet werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert Rokviss mit 15 Millionen Euro. Die Kosten für das Experiment belaufen sich auf 11,5 Millionen, für Start, Montage und Betrieb auf der ISS fallen nochmals 3,5 Millionen Euro an.

Bulmahn bezeichnete das Experiment als technologische Spitzenleistung. "Durch den Einsatz von intelligenten und extrem beweglichen Robotern ergeben sich ganz neue Perspektiven für unbemannte Missionen auch in die Tiefen des Weltalls."

Die Mission basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), den russischen Partnern Raumfahrtagentur Roskosmos und RKK Energia, sowie dem Münchner Unternehmen Kayser-Threde.

Die Experimente werden vom DLR in Oberpfaffenhofen gesteuert und ausgewertet. Die Hard- und Software wurde entwickelt und gebaut von EADS-Space Transportation (Bremen) als Hauptauftragnehmer und dem DLR - Institut für Robotik und Mechatronik in Oberpfaffenhofen, das für die Robotik-Komponenten und die Experimentdurchführung sowie die wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse verantwortlich ist, sowie der Firma Kayser-Threde (München), die Entwicklung und Bau des Experimentcomputers und der Stromversorgung übernommen hatte. Hoerner & Sulger (Schwetzingen) liefert die Kameraausrüstung mit Elektronikzubehör.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de/rd/fachprog/rfs/rokviss_ge.html
http://www.esa.int/export/esaHS/iss.html
http://www.dlr.de

Weitere Berichte zu: DLR ISS Raumfahrtprojekt Rokviss

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All
24.01.2017 | Leibniz Universität Hannover

nachricht European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen
24.01.2017 | European XFEL GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie