Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einsteins Kühlmaschine - Oldenburger Wissenschaftshistoriker bauen Erfindung des Physikgenies nach

03.12.2004


Mit weitgehend unbekannten Aktivitäten von Albert Einstein, speziell seiner Erfindung einer Kühlmaschine, beschäftigt sich zurzeit die Arbeitsgruppe "Didaktik und Geschichte der Physik" am Institut für Physik der Universität Oldenburg. Ziel ist ein funktionsfähiges Replikat des Einsteinschen Kühlschranks.



Albert Einstein (1879 - 1955) trug maßgeblich zur Entwicklung der theoretischen Physik des 20. Jahrhunderts bei: Er formulierte die Relativitätstheorie und war maßgeblich an der Entwicklung der Quantenphysik beteiligt. Das ist allseits bekannt, kaum bekannt dagegen ist, dass sich das Jahrhundertgenie auch als Entwickler technischer Neuerungen versuchte. Auf ihn gehen an die fünfzig Erfindungen zurück, und in den zwanziger Jahren reichte er eine Reihe von Patenten für eine Kühlmaschine ein.

... mehr zu:
»Erfindung »Physik


Diese weitgehend unbekannten Aktivitäten recherchiert zurzeit, wie das Hamburger Magazin "ZeitWissen" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, Wolfgang Engels, Mitglied der Arbeitsgruppe "Didaktik und Geschichte der Physik" am Institut für Physik der Universität Oldenburg. Er arbeitet zusammen Karl Wolfgang Graff, einem pensionierten Kältetechnik-Ingenieur aus Ludwigsburg, der für seine Dissertation umfangreiches Material über die von Einstein angemeldeten Patente gesammelt hat. Im Auftrag des Max Planck Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin untersuchen sie Geräte, die von Albert Einstein entwickelt oder patentiert wurden. Im Mittelpunkt des Interesses der Forscher steht ein Kühlschrank, den Einstein Ende der zwanziger Jahre zusammen mit seinem ungarischen Physiker-Kollegen Leo Szilard (1898-1964) entwickelte, um das Gefahrenpotenzial, das mit den bis dahin verwendeten hochgiftigen Kühlmitteln verbunden war, zu verringern.

Ziel der Oldenburger Arbeitsgruppe, die unter der Leitung von Falk Riess schon lange historische Instrumente nachbaut, ist ein funktionsfähiges Replikat des Einsteinschen Kühlschranks, das im Jahr 2005, dem "Internationalem Jahr der Physik", in einer Ausstellung des Max Planck Instituts gezeigt werden soll.
In Vorversuchen wurde inzwischen das Funktionsprinzip des Geräts, das mit hochkonzentriertem Alkohol als Betriebsmittel arbeitet, erfolgreich erprobt. Die Experimente zeigten, dass nach dem von Einstein patentierten Verfahren sogar zweistellige negative Celsius-Temperaturen erreichbar sind, so dass in den kommenden Monaten der Bau des Kühlaggregats und des Kühlschrankgehäuses realisiert werden soll. Da das Originalgehäuse aus Betonplatten gefertigt war, erwarten die Wissenschaftler ein Gesamtgewicht des fertigen Gerätes von mehr als 400 kg.

Kontakt: Dr. Falk Riess, Institut für Physik Physics, Tel 0441/798-3540 und -3537, E-Mail: falk.riess@uni-oldenburg.de

Gerhard Harms | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-oldenburg.de/
http://www.uni-oldenburg.de/histodid/index.htm

Weitere Berichte zu: Erfindung Physik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft
24.05.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten