Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Riesenspiegelteleskop ermöglicht Blick in die Frühgeschichte des Universums

14.10.2004


Wegweisende internationale Zusammenarbeit gipfelt nach acht Jahren Bauzeit in der Einweihung des Large Binocular Telescope



Am 16. Oktober wird auf dem Mount Graham in Arizona das weltweit größte optische Teleskop eingeweiht. Zwei gemeinsam montierte Spiegel von je 8,4 m Durchmesser und eine ausgefeilte in Deutschland entwickelte Steuerung ermöglichen Astrophysikern, Astronomen und Kosmologen einen hochauflösenden Blick ins Weltall. Das neuartige Gerät arbeitet mit seinen beiden separaten Spiegeln ähnlich wie ein Feldstecher und übertrifft in seiner erwarteten Leistungsfähigkeit alle im Betrieb befindlichen Teleskope. Acht Jahre Bauzeit und 100 Millionen Euro hat eine internationale Gemeinschaft aus Deutschland, den USA und Italien aufgewandt. Von deutscher Seite sind die Leibniz-Gemeinschaft mit ihrem Astrophysikalischen Institut Potsdam und die Max-Planck-Gesellschaft mit drei Instituten (die Max-Planck-Institute für Astronomie, extraterrestrische Physik und Radioastronomie) sowie die Landessternwarte Heidelberg federführend vertreten. Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft würdigte das wissenschaftliche Großprojekt als vorbildliches Beispiel internationaler und organisationsübergreifender Zusammenarbeit. Hans-Olaf Henkel freute sich, "dass deutsche Wissenschaftler international begehrte Partner sind und die Zusammenarbeit zwischen den deutschen Wissenschaftsorganisationen reibungslos funktioniert."



Spezialität der deutschen Wissenschaftler sind die hoch komplizierten Messinstrumente des Teleskops und Steuerungseinheiten, welche die Erdrotation ausgleichen und die Sekundärspiegel bis zu zweitausend Mal pro Sekunde verformen, damit Störungen aus dem Luftflimmern in der Atmosphäre ausgeglichen werden. So könnten die Forscher mit dem LBT aus 2,5 Millionen Kilometer Entfernung noch das Licht einer Kerze sehen. Die Bildschärfe ist bis zu zehnmal besser als beim Weltraumteleskop Hubble. Diese Genauigkeit ist notwendig, um weit in die Vergangenheit des Kosmos zu blicken und womöglich die ersten Sterne nach dem Urknall zu finden. Zudem hoffen die Forscher, erstmalig Planeten in anderen Sonnensystemen direkt nachweisen und charakterisieren zu können.

Weitere Informationen und Rückfragen:

Astrophysikalisches Institut Potsdam
Stefanie Scholz
Tel: 0331 / 7499-366
Fax: 0331 / 7499-200
Mail: sscholz@aip.de

Dr. Frank Stäudner | idw
Weitere Informationen:
http://www.cnn.com

Weitere Berichte zu: Riesenspiegelteleskop Teleskop Universum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht
29.05.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Schnell wachsende Galaxien könnten kosmisches Rätsel lösen – zeigen früheste Verschmelzung
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu

29.05.2017 | Wirtschaft Finanzen