Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Simulationen zu Schwarzen Löchern und Galaxien

02.07.2004


VolkswagenStiftung unterstützt mit 724.100 Euro die Entwicklung eines Hochleistungsrechners für astrophysikalische Simulationsrechnungen


Welche Rolle spielen Schwarze Löcher und aktive Galaxienkerne bei der Entwicklung von Galaxien und deren Strukturbildung? Wie entstehen massereiche Sterne als Grundbausteine von Galaxien? - Nur zwei der großen unbeantworteten Fragen in der Astronomie. Beobachtungsdaten liefern hierzu Anhaltspunkte, für ein besseres Verständnis der Galaxien- oder Sternenentwicklung jedoch sind Modellrechnungen unerlässlich. Derzeit aber halten astrophysikalische Simulationsrechnungen nicht Schritt mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der beobachtenden Sternenkunde, ermöglicht etwa durch satellitengestützte Teleskope wie das Hubble Space Telescope, oder durch neue Techniken für die erdbasierte Himmelsbeobachtung: Was fehlt, sind noch leistungsfähigere Rechner, die modernsten Anforderungen genügen.

Mit 724.100 Euro fördert die VolkswagenStiftung jetzt ein Vorhaben, dessen Ziel es ist, einen anwendungsspezifischen Hochleistungsrechner für astrophysikalische Simulationsrechnungen zu bauen. Die Architektur dieses Rechners soll ganz spezifisch die Simulation der Sternentstehung in interstellarer Materie und der Bildung und Entwicklung Schwarzer Löcher und ihrer Galaxien ermöglichen. Getragen wird das "Project GRACE: Astrophysical computer simulations using programmable hardware" von drei Wissenschaftlerteams unter Leitung von Professor Dr. Rainer Spurzem, Astronomisches Rechen-Institut Heidelberg, Professor Dr. Reinhard Männer, Lehrstuhl für Informatik V der Universität Mannheim, und Professor Dr. Andreas Burkert, Universitätssternwarte der Universität München.


Neben der Konstruktion des auch auf Hardware-Ebene programmierbaren Computers geht es darum, Algorithmen zu entwickeln und schließlich Berechnungen zu den oben genannten astrophysikalischen Fragestellungen vorzunehmen. Das Rechnerkonzept basiert auf der Kombination einer in Japan entwickelten Rechnerplattform höchster Leistungsfähigkeit zur Berechnung der Gravitationswechselwirkung für große Partikelzahlen mit einer flexibel rekonfigurierbaren Komponente zur Behandlung von Gasströmen in dichten stellaren Medien sowie im interstellaren Raum. Der Simulationsansatz berücksichtigt gravitative Kräfte einschließlich der Selbstgravitation sowie gasdynamische Prozesse. Die Ergebnisse der Simulationsrechnungen sollen mit aktuellen und zukünftigen Beobachtungsdaten verglichen werden. Erwartet wird, dass die Erkenntnisse einen großen Einfluss auf die astrophysikalische Forschung haben.

Kontakte:

VolkswagenStiftung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dr. Christian Jung
Telefon: 05 11/83 81 - 380, E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Förderinitiative der VolkswagenStiftung, Dr. Ulrike Bischler
Telefon: 05 11/83 81 - 350, E-Mail: bischler@volkswagenstiftung.de

Astronomisches Rechen-Institut Heidelberg
Professor Dr. Rainer Spurzem
Telefon: 0 62 21/4 05 - 230, E-Mail: spurzem@ari.uni-heidelberg.de

Universität Mannheim, Lehrstuhl für Informatik V
Professor Dr. Reinhard Männer
Telefon: 06 21/1 81 26 40, E-Mail: maenner@ti.uni-mannheim.de

Universität München, Universitätssternwarte
Professor Dr. Andreas Burkert
Telefon: 0 89/21 80 59 92, E-Mail: burkert@usm.uni-muenchen.de

Dr. Christian Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse04/02072004.htm

Weitere Berichte zu: Galaxie Hochleistungsrechner Simulationsrechnung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Forscher verwandeln Diamant in Graphit
24.11.2017 | Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY

nachricht Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen
24.11.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie