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Mission zum Mars

11.06.2001

Erstmals sollen vier Stationen ein Marsjahr lang gleichzeitig arbeiten / Koordination liegt bei münsterschen Planetologen


Computermodell der Marssonde "Netlander"



Jahrtausendelang hat der Mars die Fantasie des Menschen beflügelt. Nun ist er das bevorzugte Ziel für Raumfahrtmissionen und anderen Forschungsprojekte, da man auf dem Mars am ehesten mit der Entstehung von Leben außerhalb der Erde, aber ganz in ihrer Nähe rechnen kann. Ganz neue Erkenntnisse erhofft sich Prof. Dr. Tilman Spohn vom Institut für Planetologie der Universität Münster von der für das Jahr 2007 geplanten Mission "Netlander", bei der die münsterschen Planetologen die Federführung für den deutschen Part des Konsortiums aus Deutschland, Frankreich und Finnland übernommen haben. Rund acht Monate dauert es, bis die vier Sonden, die insgesamt rund 300 Millionen Mark kosten, die Mars-Oberfläche erreichen. Ein Marsjahr, also zwei Erdenjahre lang sollen die Sonden Messungen durchführen, um den Lauf der Jahreszeiten verfolgen zu können.

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Während bisherige Mars-Missionen jeweils nur eine Sonde auf der Oberfläche aussetzten, sollen bei "Netlander" erstmals vier Stationen gleichzeitig arbeiten. "Damit können wir zum ersten Mal den Aufbau des Marsinneren und das Wetter auf dem Planeten erforschen", erläutert Prof. Spohn. Denn nur mit gleichzeitigen geophysikalischen Messungen an mehreren Stationen lassen sich weitreichende Rückschlüsse auf den inneren Aufbau oder auch auf die Atmosphäre des Planeten ziehen.

Während die Franzosen für den Transport mit einer Ariane 5 verantwortlich sind, steuern die Finnen die komplexe Elektronik bei. Die Deutschen haben den Bau der Landestationen, das heißt, von Gehäuse, Mechanismen und Thermaldesign, übernommen. Dabei arbeiten die Münsteraner als Auftraggeber mit Industrie und ingenieurwissenschaftlichen Instituten zusammen.

In ihrem Inneren beherbergen die Stationen mit einer Höhe von rund 40 und einem Umfang von rund 60 Zentimetern insgesamt acht Instrumente, darunter eine Stereokamera, die in Berlin entwickelt wurde und einen Dreikomponenten-Seismographen aus Frankreich. Von diesem erhofft sich Spohn Rückschlüsse auf den Aufbau des Marskerns, der derzeit kein Magnetfeld erzeugt. Mit der Mission soll nun geklärt werden, ob dies daran liegt, dass der Kern vollkommen flüssig ist. Mit diesen Erkenntnissen lassen sich Rückschlüsse auf die Erzeugung des Magnetfelds der Erde ziehen.

Dicht an der Oberfläche bleibt "Spice", ein Instrumentenpaket, das derzeit in Münster für die Mission entwickelt wird. "Spice" soll die Temperaturverteilung, die Festigkeit des Bodens und seine Wärmeübertragungseigenschaften messen. Aus den thermischen und physikalischen Eigenschaften bis in 30 Zentimeter Tiefe erwarten die Planetologen entscheidende Hinweise auf die mögliche Entwicklung von Mikroorganismen.

Brigitte Nussbaum | idw

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