Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der SNIFS Spektrograph sieht seine erste Supernova

21.06.2004

SNIFS (SuperNova Integral Field Spectrometer) ist ein neuer Spektrograph, der mit der Unterstützung des CNRS gebaut wurde und jetzt in der Sternwarte der Universität Hawaii genutzt wird. SNIFS konnte in der Nacht des 28. Mai seine erste Supernova beobachten. Supernovas sind Zeichen vom brutalen Tod bestimmter Sterne. Mit ihrer Hilfe war es 1988 möglich zu zeigen, dass das Universum sich schneller und schneller ausdehnt. SNIFS soll das Spektrum von mindestens 100 Supernovas vom Typ Ia(2) pro Jahr detektieren und analysieren. Die Nutzung solcher Supernovas wird deshalb als Distanznormalmaß bestätigt werden und SNIFS wird ebenfalls die Vertiefung der Studie des mysteriösen Phänomens der Weltallsausdehnung erleichtern. Die thermonukleare Explosion der Supernova vom Typ Ia ist ein seltenes Phänomen: sie passiert 5 Mal pro Galaxie und pro tausend Jahre. Aber die daraus resultierenden radioaktiven Ascheausstöße induzieren ungefähr 2 Monate lang eine starke Lichtemission, und die Zahl der Galaxien im Universum ist groß genug, um jeden Tag neue Supernovas beobachten zu können.

Im Jahre 1988 wurde bei der Untersuchung der Supernovas entdeckt, dass sich die Ausdehnung des Alls heute beschleunigt. Um diese überraschende Beobachtung zu vertiefen, haben sich amerikanische und französische Forscherteams im Rahmen des Nearby Supernova Factory (SNFactory) Projekts unter Leitung des Lawrence Berkeley National Laboratory (LBNL) in Kalifornien geeinigt. Im Rahmen dieses Projekts werden Supernovae Kandidaten systematisch im Himmel gesucht, mit Nutzung von Daten der Mount Palomar Sternwarte QUEST-II Kamera, die 160 Millionen Pixel Bilder ermöglicht. Anschließend werden die Daten zu SNIFS weitergeleitet, dessen Rolle die Identifizierung der Supernovae vom Typ Ia und deren detaillierte Studie ist. Eine ideale Supernova Kandidatin ist eine Supernova vom Typ Ia, die weniger als 10 Tage nach ihrer Explosion zum ersten Mal beobachtet wird, und die nah genug ist, um ihr Spektrum genau genug messen zu können, jedoch auch fern genug, so dass sie von der Rotation ihrer ursprünglichen Galaxie kaum beeinflusst wird. Für jede solche beobachtete Supernova wird das SNIFS Gerät ungefähr 10 Spektren in den 60 Tagen, die der Explosion folgen, messen.

... mehr zu:
»SNIFS »Spektrograph »Supernova

SNIFS wurde von französischen Teams gebaut, mit amerikanischen Kameras und (zum Teil) mit Leistungskontrollinstrumenten ausgestattet. SNIFS kann variable Objekte spektrophotometrisch analysieren und ermöglicht die Analyse von ausgedehnten Objekten, dank einer 3D Simultanmessung (2 räumliche Dimensionen, 1 spektrale Dimension). Es kann die Eigenschaften der Supernovae und auch der Gastgalaxie messen. Jede Supernova kann, dank der Qualität der gesammelten spektroskopischen und photometrischen Informationen, individuell (und nicht statistisch) kalibriert werden. Das Gerät wurde nach Hawaii geliefert, dort aufgebaut, zur Spitze des Mauna Kea in Hawaii transportiert und anschließend mit dem 2,2 Meter Teleskop der Universität von Hawaii gekoppelt.

Die systematischen Beobachtungen können jetzt beginnen. Es wird erwartet, sehr viele Supernovae zu beobachten, die vor weniger als 1 Milliarde Jahren explodiert sind, und dann die Distanzevaluierungen zu verbessern und die mysteriöse „schwarze Energie“ besser zu verstehen, die vermutlich die beschleunigte Ausdehnung des Universums verursacht.

Kontakt:

Pierre Antilogus
Laboratoire de physique nucléaire et des hautes énergies LPNHE
Case 200, Université Paris 6, 4
Place Jussieu 75252 Paris Cedex 05
Email: Pierre.Antilogus@in2p3.fr
Tel.: +33 1 44 27 41 54
Fax: +33 1 44 27 41 79

Emmanuel Pecontal
CNRS/INSU, CRAL (Centre de recherche astronomique de Lyon), Observatoire de Lyon
9 Ave. Charles-André, 69561 Saint-Genis-Laval Cedex, France
Email: pecontal@obs.univ-lyon1.fr
Tel.: +33 4 78 86 83 76
Fax: +33 4 78 86 83 86

Jean-Michel Nataf | Wissenschhaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www-lpnhep.in2p3.fr
http://www-obs.univ-lyon1.fr/accueil_cral_fr.php

Weitere Berichte zu: SNIFS Spektrograph Supernova

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Proteintransport - Stau in der Zelle
24.03.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise