Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Licht in allen seinen Eigenschaften kontrollieren

13.02.2004


Licht wird heute vielfach als Informations- und Energieträger eingesetzt. Ein prominentes Beispiel betrifft die optische Kommunikationstechnik. So saust das Licht beim modernen Telefonieren zwar mit Lichtgeschwindigkeit durch das Glasfaserkabel. In der Wechselwirkung mit dem Material erfährt es aber Modifikationen, so ändert sich beispielsweise die Farbe oder der zeitliche Verlauf des Signals. Doch das Licht kann auch seine Umgebung verwandeln, in diesem Fall das Glas, was wiederum eine Rückwirkung auf den Lichtstrahl selbst hat.



Mit solchen linearen und nicht-linearen Licht-Materie-Wechselwirkungen und deren Ausnutzung zur Kontrolle von Licht in allen seinen Eigenschaften beschäftigt sich eine neue Forschergruppe, die ihren Sitz an der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat. Die Forschergruppe "Nichtlineare raum-zeitliche Dynamik in dissipativen und diskreten optischen Systemen" ist gerade von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt worden. Sie wird ab 1. April in den kommenden drei Jahren mit mehr als einer Million Euro gefördert. Neben den Physikern der Jenaer Universität sind Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg, des Jenaer Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik sowie des Instituts für Physikalische Hochtechnologie e. V. Jena beteiligt.



"Angestrebt wird ein tieferes Verständnis der komplexen Selbststrukturierungsprozesse des optischen Feldes sowie die Analyse der sich daraus ergebenden Konsequenzen für eine Reihe von praxisrelevanten Anwendungen, die sich unter Kontrolle von Licht in allen seinen Eigenschaften bei der Ausbreitung und Verstärkung in unterschiedlich strukturierten optischen Systemen zusammenfassen lassen", erläutert Sprecher Prof. Dr. Andreas Tünnermann die Ziele der neuen Forschergruppe, an der ca. 30 Wissenschaftler und Nachwuchskräfte beteiligt sein werden. Dazu werden die Licht-Forscher viele Einzelaspekte in Theorie und Experiment untersuchen, um am Ende ein "umfassendes Bild der Erscheinungen zu bekommen", ergänzt Ko-Sprecher Prof. Dr. Falk Lederer.

Die Physiker freuen sich über die Bewilligung durch die DFG, wird dadurch doch zugleich anerkannt, dass in Jena bereits zuvor exzellente Arbeit geleistet wurde. "Denn nur dank des vorhandenen Know-hows und der guten Infrastruktur haben wir den Zuschlag bekommen", weiß Tünnermann. "Und wir werden das unsrige dazu beitragen, dass Jena weiterhin zu Recht als Optik-Hochburg bezeichnet werden kann".

Die Forscher wollen Effekte, die vielfach als "Störeffekte" in der modernen Kommunikationstechnik zusammengefasst werden, bei der Lichtausbreitung analysieren und sie für die Weiterentwicklung optischer Systeme nutzbar machen. Am Ende hoffen die Forscher, sowohl den Lichtstrahl perfekt auf die Umgebung einzustellen als auch das Medium möglichst effektiv zu formen.

Daraus könnten in Zukunft neue Entwicklungen im Bereich von Lasern und Kommunikationseinrichtungen resultieren - so dass z. B. ein Telefonat über den Atlantik hinweg noch schneller geht. Auch Licht als Energieträger, optischer Schalter und Informationsspeicher sind weitere potenzielle Anwendungen. Doch davor stehen die Grundlagenuntersuchungen der Licht-Forscher. Prof. Tünnermann ist zuversichtlich: "Wir haben nun gute Voraussetzungen, so dass wir in drei Jahren bestimmt klarer sehen", lacht der 40-jährige Sprecher.

| pro-physik.de
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/PM040212_Lichtgruppe.html
http://www.pro-physik.de

Weitere Berichte zu: DFG Kommunikationstechnik Licht-Forscher Lichtstrahl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Flashmob der Moleküle
19.01.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Verkehrsstau im Nichts
19.01.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise