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Empfehlungen nach Columbia-Katastrophe bedeuten das Ende für Hubble

21.01.2004


Wie die US-Weltraumbehörde NASA mitgeteilt hat, wird sie die Wartungsmissionen zum Hubble-Weltraumteleskop einstellen. Dies bedeutet, dass seine Systeme nach und nach ausfallen werden.



Entgegen verschiedenen Berichten steht dieser Schritt nicht im Zusammenhang mit der von US-Präsident George Bush am 14. Januar vorgestellten neuen Raumfahrtstrategie. Er geht vielmehr auf die Empfehlungen nach der Untersuchung des Verlusts der Raumfähre Columbia im Februar 2003 zurück.



Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass bei allen zukünftigen bemannten Shuttle-Missionen eine Inspektion und gegebenenfalls die Reparatur des Raumschiffs im Weltraum möglich sein muss. Um dieser Auflage nachzukommen, müssten im Fall von Hubble, bei dem alle paar Jahre Wartungsarbeiten zum Austausch defekter Teile notwendig sind, eigens neue Systeme entwickelt werden.

"Die NASA ist zu der Auffassung gelangt, dass dies in keinem Verhältnis zur Verlängerung der Nutzungsdauer von Hubble bis zum Einsatz [seines Nachfolgers] des James-Webb-Weltraumteleskops steht, was ursprünglich vorgesehen war", sagte Anton Linssen von der wissenschaftlichen Direktion der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Gespräch mit CORDIS-Nachrichten.

Es war geplant, Hubble noch bis August 2011, da das neue Infrarot-Weltraumobservatorium zur Verfügung stehen wird, zu betreiben. Obschon es unwahrscheinlich erscheint, dass Hubbles Instrumente auch über 2008 hinaus in Betrieb bleiben, betonte Linssen, dass Hubble zurzeit hervorragend funktioniert. Einige Systeme seien zwar an einem kritischen Punkt angelangt, doch man könne unmöglich voraussagen, wie lange sie noch Daten liefern.

Die Nachricht von der Aufgabe Hubbles löste in wissenschaftlichen Kreisen Betroffenheit aus, die jedoch von der Aussicht, dass das James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) ermöglichen wird, die Konturen des Universums zu bestimmen und mehr über die Entstehung der Sterne zu erfahren, etwas gelindert wird.

Es dürfte schwierig werden, Hubble, eines der erfolgreichsten Projekte in der Geschichte der NASA, zu übertreffen. Viele neue Erkenntnisse über das Universum wären ohne Hubble nicht möglich gewesen: So ist es nun leichter, das Alter des Universums und seine Vergrößerungsrate zu berechnen, die Existenz schwarzer Löcher konnte nachgewiesen werden und man hat mehr über die Entstehung und das Verlöschen von Sternen erfahren.

Hubble hat noch vor wenigen Tagen, am 16. Januar, Aufnahmen von bisher unbekannten Tiefen des Weltalls gemacht, die die jüngsten und am weitesten entfernten Galaxien zeigen. Leistungen wie diese werden dafür sorgen, dass viele Wissenschaftler Hubble eine letzte Ehre erweisen werden, wenn das Weltraumteleskop nach zwei Jahrzehnten der Erkundung des Weltraums schließlich den Dienst einstellt.

| cn
Weitere Informationen:
http://hubblesite.org/

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