Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NASA-Experten schlagen Alarm: Warnung vor Sicherheitsproblem der ISS

24.10.2003


Kurz nach der Ankunft der neuen Crew auf der Internationalen Raumstation (ISS) haben NASA-Techniker vor massiven Sicherheitsproblemen an Bord der Station gewarnt. Die Schwierigkeiten seien so groß, dass die Techniker davon abgeraten hätten, eine neue Besatzung in den Orbit zu entsenden, berichtete die «Washington Post» am Donnerstag. Die ISS sollte nach Meinung der NASA-Spezialisten so lange nicht besetzt werden, bis die Versorgungsflüge mit US-Shuttles wieder aufgenommen werden können. Diese waren nach dem Absturz der «Columbia»-Fähre im Februar gestoppt worden.



NASA-Sprecher Lee Feinberg bestätigte der dpa, dass die Probleme mit den internationalen Partnern besprochen wurden, doch sei man sich einig gewesen, dass keine «unmittelbare Gefahr» bestehe. NASA-Chef Sean O’ Keefe erklärte in einem Interview, er gehe davon aus, dass die Crew, die zurzeit gerade mit Hilfe der russischen Sojus-Kapseln ausgetauscht wird, nicht in Gefahr sei. Es könne aber sein, dass sich die Situation in den kommenden sechs Monaten verschlechtere. Dann müsse es sofort heißen: «Geht an Bord der Sojus, schaltet das Licht aus und geht.»



Nach Informationen der «Washington Post» warnten die NASA-Experten unter anderem über Probleme bei der elektronischen Überwachung und Aufrechterhaltung der Lebensbedingungen an Bord der Station. Die sich verschlechternden Lebensbedingungen haben nach Erkenntnissen der «Washington Post» bereits dazu geführt, dass die Astronauten über Kopfschmerzen, Schwindel und Probleme berichteten, «klar zu denken».

Als Beispiel für die Probleme mit der Technik nannten die Techniker die alternden Messinstrumente, mit denen die Bodenkontrolle die Wasser- und Luftqualität misst. Dies sei schon seit längerem genau so unmöglich wie die Messung der Strahlung an Bord. NASA- Sprecher Feinberg erklärte dazu, es gebe an Bord der Station immer eine Mehrfachabsicherung. So existiere ein russisches System, dass die Luft noch analysieren könne.

Die Probleme resultieren zum Teil daraus, dass seit dem Absturz der Raumfähre «Columbia» die Shuttle-Flotte der NASA am Boden geblieben ist und damit kaum noch Nachschub oder Ersatzteile für die alternden Instrumente ins All gebracht werden können. So seien die Geräte zur Messung der Herzfrequenz der Astronauten oder zur Behandlung von Herzunregelmäßigkeiten zu alt. Außerdem seien viele Medikamente abgelaufen, berichtete die Zeitung.

Innerhalb der NASA gibt es demnach zwei Lager. So seien die einen dafür, angesichts der Probleme die Station so lange unbesetzt zu lassen, bis die Shuttles wieder für Flüge freigegeben werden - damit ist frühstens im Herbst 2004 zu rechnen. Sie argumentieren mit möglichen Gefahren für die Astronauten. Die andere Fraktion ist der Meinung, dass die Gefahr für die Raumstation größer sei, wenn sie nicht mehr besetzt sei. Dann könnten auftauchende technische Probleme nicht mehr schnell behoben werden.

Die NASA befindet sich nach Einschätzung von Experten nun in einer schwierigen Lage. So war ihr vor der «Columbia»-Katastrophe vorgeworfen worden, sie habe Warnungen von Technikern und anderen NASA-Angestellten missachtet und nichts unternommen, um die Fähre während des Flugs auf mögliche Schäden zu untersuchen. O’Keefe gelobte danach, solche Hinweise mehr zu beachten. Doch mit der Entscheidung zum Start der Sojus-Kapsel mit der neuen Langzeitmannschaft setzte sich die NASA erneut über klare Warnungen hinweg. Zwei NASA-Wissenschaftler weigerten sich, die Startfreigabe zu unterschreiben.

Sie schrieben, die «andauernde Verschlechterung» der Überwachungssysteme verbunden mit anderen Faktoren wie den begrenzten Nachschubmöglichkeiten vergrößere das Risiko für die Crew so sehr, dass eine neue Mission nicht zu empfehlen sei. Die achte Langzeitbesatzung war am Wochenende mit einer russischen Sojus-Kapsel zur Station geflogen. Der US-Astronaut Michael Foale und sein russischer Kollege Alexander Kaleri lösen Edward Lu und Juri Malentschenko ab und sollen 200 Tage im Orbit bleiben.

| pro-physik.de
Weitere Informationen:
http://www.pro-physik.de
http://www.nasa.gov

Weitere Berichte zu: ISS NASA-Experten Sicherheitsproblem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Die Sonne: Motor des Erdklimas
23.08.2017 | Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft, München

nachricht Entfesselte Magnetkraft
23.08.2017 | Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft, München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie