Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Kernforschung maßgebend bei der Krebsbekämpfung und der Bekämpfung des illegalen Handels mit Kernmaterial

17.10.2003


Das Karlsruher Institut für Transurane (ITU) der Gemeinsamen Forschungsstelle, dem bei der Bekämpfung von Krebs und vom illegalen Handel mit Kernmaterial große Bedeutung zukommt, wird heute 40 Jahre alt. Das ITU führt Kernforschungsprojekte in Bereichen durch wie der Entsorgung radioaktiver Abfälle, der nuklearwissenschaftlichen Kriminaltechnik, dem Strahlenschutz, dem Nachweis von Radioaktivität in der Umwelt und bei anderen mit der Kerntechnik verwandten Bereichen, einschließlich lebensrettender medizinischer Anwendungen, beispielsweise der Krebstherapie. Das ITU leistet darüber hinaus einen maßgeblichen Beitrag zum Aufspüren, Fingerprinting und Ausfindigmachen von Kernmaterial in ganz Europa und anderswo. Somit beteiligt sich das Institut an der Bekämpfung des Schmuggels von Kernmaterial und der Verbreitung von Kernwaffen.


Bei seinem Besuch im ITU anlässlich des Jahrestages der Gründung des Instituts erklärte der für Forschung zuständige EU-Kommissar, Philippe Busquin: „Europa braucht einen nachhaltigen, sicheren und zuverlässigen Energiemix. Die Kernenergie ist eine Option, jedoch ist noch weitere Forschung in den Bereichen der Entsorgung von radioaktiven Abfällen und der nuklearen Sicherheit nötig. Die GFS der Kommission ist zu einem Referenzzentrum der Kernforschung geworden. Ihre Tätigkeiten werden in einer erweiterten Europäischen Union noch an Bedeutung gewinnen. Die Kerntechnik kommt künftigen Generationen zugute, und die europäische Forschung sollte eine Spitzenposition einnehmen. Mit ihrem Netz erfahrener Wissenschaftler und Spitzentechnologien kann sich die Kommission dieser Herausforderung stellen.“

Das ITU befasst sich mit der nuklearwissenschaftlichen Kriminaltechnik, der Überwachung der Strahlung in der Umwelt und ist führend bei der Weitergabe von Kenntnissen an Wissenschaftler in der Europäischen Union und anderswo. Im Mittelpunkt stehen stets die Sicherheit und das Wohl der Bürger.


Sicherheit an erster Stelle

Die wichtigsten Ziele des Instituts sind der Schutz der europäischen Bürger vor den Risiken des Umgangs mit hochradioaktiven Elementen und deren Lagerung und die Gewährleistung der Sicherheit des Kernbrennstoffkreislaufs. In enger Zusammenarbeit mit Kollegen aus Europa und mit der Industrie und den Behörden befasst sich das Institut mit den beiden Optionen, die die Mitgliedstaaten für die Entsorgung verstrahlter Abfälle vorgeschlagen haben, nämlich mit der direkten Lagerung und der Kernumwandlung.

Untersucht wird das Verhalten von abgebrannten Brennstoffen in geologischen Endlagern, die Entfernung langlebiger Elemente aus den radioaktiven Abfällen und ihre Umwandlung in weniger radiotoxische Stoffe. Das Labor für niedrige Aktinide, ein hochmodernes Labor für die Herstellung von Transuranelementen und Targets, und die Ausrüstung für die heißen Zellen zur Untersuchung von bestrahlten Brennstoffen sind im Hinblick darauf von wesentlicher Bedeutung. Zu diesen experimentellen Tätigkeiten kommt die Entwicklung und Validierung von Simulationsprogrammen hinzu, die inzwischen auch Instrumente für Reaktoren russischer Bauart erfassen. Diese Programme werden bei der Zulassung kerntechnischer Anlagen verwendet.

Wirksamkeit und Analyse

Die Gewährleistung der Sicherheit der Bürger erfordert auch wirksame Systeme für die Sicherheit und die Kontrolle des Brennstoffkreislaufs. Das Institut entwickelt Analysemethoden und unterstützt die für die Sicherheitsüberwachung zuständigen Behörden in der EU und in der Welt, wie die IAEO (internationale Atomenergieorganisation) in Wien. Durch die Entwicklung eines nuklearwissenschaftlichen kriminaltechnischen Programms zusammen mit Europol unterstützt es darüber hinaus die Kommission bei der Bekämpfung des illegalen Handels mit Kernmaterial.

Im Rahmen des internationalen Kampfes gegen den illegalen Handel mit Kernmaterial bildet die GFS beispielsweise Zollbeamte in osteuropäischen Ländern aus. Den Medien wird gezeigt, wie das Referenzlabor im Bereich der Sicherheitsüberwachung des Instituts Unterstützung bei Analysen leistet, Fachkenntnisse im Bereich von Plutoniumanlagen zur Verfügung stellt und neue leistungsfähige Analysewerkzeuge für Spurenanalysen, z. B. das radiologische Fingerprinting, entwickelt. In den Bereichen des illegalen Handels mit Kernmaterial, der illegalen Abfalldeponierung und der Umweltauswirkung der Freisetzung radioaktiver Stoffe arbeitet das ITU an der Verbesserung der Selektivität, Empfindlichkeit und Genauigkeit der Nachweis? und Messmethoden, um den Ursprung des Materials ermitteln zu können.

Die GFS überwacht darüber hinaus die radioaktiven Strahlenwerte in der Umwelt. Radioaktivität kann durch den Kernbrennstoffkreislauf, durch medizinische Anwendungen oder radioaktive Abfälle sowie infolge der Verbrennung von fossilen Brennstoffen in die Umwelt freigesetzt werden.

Referenzzentrum für Wissenschaftler

Das Institut für Transurane dient als Referenzzentrum für die Grundlagenforschung im Bereich der Aktinide. Ferner sorgt es für die Weitergabe von Wissen und Fachkompetenz an junge Wissenschaftler der nächsten Generation. Die einzigartigen Forschungsanlagen des Instituts müssen für externe Wissenschaftler zugänglich sein, was durch die Öffnung des Aktiniden-Benutzer-Labors im Jahr 2002 gewährleistet wird. Vor Kurzem haben ITU-Forscher in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Los Alamos Labors und der Universität Florida die Hochtemperatur-Supraleitfähigkeit von Plutoniumverbindungen nachgewiesen. Das ITU kann auf 40 erfolgreiche Jahre der technologischen Entwicklung zurückblicken. Es wird seine Arbeit fortsetzen, um der Kernenergie eine vielversprechende Zukunft zu sichern, und gleichzeitig für deren Kontrolle und die Sicherheitsüberwachung im Interesse aller Bürger sorgen.

Fabio Fabbi | Europäische Union
Weitere Informationen:
http://itu.jrc.cec.eu.int

Weitere Berichte zu: Entsorgung GFS Kernmaterial Sicherheitsüberwachung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an
25.04.2017 | Universität Wien

nachricht Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“
25.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie