Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bestätigung der beschleunigten Ausdehnung des Universums

25.09.2003

Eine internationale Kooperation von Astrophysikern der U.S.A., Frankreichs (CNRS/IN2P3), Schwedens, Großbritanniens, Chiles, Japans und Spaniens hat im Rahmen des „Supernova Cosmology Projekt“ (SCP), durch Beobachtung von 11 neuen Supernovae mit dem Hubble Weltraumteleskop, entscheidende Ergebnisse erhalten, die bestätigen, dass das Universum sich aufgrund einer mysteriösen „schwarzen Energie“ schneller und schneller ausdehnt.

Die Supernova vom Typ 1a sind vom Standpunkt ihrer Leuchtkraft her sehr homogene Ereignisse, und sind so hell, dass sie aus einer Entfernung von Milliarden von Lichtjahren aufgespürt werden können. Bei solch großen Entfernungen lassen sich auch kosmologische Effekte beobachten. Aus diesem Grund können die Supernovae als „Ausgangspunkte“ benutzt werden, um bestimmte kosmologische Parameter zu schätzen.

... mehr zu:
»Ausdehnung »Leuchtkraft »Supernova

Zwischen 1998 und 2000 wurden elf 1a Typen von Supernovae mit dem Hubble Weltraumteleskop beobachtet. Ihre Lichtkurven und Spektren bieten eine einzigartige Menge von Daten über die sehr weit entfernten (sogenannten Hochspektralverschiebung-) Supernovae. Ergebnisse solcher Beobachtungen sind sehr wichtig und stellen sich wie folgt dar:

Erstens wurden 1998 Ergebnisse vom SCP Hi-Z Gruppen bestätigt, die lauten, dass die Leuchtkraft der sehr fernen Supernovae kleiner ist als von einem nicht beschleunigten Universum zu erwarten gewesen wäre. Dies bedeutet, dass sich das Universum in einer Phase von beschleunigter Ausdehnung befindet, die von einer „schwarzen“ Energie verursacht wird. 1998 wurde ebenfalls angenommen, dass die relativ schwache Leuchtkraft vielleicht durch Absorption und Streuung des Lichtes interstellaren Staubs verursacht werden könnte. Aber in diesem Fall wäre auch die Farbe der Supernovae durch den Staub verändert, und die neuen Ergebnisse zeigen eindeutig, dass dies nicht der Fall ist, dass sich allein durch Staub die Schwäche der Leuchtkraft der Supernovae nicht erklären läßt, und deshalb das Vorhandensein schwarzer Energie angenommen wird.

Die neuen Ergebnisse zeigen auch, dass 75% der Dichte des Universums aus schwarzer Energie besteht, und sie geben neue Informationen über die Verbindung zwischen Dichte und Druck dieser schwarzen Energie. Die Studie der schwarzen Energie des Universums bleibt deshalb auch in Zukunft ein noch hinreichend zu untersuchender Bereich für ein besseres globales Verständnis unseres Universums.

Kontakt:
Pierre Astier
LPNHE - Laboratoire de Physique Nucléaire et de Hautes Energies
4, place Jussieu, Tour 33 - Rez de chaussée, 75252 Paris Cedex 05
Tel: +33 1 44 27 48 42
Fax: +33 1 44 27 46 38
E-Mail: pierre.astier@in2p3.fr

Jean-Michel Nataf | CNRS Informations Presse
Weitere Informationen:
http://www-lpnhep.in2p3.fr

Weitere Berichte zu: Ausdehnung Leuchtkraft Supernova

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen
20.07.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Tauchgang in einen Magneten
20.07.2017 | Paul Scherrer Institut (PSI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie