Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Atomare Wechselbeziehungen

04.08.2003


Ein internationales Team von Wissenschaftlern, zu dem auch Professor Peter Drummond und Dr. Karen Kheruntsyan des Instituts für Physik der University of Queensland gehören, sind auf bestimmte Atomstrukturen gestoßen, die mit menschlichen Verhaltensweisen vergleichbar sind."Atomare Wechselbeziehungen sind wie menschliche Beziehungen", so Professor Drummond, Direktor des Australian Research Council Centre of Excellence for Quantum-Atom Optics (ACQAO).


"Oft liebt man jemanden oder hasst ihn - und versucht seinen Gefühlen entsprechend, denjenigen nahe zu sein, die man liebt und jene zu vermeiden, die man hasst.""Jetzt können wir genau sagen, wieviel Zu- oder Abneigung Atome füreinander besitzen, wenn sie bei extrem niedrigen Temperaturen an einen drahtähnlichen Wellenleiter gebunden sind."

Das Forscherteam, bestehend aus australischen, niederländischen und französischen Forschern, untersuchte

atomare Wechselbeziehungen und zeigte, dass, wenn Atome dazu gezwungen werden, sich an einem Draht entlang fortzubewegen, sie sich entweder eng aneinandersetzen oder sich gegenseitig vollkommen meiden - daher der "Liebe / Hass - Vergleich". Die Ergebnisse, die in der angesehenen amerikanischen Fachzeitschrift für Physik "Physical Review Letters" veröffentlicht wurden, haben die internationale Fachwelt überrascht.

Das Problem wurde zum ersten Mal in den 60er Jahren von Nobelpreisträger C. N. Yang untersucht, während der folgenden 40 Jahre jedoch, wurden keine genauen atomaren Wechselbeziehungen bei finiter Temperatur entdeckt. Die Tatsache, dass das Problem durch einfache Kombination mathematischer Ideen gelöst wurde - ganz ohne den Gebrauch von "Supercomputern" - ist ausserdem eine wichtige Errungenschaft.

Für Laien: wenn ein Gas eines bestimmten Atomtyps in einen sphärischen Container geschlossen und auf eine sehr niedrige Temperatur gekühlt wird, können alle Atome plötzlich einen erst kürzlich entdeckten Zustand annehmen: das "Bose-Einstein-Kondensat". In diesem Zustand verhalten sich alle Atome wie Wellen und vereinigen sich, ähnlich wie ein Laserstrahl.

Im Gegensatz hierzu zeigt das Gas, wenn die Bewegungen der Atome auf eine Linie gezwungen werden, ein komplexeres Verhalten als im Fall der Dreidimensionalität. Das Gas kann einerseits ein laserähnliches Verhalten aufweisen, andererseits können die Atome auch versuchen, sich gegenseitig zu meiden - je nach Dichte und Temperatur. In folgenden Forschungsgebieten sind Anwendungen möglich: in der Atomlaserforschung und in der Hochpräzisionsinferometrie.

ACQAO führt wissenschaftliche Forschungen an drei australischen
Universitäten durch. Dazu gehören die University of Queensland, die Australian National Universiy und die Swinburne University of Technology.

Weitere Informationen:

Ruth Wilson, ACQAO, Tel. 0061 2 6125 4203A
ndrew Dunne, UQ Communications, Tel. 0061 7 3365 2802

Sabine Ranke-Heinemann | idw

Weitere Berichte zu: ACQAO Temperatur Wechselbeziehungen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an
25.04.2017 | Universität Wien

nachricht Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“
25.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie