Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochgeladene Ionen als Werkzeug für die Nanotechnologie

19.09.2000


Materialica, Werkstoff-Messe in München (25. bis 28. September 2000)

Eine neue, wirtschaftliche und langzeitstabile Quelle hochgeladener Ionen, die ohne supraleitende Magnetfeldtechnik auskommt

Ein Atom ist elektrisch neutral. Werden die Elektronen der Atomhülle entfernt, dann entstehen hochgeladene Ionen, die als Projektile beispielsweise in der Nanomechanik eingesetzt werden können. Dort erzeugen hochgeladene Projektilionen im Milliardstel-Meter-Bereich Strukturen unterschiedlichster Funktionalität. Diese Methode ist bekannt und wurde in Pilotexperimenten bereits demonstriert, jedoch ist die Erzeugung höchstgeladener Ionen mit großem finanziellen und technischen Aufwand verbunden. Denn die hochgeladenen Ionen konnten bisher nur in Verbindung mit kryogener Technik erzeugt werden, das heißt mit supraleitender Magnetfeldtechnik, für die flüssiges Helium erforderlich ist.

Dr. Günter Zschornack und seine Arbeitsgruppe vom Institut für Kern- und Teilchenphysik der Technischen Universität Dresden stellt vom 25. bis 28. September 2000 auf der "Materialica" nun eine neue Technik vor, mit der hochgeladene Ionen kostengünstig und langzeitstabil bei Zimmertemperatur konkurrenzlos günstig erzeugt werden können. "Unsere Ionenquelle ist mit einer Länge von rund 30 Zentimetern und einem Gewicht von etwa 10 Kilogramm dazu relativ klein", berichtet Dr. Günter Zschornack, "Im Vergleich dazu weisen die bisherigen Quellen wesentlich größere Abmessungen auf. Mit unserer neuen, zum Patent angemeldeten Technik wird es gegenüber anderen bekannten Quellen möglich, hochgeladene Ionen in größerem Maßstab in der Forschung und Technologie extrem wirtschaftlich einzusetzen."

Die gemeinsam mit russischen Wissenschaftlern und der Dresdner Firma Leybold Systems + Service GmbH entwickelte DEBIT (Dresden Electron Beam Ion Trap), gefördert vom EFRE-Fond der Europäischen Union und dem Freistaat Sachsen, kann hochgeladene Ionen über das gesamte Periodensystem erzeugen - beispielsweise Fe25+, Co26+, Kr 34+, Xe49+ und Hg70+. Die DEBIT ist nicht nur eine neuartige Quelle für hochgeladene Projektilionen, sondern erzeugt effizient aus hochgeladenen Ionen emittierte charakteristische Röntgenstrahlung, VUV-Strahlung und sichtbares Licht. Eingesetzt werden kann diese Anlage in der Plasmaphysik, Atomphysik, Strahlenbiologie, Materialforschung, Metrologie, der Datengewinnung für die Astrophysik und die gesteuerte Kernfusion sowie bei technischen Anwendungen wie der Nanostrukturierung, Potentialsputtern, Ionenstrahllithographie, Informationsspeicherung und Projektionsröntgen-mikroskopie.

Informationen:
Institut für Kern- und Teilchenphysik, Dr. GünterZschornack, Telefon (03 501) 53 00 50, Fax (03 501) 53 00 11, E-Mail: zschorn@physik.phy.tu-dresden.de


oder vom 25. bis 28. September 2000 auf der Werkstoff-Messe "Materialica" in München, Halle B01, Stand B1.513/722, Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft", Telefon (0 89) 9 49 49-7 02, Fax (0 89) 9 49 49-7 03.

Dresden, September 2000
Birte Urban, Telefon (03 51) 4 63-69 09

Birgit Berg |

Weitere Berichte zu: Ion Magnetfeldtechnik Teilchenphysik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht MADMAX: Ein neues Experiment zur Erforschung der Dunklen Materie
20.10.2017 | Max-Planck-Institut für Physik

nachricht Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung
20.10.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie