Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Geheimnissen des Mondes auf der Spur

01.12.2000


Der Mond hat die Phantasie der Menschen seit jeher beschäftigt. Die ersten Schritte eines Menschen auf dem Erdtrabanten haben große Aufmerksamkeit gefunden, die dabei gesprochenen Worte fehlen in keiner Zitatensammlung. Die Kenntnisse über die stoffliche Zusammensetzung der Mondoberfläche hingegen sind immer noch gering.

Ein langfristiges Ziel der Raumfahrt ist es, die Oberfläche des Mondes und der Planeten spektral zu erkunden. Kennt man nämlich das Spektrum des von einer lokalen Einzelheit der Oberfläche reflektierten Sonnenlichtes, dann kennt man auch die stoffliche Zusammensetzung der Oberfläche an dieser Stelle. So zeigt Eis ein ganz charakteristisches Spektrum, wodurch es sich von allen anderen Substanzen unterscheidet, und das Grün eines Birkenblattes ist anders grün als das von Eichenlaub. Selbst Imitationen durch Farbanstrich sind spektral sofort zu erkennen, auch wenn sie fürs Auge perfekt sind. Die Spektralanalyse ihres reflektierten Lichtes lässt Stoffe zerstörungsfrei und aus großer Ferne unzweideutig erkennen.
Um die Oberfläche des Mondes zu analysieren, hat die europäische Raumfahrtbehörde ESA Ende 1999 die Entwicklung eines sogenannten abbbildenden Fourier-Spektrometers für eine Mondumlaufbahn ausgeschrieben. Mit einem solchen Gerät soll jeder Quadratmeter überflogener Mondoberfläche abgebildet und das gesamte Spektrum seines reflektierten Sonnenlichtes von Violett bis tief ins Infrarot als Datensatz aufgenommen werden. Mehrere europäische Unternehmen der Raumfahrt haben sich um den Auftrag bemüht, darunter auch die Astrium GmbH (ehem. DaimlerChrsyler Aerospace) zusammen mit dem Fachbereich Physik und dem Zentrum für Sensorsysteme (ZESS) der Universität Siegen.

... mehr zu:
»ESA »Fourier-Spektrometer »Mond »Spektrum

Die ESA hat sich Ende Juni 2000 für diese Gruppe und damit für das Projekt "Fourier Transform Imaging Spectrometer (FTIS)" entschieden. Der Auftrag lautet, zunächst ein abbildendes Fourier-Spektrometer für stationären Betrieb, also bodengebunden, herzustellen. Das Gerät soll im Fachbereich Physik der Universität Siegen unter der Leitung von Prof. Dr. H.O. Tittel (Arbeitsgruppe Optik) gebaut werden, die Datenerfassung und -verarbeitung wird von Dr. Michael Rost (ZESS, Projektbereich ’Optimierte Datenerfassungs und -verarbeitungssysteme’) entwickelt. Bei Astrium liegt die Projektleitung, daneben ist das Unternehmen zuständig für die Eingangsoptik (weltraumtaugliches Spiegelsystem), die gesamte Steuerung und vieles mehr.
Zur Finanzierung des Vorhabens stehen insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung, davon entfallen 70.000 für die Arbeiten an der Hochschule. Das Fourier-Spektrometer ist als Laborausführung Ende 2001 bei der ESA abzuliefern, damit wäre dann der erste Entwicklungsabschnitt abgeschlossen. Daran schließt sich in der 2. Projektphase die Herstellung einer flugtauglichen Ausführung ("Airborne Version") an, um das Verfahren auf der Erde zu prüfen. Die letzte Etappe geht dann richtig ins Geld: die "Spaceborne Version" für den Einsatz in einem Satelliten. Ob das Gerät bzw. sein weltraumtauglicher Nachbau jemals um den Mond oder gar Planeten fliegt setzt voraus, dass es einwandfrei funktioniert und das in Siegen entwickelte Verfahren sich bewährt. Außerdem muss die spektrale Erkundung der Gestirne von den europäischen Staaten eine so hohe Priorität erhalten, dass die Mittel für eine solche Mission bewilligt werden.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

M.A. Kordula Lindner-Jarchow | idw

Weitere Berichte zu: ESA Fourier-Spektrometer Mond Spektrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Maschinelles Lernen im Quantenlabor
19.01.2018 | Universität Innsbruck

nachricht Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt
17.01.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie