Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Halbleiterforschung für neuartige Bauelemente

09.12.2002


Bundesministerium richtet an der Universität Leipzig eine Nachwuchsforschergruppe auf dem Gebiet der Nanotechnologie ein.


Das Institut für Experimentelle Physik II der Universität Leipzig hat eine Nachwuchsgruppe auf dem Gebiet der Nanotechnologie eingeworben. Der von Frau Dr. Heidemarie Schmidt im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschriebenen Nachwuchswettbewerbs "Nanotechnologie" gestellte Antrag wurde in einem mehrstufigen Verfahren begutachtet. Von den 40 eingereichten Projekten wurden insgesamt nur elf zur Förderung ausgewählt. Die Bewilligung für die Nachwuchsgruppe "Nano-Spinelektronik", die in der Abteilung Halbleiterphysik (Prof. Dr. Marius Grundmann) angesiedelt sein wird, umfasst neben der Stelle der Projektleiterin Mittel für mehrere Stellen für wissenschaftliche und technische Mitarbeiter, Verbrauchsmittel und Investitionsmittel. Diese Ausstattung ist der einer Juniorprofessur weit überlegen.

Frau Dr. Schmidts Projekt hat physikalische, materialwissenschaftliche und technologische Zielstellungen. Es soll eine neue Materialklasse, transparente ferromagnetische Halbleiter, hergestellt und untersucht werden, die Grundlage für neuartige Bauelemente für Magnetooptik und Spinelektronik ist. Zudem soll der Eigendrehimpuls der Elektronen (Spin) und der zeitliche Zerfall seiner Ausrichtung (Dekohärenz) in nanoskopischen Halbleiter-Quantenpunkten, in denen Elektronen wie in einem Käfig gefangen sind, untersucht werden. Dabei soll insbesondere eine neuartige Methode zur nanoskopischen Untersuchung, die nano-DLTS, erstmalig zum Einsatz kommen. Diese Methode, die den Transport einzelner Elektronen nachweist, wird zur Zeit in enger Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Halbleiterphysik des Institut für Experimentelle Physik II und dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle entwickelt.


Schwerpunkt der Arbeiten am Institut für Experimentelle Physik II ist die Physik nanoskopischer Festkörper sowie damit verbundene Grundlagen und Anwendungen hoher Industrierelevanz in den Materialwissenschaften (Neue Materialien) und der Hochtechnologie (Nutzung von Quanteneffekten). Insofern stellt die Einrichtung der Nachwuchsgruppe eine passgenaue Ergänzung der inhaltlichen Ausrichtung des Instituts dar.

Frau Dr. Schmidt hatte 1999 an der Universität Leipzig mit der theoretischen Berechnung von Energiezuständen in ultradünnen Halbleiter-schichten promoviert. Anschließend hat sie mit einem Habilitations-Stipendium des Landes Sachsen in der Abteilung Halbleiterphysik an der experimentellen und theoretischen Untersuchung von Nanostrukturen (ultradünne Schichten und selbstorganisierte Quantenpunkte) gearbeitet. Nun wird Frau Dr. Schmidt in enger Zusammenarbeit mit den Abteilungen des Instituts sowie nationalen und internationalen Kooperationspartnern die Entwicklung und Untersuchung der neuen Funktionsmaterialien sowie die Entwicklung neuartiger nanoskopischer Untersuchungsmethoden voranbringen. Die Einrichtung der Nachwuchsgruppe gibt ihr dafür in den nächsten fünf Jahren hervorragende Rahmenbedingungen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Marius Grundmann
Telefon: 0341 97 32651
E-Mail: grundmann@physik.uni-leipzig.de










Volker Schulte | idw

Weitere Berichte zu: Bauelement Elektron Halbleiterphysik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor
23.02.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Kühler Zwerg und die sieben Planeten
23.02.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie