Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kissen für eine sanfte Marslandung

04.12.2002



Am 23. Dezember 2003 - mehr als 34 Jahre seit dem historischen "The Eagle has landed" - wird es hoffentlich heißen: "The Beagle has landed". Dann wird nach sechsmonatigem Flug die Landefähre Beagle 2 der Mission "Mars Express" auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten sanft aufsetzen.

... mehr zu:
»ESA »Rat

Die europäische Weltraumagentur ESA hat der Fähre den Namen des Segelschiffes gegeben hat, mit dem Charles Darwin zu einer fünfjährigen Weltreise aufbrach, auf der er die Grundlagen zur Evolutionstheorie legte. Die Beagle 2 ist das kleinste, aber instrumentell bestausgerüstete interplanetare Vehikel, das bisher von der ESA gebaut wurde. Ehrgeiziges Ziel des Projekts ist die Suche nach Wasser und nach organischen Materialien, die eindeutige Rückschlüsse auf existierende oder vergangene exobiologische Lebensformen geben.

Das 34 Kilogramm schwere Landemodul ist vollgestopft mit hochintegrierten Instrumenten. Umweltsensoren, Kameras, Mikrophone, chemische Minilabors, Spektrometer und robotische Probensammelsysteme analysieren Boden- und Felsproben, messen die Atmosphärenzusammensetzung und liefern geologisch-topographische Fotoaufnahmen. Eine Telekommunikationseinheit schickt die Datenflut Dutzende von Millionen Kilometern weit zur Erde.


Am 18.Dezember, fünf Tage vor Erreichen des Marsoberfläche, wird’s kritisch. Nach erfolgreicher Aktivierung einer Sprungfeder löst sich Beagle 2 vom Mutterschiff und wird, allein auf sich gestellt, die letzten Kilometer zurücklegen. Nach Eintritt in die dünne, zu 98 Prozent aus Kohlendioxid bestehende Marsatmosphäre, sorgen Bremsfallschirme und Reibung für eine starke Verzögerung aus ursprünglichen 28000 km/h.

Um den Landeaufprall heil zu überleben und die Funktionsfähigkeit und Unversehrtheit der empfindlichen Meßinstrumente zu gewährleisten, bedarf es einer zusätzlicher Fall- bzw. Stoßdämpfung. Dies geschieht mit Gas gefüllten Kissen, die sich kokonartig um Beagle 2 legen. Die Aktivierung der Kissen muss bei einer genau definierten Höhe erfolgen, oder eine "Bruchlandung" ist unvermeidlich. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Präzision der Aktivierungsvorrichtung. Sie werden von dem von Roke Manor Research - dem Siemens Forschungszentrum in England - entwickelten Radar Altimeter Trigger (RAT) erfüllt.

Der im RAT eingebaute 400 Gramm schwere Höhensensor besitzt noch bei 700 Höhenmetern eine Genauigkeit von besser als 50 Zentimeter und ist auch unter widrigsten Einflüssen funktionsfähig. Mit Hilfe eines ausgeklügelten Software-Modells können die RMR-Forscher "die Leistungsfähigkeit von RAT unter Erd- und Marsbedingungen simulieren und das System weiter perfektionieren", so RMR’s Avionic Skill Group Manager Jason Hall. Läuft alles wie geplant, wird Beagle 2 150 Erdentage lang seine wertvollen Daten liefern.

Samantha Smith | Siemens NewsDesk
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/innovationnews

Weitere Berichte zu: ESA Rat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Kleinste Teilchen aus fernen Galaxien!
22.09.2017 | Bergische Universität Wuppertal

nachricht Tanzende Elektronen verlieren das Rennen
22.09.2017 | Universität Bielefeld

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie