Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachhochschule Jena: Messen an feinen Strukturen

30.03.2001


Sabine Kopf (vorn) und Sindy Reball bei der

Justierung des Strahlenganges an der

Fouriertransformationsanlage


Tobias Tiedt an der

Fouriertransformationsanlage


Der Fachbereich Physikalische Technik der Fachhochschule Jena konnte im vergangenen Jahr eine optische Fouriertransformationsanlage als Dauerleihgabe von der Universität Bremen übernehmen. Ermöglicht wurde diese Umsetzung dank der seit Jahren bestehenden guten Kontakte, die über Prof. Dr. em. Christian Hofmann von der Fachhochschule Jena und Prof. Dr. em. Siegfried Boseck von der Universität Bremen aufgebaut und gepflegt wurden. Nachdem Prof. Boseck in den Ruhestand verabschiedet wurde und in Bremen die Ausbildung in Optik nicht mehr in gleichem Maße durchgeführt wird, war es der Wunsch von Professor Boseck, diese Anlage, die von ihm entwickelt und aufgebaut wurde, in eine Einrichtung zu bringen, die in der Optikausbildung aktiv ist und auch durch das bestehende Umfeld die Möglichkeit hat, diese Messtechnik anzuwenden und weiterzuentwickeln.

Mit Hilfe des Gerätes ist es möglich, das bei der optischen Abbildung feiner Strukturen entstehende Beugungsbild genau zu vermessen. Dieses Beugungsbild entspricht einer Fouriertransformation des Objektes in der Form des Leistungsspektrums in der x-y-Ebene. Die Fouriertransformation ist ein in der Optik häufig angewendetes Verfahren, welches durch den Mathematiker de Fourier (1768-1830) entwickelt wurde. Bei diesem wird eine beliebige Objektstruktur in eine Anzahl von Sinusschwingungen unterschiedlicher Frequenz und Amplitude zerlegt wird, wobei die Frequenzen bzw. Amplituden jeweils Vielfache bzw. Teile der Grundschwingung sind. Der Abstand der Beugungsmaxima ist eine charakteristische Größe für die Breite der untersuchten Strukturen. Daraus lassen sich die tatsächliche Strukturbreite sowie Störungen in der Regelmäßigkeit von Strukturen ermitteln. Es ist weiterhin möglich, Größen von Partikeln im Rahmen einer Schadstoffanalytik zu bestimmen.

Durch die Herstellung spezieller Filter ist es beispielsweise machbar, direkt an fotografischen Aufnahmen (Negative) eine Korrektur vorzunehmen, um die Bildqualität deutlich zu verbessern. Dazu kann man Amplituden- sowie Phasenfilterungen durchführen, wodurch die Inhalte des Objektes ihrer Bedeutung nach neu gewichtet werden können.
Als Lichtquelle dient dabei ein 15 mW Helium-Neon-Laser mit Aufweitungsoptik für ein Objektfeld mit 50 mm Durchmesser. Der zu vermessende Ortfrequenzbereich umfasst bis zu 40 Linienpaare pro Millimeter, das entspricht einem Gitterabstand von 25 µm. Die Messdynamik erreicht acht Dekaden, d.h. man kann Messungen mit Leistungsunterschieden von 100 Watt bis zu einem Mikrowatt durchführen.

Aufbauend auf den in Bremen gemachten Erfahrungen will der Fachbereich diese Anlage in die Ausbildung der Studenten im Rahmen der Optischen Messtechnik und der Umweltmesstechnik mit einbeziehen. Weiterhin soll auch im Rahmen des OPTONET, in dem die Fachhochschule Mitglied ist, eine Zusammenarbeit mit der Industrie und mit entsprechenden Forschungseinrichtungen gefördert werden. Denkbar ist das durch die Vergabe von Praktikums- oder Diplomarbeiten, die sich mit dieser speziellen Messtechnik beschäftigen, oder direkt über Drittmittelthemen.

Annette Sell | Fachhochschule Jena

Weitere Berichte zu: Fouriertransformation Frequenz Messtechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern
17.08.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg

nachricht Optische Technologien für schnellere Computer / „Licht“ mit Wespentaille
16.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie