Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GPS-ähnliches System für den Mond geplant

22.07.2008
Navigationshilfe dient größerer Sicherheit der Astronauten

Ein Navigationssystem für den Mond, das für Anwender ähnlich wie GPS auf der Erde funktioniert, soll Astronauten bei der nächsten Mondlandung der NASA - geplant spätestens für 2020 - unterstützen.

Zwar gibt es keine Satelliten für ein echtes GPS-System, doch mithilfe von digitalem Kartenmaterial, Bewegungssensoren und Signalen von Sensoren auf dem Mond kann eine vergleichbare Navigationshilfe umgesetzt werden, so die Idee. Das System soll der Sicherheit der Astronauten dienen. In Angriff genommen wird die Entwicklung unter Führung von Rongxing Li, Leiter des Mapping and Global Information Systems Laboratory der Ohio State University.

Innerhalb von drei Jahren soll das "Lunar Astronaut Spatial Orientation and Information System" (LASOIS) so weit fertig sein, dass die NASA das System weiterverwerten kann.

... mehr zu:
»LASOIS »Mond

Das Konzept für LASOIS sieht vor, dass mithilfe von Aufnahmen des Mondes aus dem Orbit sowie Bildern von der Oberfläche Karten des Mondgeländes erstellt werden. Um die Position von Fahrzeugen und Astronauten auf dem Mond zu bestimmen, setzt das System auf Berechnungen aufgrund der Daten von mitgeführten Bewegungssensoren. Die Signalübertragung für das Navigationssystem, das Astronauten ein ähnliches Bild ihrer Umgebung liefern soll wie GPS-Systeme in Fahrzeugen auf der Erde, erfolgt durch das Mondlandemodul sowie geplante Basis- und Signalstationen auf dem Erdtrabanten. "Wir werden bei der Navigation helfen, aber auch einen Beitrag für die Gesundheit der Astronauten leisten", meint Li. Die Risiken von Stress im Falle eines Verirrens oder Frustration mit dem Equipment würden die Mondnavigation neben einem technischen auch zu einem biomedizinischen Problem machen.

Die Bedeutung von LASOIS ergibt sich dabei nicht zuletzt aus den ungewohnten Bedingungen für die Navigation auf dem Mond. Menschen würden sich auf markante Punkte wie beispielsweise Gebäude verlassen, um Distanzen abzuschätzen, so Li. Auf dem Mond ist das aber nicht möglich und das Risiko sich zu verirren somit hoch. Bei früheren Mondlandungen seien Missionsziele wie bestimmte Krater aufgrund schwierigen Geländes verfehlt worden, teils um wenige Meter. "Sie waren ganz nah, mussten aus Sicherheitsgründen aber umkehren", meint Li. Solche Probleme, die den wissenschaftlichen Wert einer Mondlandung mindern können, sollen dank LASOIS der Vergangenheit angehören.

Li ist Alumnus der Technischen Universität Berlin und hat bereits Navigationssoftware für die Mars-Rover "Spirit" und "Opportunity" entwickelt, die laufend weiter verbessert wird. Erkenntnisse aus dieser Arbeit könnten die Entwicklung von LASOIS begünstigen. Das Projekt wird von der NASA mit 1,2 Mio. Dollar gefördert und wurde gestern, Montag, im Rahmen der NLSI Lunar Science Conference von Li präsentiert.

Geplant ist, einen Prototypen zu entwickeln und diesen in der Mojave-Wüste zu testen. Im letzten Jahr des dreijährigen Projekts könnten möglicherweise bereits Tests unter Einbeziehung von NASA-Astronauten stattfinden. Die Raumfahrtbehörde hätte danach noch mehrere Jahre Zeit, um das Navigationssystem in das Technologie-Portfolio für die nächsten Mondmissionen aufzunehmen.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://shoreline.eng.ohio-state.edu
http://www.lpi.usra.edu/meetings/nlsc2008

Weitere Berichte zu: LASOIS Mond

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Schnell wachsende Galaxien könnten kosmisches Rätsel lösen – zeigen früheste Verschmelzung
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Astronomie

nachricht 3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind
24.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften