Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PTB-Testverfahren für Fingerring-Dosimeter hat sich bewährt

19.06.2008
Zweistufige Kontrolle ist ausgesprochen wirksam

An diversen Arbeitsplätzen mit ionisierender Strahlung, z.B. in der Medizin und Industrie, werden Fingerring-Dosimeter eingesetzt, um zu überprüfen, ob die geltenden Dosis-Grenzwerte eingehalten werden. Die Dosimeter zur Messung von Betastrahlung werden seit 6 Jahren durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) einer jährlichen Qualitätskontrolle unterzogen. Alle in Deutschland verwendeten Dosimeterbauarten bestanden seither diese Kontrollen.

In Deutschland ist für beruflich strahlenexponierte Personen eine Überwachung mit Personendosimetern gesetzlich vorgeschrieben. Neben den am Rumpf zu tragenden Ganzkörperdosimetern werden auch passive Teilkörperdosimeter eingesetzt, die häufig am Finger getragen werden. Teilkörperdosimeter werden, insbesondere in der Medizin, zur Messung von Betastrahlung eingesetzt. Alle derartigen Dosimeter werden von Dosimetriestellen ausgegeben und ausgewertet. Die PTB ist dabei zuständig für die zweistufige Qualitätskontrolle.

In der ersten Stufe wird die Bauart einer sorgfältigen Überprüfung ihrer Eigenschaften unterzogen, bevor das Dosimeter eingesetzt werden darf. Bei Betadosimetern erfolgt dies gemäß einer Richtlinie.

In der zweiten Stufe wird der Routinebetrieb in den Dosimetriestellen jährlich durch so genannte "regelmäßige Vergleichsmessungen" überprüft. Dabei werden die Dosimeter von der PTB mit einer genau bekannten Dosis exponiert, hier mit HPTB bezeichnet. Dann werten die Dosimetriestellen die Dosimeter aus und ermitteln ihren Messwert, HDST, natürlich ohne den Wert HPTB zu kennen. Als Maß für die Qualität dient der Quotient HDST/HPTB, der für ein ideales Dosimeter gleich 1,0 ist. Die Abbildung zeigt die Werte dieser Quotienten in Abhängigkeit von der Dosis für alle bisher durchgeführten Vergleichsmessungen mit Betastrahlung. Die eingezeichneten Linien geben die zulässigen Grenzen für diesen Quotienten an. Zu hohen Dosen hin verengen sich diese Grenzen auf Grund der Erfordernisse des Strahlenschutzes.

Die Bedingung für das Bestehen der jährlichen Vergleichsmessungen ist, dass 90 % aller Quotienten für jede Bauart einer Messstelle innerhalb dieser Grenzen liegen. Wird diese Anforderung bei der Vergleichsmessung von einer Dosimeterbauart nicht erfüllt, so wird eine Wiederholung für dieses Dosimeter durchgeführt. Dies war bisher noch nie der Fall. Somit kann zusammenfassend festgestellt werden kann, dass diese Art der zweistufigen Qualitätskontrolle ausgesprochen wirksam ist.

Ansprechpartner:
Dr. Rolf Behrens, PTB-Arbeitsgruppe 6.34 Betadosimetrie, Tel. (0531) 592 6340, E-Mail: rolf.behrens@ptb.de

Erika Schow | idw
Weitere Informationen:
http://www.ptb.de/de/aktuelles/archiv/nachrichten/2008/_fingerring-dosimeter.html

Weitere Berichte zu: Dosimeter Dosimetriestelle Fingerring-Dosimeter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an
25.04.2017 | Universität Wien

nachricht Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“
25.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie