Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tarnkappen für Schallwellen werden Realität

16.06.2008
Schutz vor Sonar oder Umgebungslärm möglich

Ein Forscherteam vom Department of Electronics Engineering der Polytechnischen Universität Valencia hat gezeigt, wie eine Tarnkappe gegen Schallwellen verwirklicht werden kann. Damit könnten Kriegsschiffe gegen eine Ortung durch Sonar geschützt werden, doch auch ein Einsatz zum Lärmschutz wäre möglich.

Basis dafür sind sogenannte sonische Kristalle mit ungewöhnlichen akustischen Eigenschaften. In Simulationen hat das Team um José Sánchez-Dehesa gezeigt, dass mithilfe des vorgeschlagenen Materials ein Objekt effizient gegen Schall abgeschirmt werden könnte.

"Diese Arbeit ist sehr aufregend, da sie zeigt, dass eine akustische Tarnkappe auf eine Art verwirklicht werden kann, die erfreulich einfach erscheint", kommentiert Steven Cummer von der amerikanischen Duke University gegenüber pressetext. Er hatte die theoretische Grundlage für die Arbeit der spanischen Forscher gelegt.

... mehr zu:
»Schallwelle »Tarnkappe

Die sonischen Kristalle werden aus Zylindern zweier verschiedener Materialien derart zusammengesetzt, dass eine bestimmte, ungleichmäßige Ausbreitung von Schallwellen im Komposit erreicht wird. Dadurch kann das künstlich gefertigte, sogenannte Metamaterial genutzt werden, um Schall um ein Objekt herumzuleiten und es damit zu tarnen oder abzuschirmen. "Ein solches Kompositmaterial ist einer der wenigen, wenn nicht der einzig dafür mögliche Zugang", glaubt Cummer, dem der Ansatz der Spanier praktikabel erscheint.

In Simulationen haben die spanischen Forscher gezeigt, dass ihr Material Objekte gut gegen Schall abschirmen kann. 200 Lagen des Materials würden einen optimalen Schallschutz bieten, so das Ergebnis. "Wir hoffen, dass diese Arbeit zu experimenteller Forschung führt, in der die Leistungsfähigkeit des Materials demonstriert wird", meint Sánchez-Dehesa. Dabei vertritt sein Team die Ansicht, dass mit besserer Fertigungstechnologie auch dünnere Materialien möglich sind.

Eines der ersten Einsatzgebiete für akustische Tarnkappen wären vermutlich Kriegsschiffe, die dadurch vor einer Ortung mittels Sonar geschützt werden könnten. Doch auch diverse zivile Anwendungen sind denkbar, etwa zur Optimierung der akustischen Eigenschaften von Konzertsälen oder auch, um Wohnräume vor Umgebungslärm zu schützen. Allerdings steht die Forschung nach geeigneten Materialien noch am Anfang, betont Cummer. Die Arbeit der spanischen Forscher auf diesem Gebiet wird im aktuellen New Journal of Physics http://www.njp.org vorgestellt.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.upv.es
http://www.duke.edu

Weitere Berichte zu: Schallwelle Tarnkappe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Proteintransport - Stau in der Zelle
24.03.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise