Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ballonfahrt in die Stratosphäre

13.06.2008
Berner Weltraumforscher interessieren sich nicht nur für das All, sondern auch für die Stratosphäre: Auf einer Pionier-Ballonfahrt in 40 Kilometer Höhe testen sie ihre Instrumente für einen Einsatz auf anderen Planeten. Der Startschuss in Schweden fällt in den nächsten Tagen - je nach Wetter.

Im schwedischen Kiruna soll in den nächsten Tagen eine Pionier-Ballonfahrt stattfinden: Forscher des Berner Physikalischen Instituts, Abteilung für Weltraumforschung und Planetologie, testen zusammen mit der schwedischen Forschungsstation "Esrange Space Center" einen Heliumballon mit einem neuartigen Massenspektrometer.

Es soll erstmals Daten über atmosphärische Bedingungen in der Stratosphäre auf der Nordhalbkugel liefern. Von Kiruna aus wird der Ballon innerhalb einer Woche über Grönland und Kanada fliegen. Die geplante Flughöhe beträgt 40 Kilometer.

Test für künftige Mars-Missionen

Der Flug dient zwei verschiedenen Zwecken: Einerseits soll er mit dem Heliumballon neue Erkenntnisse über die Luftzusammensetzung in der Stratosphäre liefern, insbesondere über die Ozonschicht, welche in dieser Höhe unter Einfluss der UV-Strahlung gebildet wird. "Wir hoffen, mehr über die chemischen Vorgänge zu erfahren, die für den Abbau der Ozonschicht verantwortlich sind", erklärt Peter Wurz, Leiter der Expedition.

Gleichzeitig dient der Flug als Test für das Massenspektrometer, das dereinst auf anderen Planeten zum Einsatz kommen soll: In der Stratosphäre herrschen mit 10 Millibar Druck und minus 40° Celsius vergleichbare Bedingungen wie auf der Marsoberfläche. Das rund 100 Kilogramm schwere, computergesteuerte Massenspektrometer soll künftig Aufschluss liefern über die dortigen atmosphärischen Konditionen. "Das Instrument kann ein zehnmal umfassenderes Spektrum der molekularen Massen von Luftbestandteilen auflösen als die bisherigen Geräte", so Wurz. Die Berner Weltraumforscher sind unter anderem an der aktuellen "Venus Express"-Mission und an "Mars Express"-Missionen der ESA beteiligt.

Die Vorbereitungen neben der Startrampe in Kiruna laufen auf Hochtouren. Einer der wichtigsten Faktoren bei dieser Mission ist das Wetter: Damit der 30 Meter grosse, mit Helium gefüllte Ballon zügig auf die gewünschte Höhe kommt, darf es am Starttag weder Niederschlag noch Wind geben. Und die Ballon-Expedition kann nur im Juni stattfinden, da nur zu dieser Zeit im Jahr der so genannte polare Wirbel weht, ein Kreiswind, der den Ballon auf der gewünschten Route bewegen soll.

Ein Pionierflug auf der Nordhalbkugel

Während die Wissenschaft bereits Routine in der Atmosphärenforschung über der Antarktis hat, ist dies der erste Ballonflug auf der Nordhalbkugel. Es ist zudem der erste, der während des Sommers stattfindet. Sowohl für die Berner wie für das schwedische "Esrange Space Center" ist die geplante Mission mit dem Namen MEAP/P-BACE ("Mars Environment Analogue Platform" und "Polar Ballon Atmospheric Composition Experiments") ein Test mit einer Win-Win-Situation: "Esrange erhält mit dem Spektrometer einen Testpassagier für seinen Ballon, und wir einen Billig-Flug zum Instrumenten-Check", so Wurz.

Nathalie Matter | idw
Weitere Informationen:
http://www.kommunikation.unibe.ch/medien/mitteilungen/news/2008/ballon.html

Weitere Berichte zu: Massenspektrometer Planet Stratosphäre

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Schreiben mit dem Elektronenstrahl: Jetzt auch Nanostrukturen aus Silber
24.07.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Quantenkommunikation in freier Luft nimmt Fahrt auf
24.07.2017 | Österreichische Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie