Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Kryovulkanologie-Modell berichtet vom Fehlen des Methanozeans auf dem Titan

29.05.2008
Nach dem Kryovulkanologie-Modell, das von der Zeitschrift Astrophysical Journal veröffentlicht worden ist, erklärt sich das Fehlen des Ethanozeans auf der Oberfläche des Titan – des größten Saturn-Satelliten – durch die Ethanabscheidung in den Mikrohohlräumen des Wassereises durch eine einsetzende Vulkantätigkeit, die es an die Oberfläche steigen lässt und so Ethanclathrate bilden [1].

Das Modell, das von den Forschern Olivier Mousis und Bernard Schmitt der Universität von Franche-Comté und der Universität Joseph Fourier in Grenoble entwickelt worden ist, berichtet von den Beobachtungen der Cassini-Huygens-Sonde.

Zwischen 2004 und 2006 hatte die Sonde eine Vielzahl verstreut liegender Seen entdeckt, deren Volumen jedoch nicht allein ausreicht, um den gesamten flüssigen Ethanregen (die Folge der ständigen photochemischen Reaktion zwischen den ultravioletten Strahlen der Sonne und dem atmosphärischen Methan) aufnehmen zu können, auch wenn die jüngsten Berechnungen die Regenmenge nach unten korrigierten. Darüber hinaus blieb der Mechanismus der Methanbildung ungeklärt, denn das Methan hätte durch die Reaktion mit den UV-Strahlen im Laufe von 10 Millionen Jahren verschwinden müssen.

Die Forscher konnten nun diese zwei Rätsel auflösen: die Vulkantätigkeit bringt Wassereis, das Methan enthält, an die Oberfläche. Auf der Oberfläche angekommen, sinkt der Druck, es wird gasförmiges Methan freigesetzt und durch die starke Kälte (-183° C) gefrieren sofort die Wände der Mikrohohlräume, die das Gas enthielten. Dieses sehr porös gewordene Eis kann nun Ethan aufnehmen. „Es würde eine Schicht von 2300 Metern genügen, um das gesamte, seit der Entstehung des Titans gebildete Ethan abzuscheiden », erklärt Olivier Mousis. Diese Hypothese soll auf einer nächsten Weltraummission untermauert werden.

[1] Eine aus Wassermolekülen bestehende Kristallstruktur, die ein Ethanmolekül umschließt

Kontakt:
Olivier Mousis
Institut UTINAM (UMR CNRS 6213),
41 bis avenue de l’observatoire,
BP 1615, 25010 Besançon, France
@ olivier.mousis@obs-besancon.fr
+33 3 81 66 69 21
+33 3 81 66 69 44
Quelle: La recherche, 05.2008
Redakteur: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr
Wissenschaft-Frankreich (Nummer 142 vom 28.05.08)
Französische Botschaften in Deutschland und Österreich
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

| Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/0802/0802.1033v1.pdf
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: Kryovulkanologie-Modell Titan Vulkantätigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht MADMAX: Ein neues Experiment zur Erforschung der Dunklen Materie
20.10.2017 | Max-Planck-Institut für Physik

nachricht Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung
20.10.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise