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Metrologische Forschung vernetzt sich europaweit

29.04.2008
Das Messen mit hoher Genauigkeit und Zuverlässigkeit hat sowohl in der Spitzenforschung als auch im Alltag, wie bei Verbrauchsmessungen von Gas, Wasser und Strom, eine große Bedeutung. Genaues Messen schafft Vertrauen.

Für die Wissenschaft vom Messen ist der Startschuss für ein gemeinsames Forschungsprogramm der nationalen Metrologieinstitute gefallen. Die Europäische Kommission fördert zunächst 21 gemeinsame Forschungsprojekte mit Laufzeiten zwischen drei und vier Jahren.

Voraussichtlich noch dieses Jahr soll im Europäischem Rat und Parlament über weitere 200 Mio. € für ein Europäisches Metrologie-Forschungsprogramm entschieden werden. Damit hat die Zusammenarbeit der europäischen Metrologieinstitute eine neue Dimension erreicht.

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) - das nationale Metrologieinstitut Deutschlands im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie - hatte sich maßgeblich für eine Vertiefung der europäischen Zusammenarbeit eingesetzt. Jetzt ist sie an insgesamt 20 der 21 Forschungsprojekte beteiligt und übernimmt bei sieben dieser Projekte die Rolle des Koordinators.

Von dem Gesamtvolumen, das in der Summe aller Forschungsprojekte 64 Millionen Euro beträgt, übernimmt die Europäische Kommission rund ein Drittel. Die übrigen Mittel werden von den nationalen Forschungspartnern aus insgesamt 20 europäischen Staaten getragen. Die jetzt gestarteten Projekte zeigen beispielhaft das weite Spektrum an Forschungsthemen mit metrologischer Bedeutung. So stehen etwa die Grundlagen des Internationalen Einheitensystems auf der Agenda, in dem Neudefinitionen mehrerer Basiseinheiten (etwa für das Kilogramm und das Ampere) erarbeitet werden sollen.

Zugleich haben andere Forschungsprojekte ganz konkrete Anwendungen im Blick, wenn es etwa um die Strahlentherapie von Krebserkrankungen oder die Metrologie auf der zellulären Ebene in der molekularen Medizin geht. Insgesamt lassen sich die Projekte vier großen Schwerpunktbereichen zuordnen: "Das Internationale Einheitensystem und fundamentale Konstanten", "Gesundheit", "Dimensionelle Metrologie" sowie "Elektrizität und Magnetismus".

Die europäischen Forschungskooperationen erschöpfen sich jedoch keineswegs in diesen 21 Projekten. Vielmehr bilden diese nur die "Vorhut" für ein groß angelegtes Europäisches Metrologie Forschungsprogramm (European Metrology Research Programme, EMRP). Das mit diesem EMRP veranschlagte Forschungsvolumen beläuft sich auf rund 400 Mio. Euro und würde - im Erfolgsfalle - zu 50 % aus EU-Mitteln finanziert werden.

Eine solche gemeinsame europäische Forschung auf dem Feld der Metrologie kann nicht im losen Verbund der Partner organisiert werden, sondern verlangt eine professionell arbeitende organisatorische Struktur. Aus diesem Grund sind die europäischen Metrologieinstitute enger zusammengerückt und haben bereits Anfang des letzten Jahres den Verein EURAMET e.V. gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Prof. Dr. Michael Kühne gewählt, der zugleich Mitglied des Präsidiums der PTB ist. Das Sekretariat von EURAMET ist dabei dauerhaft in der PTB in Braunschweig etabliert.

ptb

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Michael Kühne
Mitglied des Präsidiums
Physikalisch-Technische Bundesanstalt
Bundesallee 100, 38116 Braunschweig
Tel.: 0531 / 592 3001
E-Mail: michael.kuehne@ptb.de
Pressestelle PTB
Dr. Dr. Jens Simon
Pressesprecher
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
Bundesallee 100, 38116 Braunschweig
Tel.: 0531 / 592-3005
E-Mail: jens.simon@ptb.de

Dr. Jens Simon | idw
Weitere Informationen:
http://www.ptb.de
http://www.euramet.org

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