Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschneller Blick in Mumie aus Peru mit MRT

22.02.2008
Ins Innere einer fast 1.000 Jahre alten Mumie aus Peru blickten Forscher der Universität Zürich – ohne die archäologische Kostbarkeit zu beschädigen. Als erste Arbeitsgruppe auf der Welt gelang den Anatomen der spektakuläre Einblick mit einem Magnetresonanz-Tomographen (MRT), was bislang unmöglich war.

Ein Team von Siemens Healthcare schuf die technischen Grundlagen für diese Untersuchung – und damit zugleich eine Innovation, die bald auch Patienten helfen könnte.


Mit MRT liefern Ärzte seit einem Vierteljahrhundert detailgenaue 3D-Bilder des menschlichen Körpers ohne Röntgenstrahlung. Das Verfahren nutzt die schwachen magnetischen Eigenschaften von Wasserstoffkernen, die besonders in weichem Gewebe reichlich vorhanden sind. Ein extrem starkes Magnetfeld – bei einem 1,5-Tesla-MRT beträgt es etwa das 30.000-fache des Erdmagnetfelds – richtet die Achsen der Atome aus.

Dann schickt das Gerät einen starken elektromagnetischen Impuls auf die Wasserstoffatome. Die Atome kommen ins „Torkeln“, und während sie sich wieder im Magnetfeld ausrichten, senden sie Radiowellen aus. Aus diesem Funksignal können Computer die Position der Atome und damit ein Abbild berechnen.

... mehr zu:
»Atom »MRT »Wasserstoffatom

Mit Wasserstoffatomen aus Wasser oder Fett gelang dies bisher sehr gut. Bei Wasserstoffatomen in trockenem Gewebe, wie in Proteinen oder Knochen, ist die Zeit, in der die Atome in ihre Ausgangslage zurückkehren, viel kürzer als in wässrigem Gewebe – zu kurz für die bekannten Analysemethoden. Die Experten von Siemens entwickelten daher für MRT-Geräte eine neue Messmethode mit extrem schneller Signaldetektion. Die wichtigste Neuerung: Die räumliche Information wird nicht mehr in parallelen Zeilen kodiert und aufgenommen, sondern sternförmig vom Zentrum ausgehend.

UTE (Ultrashort Echo Time) heißt das neue Verfahren. Es funktioniert problemlos auf klinischen MRT-Geräten – wie dem für die Mumienuntersuchung verwendeten Siemens Magnetom Avanto. Er machte in der Mumie die Bandscheiben, Gehirnhaut, Blutgefäße und Reste der Einbalsamierungsflüssigkeit sichtbar. Die Wachstumsfugen der Oberarme waren gut zu erkennen. Aufgrund ihres Zustands dürfte es sich bei dem Toten um einen etwa 15 bis 16 Jahre alten Jungen handeln.

Auch in lebenden Patienten erlaubt UTE die Visualisierung von Gewebeanteilen, die im MRT bisher nicht sichtbar waren. Diese neue Diagnosemöglichkeit könnten Ärzte künftig einsetzen um z.B. Stoffwechselvorgänge im Herzen sowie krankhafte Veränderungen im Stoffwechsel oder im Gehirn bei Alzheimer-Patienten untersuchen. (IN 2008.02.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Atom MRT Wasserstoffatom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Proteintransport - Stau in der Zelle
24.03.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise