Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Doch kein Asteroideneinschlag auf dem Mars?

24.01.2008
Die Hoffnung vieler Astronomen wird sich wahrscheinlich nicht erfüllen: Ein paar Wochen lang sah es so aus, als würde der Asteroid "2007 WD5" Ende Januar mit dem Mars kollidieren.

Laut Beobachtungen, an denen auch Holger Israel von der Universität Bonn beteiligt war, kommt es aber wohl doch nicht dazu: Der 55 Meter große Asteroid wird demnach am 30. Januar im Abstand von 4.000 Kilometern am Mars vorbei fliegen. Ein Zusammenstoß hätte wahrscheinlich einen 800 Meter großen Krater auf dem Roten Planeten geschlagen. Es wäre das erste Mal gewesen, dass ein solcher Einschlag auf einem unserer erdähnlichen Nachbarn hätte beobachtet werden können.

Holger Israel hat zusammen mit Kollegen bei einem Forschungsaufenthalt in Arizona die Bilder geschossen, die die neue Schätzung ermöglichten. "Eigentlich war ich Anfang Januar wegen eines anderen Projekts am dortigen MMTO-Spiegelteleskop zu Gast", sagt der Bonner Doktorand. "Wir sind dann aber von Kollegen der Universität Arizona gebeten worden, den Asteroiden zu beobachten."

Das MMTO (Multi-Mirror Telescope Observatory) zählt mit 6,5 Metern Spiegeldurchmesser zu den großen seiner Zunft. Nur mit solch lichtstarken und extrem vergrößernden Optiken lässt sich der 55 Meter messenden "2007 WD5" überhaupt fotografieren. Die Beobachtung erfolgte mit Computerunterstützung: Der Spiegel wurde dabei kontinuierlich nachjustiert, um sowohl die Erddrehung als auch den rasanten Flug des Asteroiden auszugleichen. Auf den Aufnahmen des Spiegelteleskops ist "2007 WD5" daher trotz langer Belichtungszeit als schwacher Punkt zu erkennen. Die anderen Himmelskörper zeichnen sich dagegen als lang gezogene Striche ab.

... mehr zu:
»Asteroid »Astronom

"2007 WD5" wurde erst Ende November letzten Jahres entdeckt. Um seine Flugbahn genau zu berechnen, müssen die Astronomen seine Koordinaten zu verschiedenen Zeiten kennen. Die ersten Ergebnisse gaben Anlass zur Hoffnung, der Asteroid werde mit unserem roten Nachbarplaneten zusammen stoßen. Zwischenzeitlich bezifferten die Forscher die Kollisionswahrscheinlichkeit auf 1:25. Erstmals hätte man damit einen solchen Crash hautnah miterleben können. "Dabei wäre eine riesige Wolke aus Staub und Trümmern in die Höhe geschleudert worden", erläutert Israel. "So hätte man unter anderem neue Erkenntnisse über die Marsoberfläche gewinnen können."

Wissenschaftler der Harvard-Universität korrigierten die Chance dank der neuen Beobachtungsdaten nun aber drastisch nach unten. Wie es aussieht, werden die Marsforscher weiter warten müssen: Höchst wahrscheinlich wird "2007 WD5" am 30. Januar am Mars vorbeiziehen.

Kontakt:
Holger Israel
Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-5770
E-Mail: hisrael@astro.uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Asteroid Astronom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet
30.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flipper auf atomarem Niveau
30.03.2017 | Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE