Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handys als Geigerzähler gegen den Terror

23.01.2008
Aufspüren von "schmutzigen Bomben" durchs Mobilfunknetz

Ein Netzwerk aus Handys soll radioaktive Strahlung aufspüren und verfolgen, um so terroristischen Angriffen mit "schmutzigen Bomben" oder Nuklearwaffen vorzubeugen. An einem entsprechenden System arbeiten Forscher der Purdue University mit Unterstützung des US-Bundesstaats Indiana. "Strahlung kann mit geeigneten Mitteln schon bei sehr geringer Intensität gemessen werden", kommentiert Harry Friedmann, Kernphysiker an der Fakultät für Physik der Universität Wien, auf Anfrage von pressetext.

Für das System der US-Forscher sollen Mobiltelefone mit Solid-State-Detektoren ausgestattet werden. "Das sind ganz übliche Halbleiter-Detektoren, die leicht verfügbar sind", meint Friedmann. "Es gibt komplette Geigerzähler im Füllfederhalter-Format", bestätigt der Physiker auch Miniaturisierungs-Möglichkeiten. Die von den US-Forschern eingesetzten Detektoren machen zusätzliche Schaltkreise nötig, würden aber nach Aussage der Projektmitarbeiter die Größe oder das Gewicht der Geräte nicht signifikant erhöhen. "Die Empfindlichkeit wird nicht besonders groß sein", lautet Friedmanns Einschätzung zu solchen Mini-Detektoren.

Ziel des Purdue-Projekts ist es, ein Netz aus Millionen von Mobiltelefonen aufzubauen, die selbst schwache Strahlungsrückstände messen können. Da Mobiltelefone bereits Lokalisierungssysteme enthalten, könne dieses Netz als Verfolgungs-System dienen, gibt Ephraim Fischbach, Physikprofessor in Purdue, an. Ein Test auf dem Universitätscampus im November habe gezeigt, dass eine schwache Strahlungsquelle auf knapp fünf Meter Entfernung detektiert werden könne.

Eine von den Forschern entwickelte Software wertet die von den Mobilgeräten übermittelten Strahlungs-Messungen und Positionsdaten aus. Da sich die gemessene Strahlung mit der Entfernung zur Quelle ändert und Daten vieler Handys zur Verfügung stehen, ist es möglich, die genaue Position einer Strahlungsquelle zu bestimmen. Das System soll auch lernen, harmlose Strahlungsquellen zu ignorieren. Dazu zählen etwa medizinische Anwendungen in Spitälern, aber auch natürliche Quellen wie etwa Bananen, die durch ihren Potassiumgehalt in geringem Maße radioaktiv sind.

Hintergrund der Entwicklung ist die Angst vor Terroranschlägen mit "schmutzigen Bomben" oder Nuklearwaffen. "Die Gefahr einer schmutzigen Bombe ist signifikant, speziell in Ballungszentren mit hoher Bevölkerungsdichte", gibt Barry Partrige vom am Projekt beteiligten Indiana Department of Transportation an.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.purdue.edu
http://physics.univie.ac.at

Weitere Berichte zu: Geigerzähler Handy Mobiltelefon Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor
23.02.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Kühler Zwerg und die sieben Planeten
23.02.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie