Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Australische Forscher entdecken außergalaktische Radioblitze

08.08.2013
Die Entdeckung von vier Radioblitzen, die wahrscheinlich aus hochenergetischen Explosionen in Milliarden von Lichtjahren Entfernung stammen, haben nun Zweifel über die Existenz einer hitzig debattierten und bereits zuvor beobachteten Radiostrahlung ausgeräumt, die als Lorimer Burst bekannt ist.

Diese Radioblitze könnten zudem dabei helfen, die Dichte der Materie im Universum durch Berechnung der Elektronenzahl zwischen der Erde und dem Ursprung der Radiostrahlung zu messen.


Radioblitze
Swinburne Astronomy Productions, vr.swin.edu.au

Das internationale Forscherteam aus dem Vereinigten Königreich, Italien, USA, Deutschland und Australien, dessen Studie kürzlich in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde, schließt jegliche irdische Quellen für diese Signale aus und schlussfolgert, dass die Radioblitze aus dem Universum stammen, als es erst halb so alt war wie heute.

Der Co-Autor der Studie, Dr. Ramesh Bhat von der Curtin University, sagte, die Stoßenergie weise darauf hin, dass die Radioblitze von extremen astrophysikalischen Ereignissen stammen, die relativistische Objekte wie Neutronensterne und Schwarze Löcher einbeziehen.

Radioblitze, wie sie an einem winzigen Teil des Himmels mit dem CSIRO Parkes 64-Meter Radioteleskop beobachtet werden können, dauern nur einige Millisekunden. Der am weitesten entfernte, ereignete sich in einer Entfernung von elf Milliarden Lichtjahren.

„Erstaunlicherweise deuten unsere Beobachtungen darauf hin, dass täglich tausende dieser Radioblitze auf die Erde treffen,“ sagte Dr. Bhat.

Der Doktorand Dan Thornton von der University of Manchester und CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation, Anm. Red.) ist der Leitautor der Untersuchung und erklärte: „Ein einziger Radioblitz unbekannten Ursprungs wurde außerhalb unserer Galaxie vor etwa sechs Jahren beobachtet, aber niemand war sich sicher, was das war oder ob es ein reales Ereignis war. Anschließend verbrachten wir Jahre damit nach weiteren Strahlungen dieser Art zu suchen – bis wir tatsächlich vier weitere Radioblitze fanden und jeden Zweifel ausräumen konnten, dass diese Signale nicht real waren.“

Professor Matthew Bailes von der Swinburne University glaubt, dass der wahrscheinlichste Ursprung dieser Signale verheerende Explosionen in den magnetischsten Neutronensternen des Universums sind, den so genannten Magnetaren.

„Magnetare können in einer Millisekunde mehr Energie abgeben als die Sonne in 300.000 Jahren und sie sind maßgebliche Kandidaten als Quelle der Signale,“ sagte Professor Bailes. Dr. Bhat bekräftigte die Wichtigkeit neuer Beobachtungen mit anderen Radioteleskopen und sieht der Zukunft optimistisch entgegen.

„Wir müssen unbedingt den Ursprung dieser mysteriösen Blitze und deren zugrunde liegende Physik verstehen. Zeitnahe Untersuchungen mit Messinstrumenten der nächsten Generation wie dem Murchison Widefield Array im Outback Westaustraliens, bieten viel versprechende Aussichten dahingehend“, sagte Dr. Bhat.

Die Forscher sind der Ansicht, dass eine Population dieser Radioblitze in verschiedenen Entwicklungsphasen des Universums eine unschätzbare Ressource zur Bestimmung der gewöhnlichen Materie im Universum sein würde. Die beteiligten Institutionen waren das University of Manchester Jodrell Bank Observatory (Vereinigtes Königreich), CSIRO, Mitglieder des ARC Centre of Excellence for All-Sky Astrophysics (CAASTRO) an der Swinburne University of Technology (Melbourne) und der Curtin University (Perth), die West Virginia University (USA), das INAF-Cagliari Astronomical Observatory und die Cagliari University (Italien), das NASA Jet Propulsion Laboratory (USA) und das Max Planck Institut für Radioastronomie (Deutschland).

Die vollständige Studie ‘A population of fast radio bursts at cosmological distances’, veröffentlicht in der Fachschrift Science vom 5. Juli 2013, kann unter http://www.sciencemag.org/content/341/6141/53 angefordert werden.

Bildmaterial stellt die Swinburne University of Technology bereit: http://astronomy.swin.edu.au/production/parkes/

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
oder
Dr Ramesh Bhat, Centre of Excellence for All-sky Astrophysics Curtin University
Email: ramesh.bhat@curtin.edu.au
Megan Meates, Public Relations
Email: megan.meates@curtin.edu.au
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.ranke-heinemann.tv

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht MADMAX: Ein neues Experiment zur Erforschung der Dunklen Materie
20.10.2017 | Max-Planck-Institut für Physik

nachricht Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung
20.10.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise