Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Atome im Blitzlichtgewitter

06.07.2010
VolkswagenStiftung unterstützt Pionierforschung mit Röntgenlasern

Mit 27 000 Röntgenblitzen pro Sekunde machen Freie-Elektronen-Laser Dinge sichtbar, die kein Forscher je gesehen hat. Die VolkswagenStiftung unterstützt die Etablierung der neuen Untersuchungsmethode mit einer eigenen Förderinitiative.

Ein Röntgenblitz ist kürzer als eine billionstel Sekunde und gleichzeitig intensiver als alle herkömmlichen Röntgenquellen. Und mit einer Wellenlänge von nur 0,1 Nanometer macht er selbst atomare Details sichtbar. Kurzum: Experimente mit Röntgenblitzen werden die naturwissenschaftliche Forschung revolutionieren.

Mit ihrer Hilfe wollen Strukturbiologen in Zukunft die Zusammensetzung von Viren entschlüsseln, Materialwissenschaftler die Eigenschaften von Werkstoffen im Nanobereich dreidimensional erkunden und Physiker Materie unter extremen Bedingungen untersuchen, beispielsweise bei Temperaturen von einigen 10 000 Grad Celsius.

Möglich macht diese Forschung der Freie-Elektronen-Laser (FEL) für Röntgenstrahlung (X-rays). Dieser wird derzeit am Deutschen Elektronen-Synchrontron (DESY), ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft, in Hamburg gebaut. Die neue Tunnelanlage mit einer Gesamtlänge von 3,4 Kilometern soll als Gemeinschaftsprojekt von zwölf europäischen Ländern voraussichtlich 2014 in Betrieb gehen.

Bis dahin bleibt der Freie-Elektronen-Laser an der Stanford University in Kalifornien der leistungsfähigste („Linac Coherent Light Source“ – LCLS). Seit September 2009 sammeln Forscher/-innen hier experimentelle Erfahrungen. Damit dieses Know-how zum Start des European XFEL auch in Hamburg vorhanden ist, ermöglicht die VolkswagenStiftung Nachwuchswissenschaftler/-innen jetzt einen bis zu zwei Jahre dauernden Forschungsaufenthalt in Stanford, danach eine Förderphase in Deutschland. Sie hat dazu die neue Förderinitiative „Forschung mit Freie-Elektronen-Lasern: Peter Paul Ewald Fellowships am LCLS in Stanford“ ins Leben gerufen.

Die Peter Paul Ewald-Fellowships – benannt nach Peter Paul Ewald (1888-1985), einem Pionier der Röntgenmethoden – richten sich an Postdoktoranden/-innen und werden (zunächst) für drei Jahre vergeben. Zwischen 2011 und 2013 sind drei Auswahlrunden geplant. Der Stichtag für die erste Antragstellung ist der 25. Januar 2011.

Informationen zum European XFEL:
Der European XFEL erzeugt ultrakurze Laserlichtblitze im Röntgenbereich, 27 000 pro Sekunde. Die hohe Intensität und kurze zeitliche Abfolge dieser Röntgenpulse ermöglichen Naturwissenschaftlern 3D-Aufnahmen komplexer Moleküle bis in atomare Details sowie das Filmen ganzer molekularer Prozesse. Auf die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung können andere Disziplinen aufbauen, beispielsweise bei der Entwicklung neuer Medikamente oder Materialien. Im Vergleich zur kalifornischen Forschungsanlage LCLS wird der European XFEL über eine sechsfache Spitzenleuchtstärke, eine Vervielfachung der Röntgenblitze pro Sekunde (27 000 statt 120) und mit sechs bis zehn über doppelt so viele Messplätze verfügen.
Informationen zu Peter Paul Ewald:
Peter Paul Ewald (geb. 1888 in Berlin, gest. 1985 in Ithaca, NY, USA) war ein deutsch-amerikanischer Physiker und gilt als Pionier der Röntgenmethoden, insbesondere zur Theorie der dynamischen Röntgenbeugung. Die nach ihm benannte Ewald-Kugel und Ewald-Konstruktion sind noch heute in der Kristallographie feste Begriffe.
Informationen zur VolkswagenStiftung:
Mit 2,3 Milliarden Euro Stiftungskapital zählt die VolkswagenStiftung zu den größten Stiftungen in Europa und ist die größte private Wissenschaftsförderin in Deutschland. Seit 1962 hat sie mit knapp 3,7 Milliarden Euro mehr als 29 000 Projekte unterstützt.

Weitere Informationen zu den Förderbedingungen, der Antragstellung und der Begutachtung finden Sie im Internet unter http://www.volkswagenstiftung.de/ewald-fellowships sowie im Merkblatt 94 unter http://www.volkswagenstiftung.de/fileadmin/downloads/merkblaetter/MB_94_d.pdf.

Kontakt
VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jens Rehländer
Telefon: 0511 8381 380
E-Mail: rehlaender@volkswagenstiftung.de
Förderinitiative „Ewald-Fellowships“
Dr. Ulrike Bischler
Telefon: 0511 8381 350
E-Mail: bischler@volkswagenstiftung.de

Jens Rehländer | idw
Weitere Informationen:
http://www.volkswagenstiftung.de
http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20100706

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht APEX wirft einen Blick ins Herz der Finsternis
25.05.2018 | Max-Planck-Institut für Radioastronomie

nachricht Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie
23.05.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics