Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

500-Megapixel-Kamera holt Sterne vom Himmel

21.07.2009
Uni Bonn liefert hochpräzisen Kameraverschluss

Eine Forschergruppe an der Universität Bonn hat einen speziellen Kameraverschluss entwickelt. Der haustürgroße Shutter soll im nächsten Jahr in der weltgrößten Kamera für astronomische Zwecke zum Einsatz kommen.

Hightech-Komponenten wie diese sorgen dann bei einer Auflösung von 500 Megapixel für präzise Aufnahmen. Die technische Arbeitsgruppe vom Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) wird so einen gewichtigen Beitrag bei der Suche nach neuen Hinweisen für Dunkle Energie leisten. Durch Abfotografieren eines Großteils des Himmels sollen neue Himmelsobjekte und Galaxien entdeckt werden.

"Neben der schieren Größe unterscheidet sich dieser Kameraverschluss durch hohe Präzision und Lebensdauer von herkömmlichen Shuttern. Die Entwicklung des AIfA-Instituts ist für mehrere Millionen Belichtungsoperationen ausgelegt, während herkömmliche Varianten dieser Kamerakomponente nach einigen zehntausend Belichtungen an ihre Grenzen stoßen", sagt Klaus Reif, Leiter der technischen Arbeitsgruppe vom AIfA, gegenüber pressetext. Helligkeitsinformationen seien für Astronomen von zentraler Bedeutung. Daher komme es insbesondere auf die präzise Einhaltung der Belichtungszeit auf der gesamten Bildfläche an. Mittels spezieller Steuerungsmechanik und -software müsse eine absolut homogene Bewegung des Shutters gewährleistet werden.

Der Kameraverschluss regelt prinzipiell, wie viel Licht vom Objektiv auf die Bildebene, in diesem Fall auf die digitalen Bildsensoren, fällt. Der Verschluss besteht aus zwei Lamellen. Für die Belichtung wird die erste Lamelle zur Seite geschoben. Die zweite Lamelle überdeckt dann wieder die Aufnahmesensoren nach Verstreichen der Belichtungszeit. Da auf diese Weise ein beweglicher Schlitz entsteht, spricht man von einem Schlitzverschluss und nicht von einem Zentralverschluss. Da in der Astronomie die Helligkeit von Himmelskörpern den zentralen Anhaltspunkt für Wissenschafter darstellt, muss die Belichtungszeit für jeden einzelnen Pixel weniger als eine Tausendstelsekunde betragen. Zudem weist der "Bonn Shutter" in seiner Mitte eine 60 Zentimeter breite Öffnung für das mit 62 Sensoren bestückte Sensorfeld der Dark-Energy-Camera (Decam) auf.

Diese weltgrößte, speziell für astronomische Zwecke ausgelegte 500 Megapixel-Kamera wird gegenwärtig am National Fermi Acceleration Laboratory http://www.fnal.gov in den USA entwickelt. Damit sollen 500 Mio. Galaxien identifiziert und Supernovae, also explodierende Sterne, entdeckt werden können. Auch das Bonner Institut baut schon seit 20 Jahren astronomische Kameras und zählt seit etwa zehn Jahren international zu den ersten Adressen, wenn es um den Bau großformatiger Kameraverschlüsse hoher Präzision und Zuverlässigkeit geht.

Nikolaus Summer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.astro.uni-bonn.de/german/index.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau
17.11.2017 | Universität Ulm

nachricht Zwei verdächtigte Sterne unschuldig an mysteriösem Antiteilchen-Überschuss
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte