Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3D-Vermessung in Sekundenschnelle

08.01.2014
Gründungsteam „EnShape“ von der Universität Jena erhält EXIST-Gründerstipendium

Das Gründungsvorhaben „EnShape“ von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist mit einem EXIST-Gründerstipendium ausgezeichnet worden. Die Gründer Marcus Große, Bastian Harendt, Martin Schaffer und Simon Willeke werden damit ab dem 1. Januar 2014 für ein Jahr mit 106.000 Euro gefördert.


Bastian Harendt (l.) und Simon Willeke vom "EnShape"-Team der Universität Jena erstellen sekundenschnell ein virtuelles 3D-Modell einer Büste von Friedrich Schiller.

Foto: Jan-Peter-Kasper/FSU

Die Physiker und Informatiker haben in den letzten knapp fünf Jahren am Institut für Angewandte Optik an der Entwicklung und Konzeption neuartiger optischer 3D-Sensoren für die industrielle Formvermessung geforscht.

Durch den Zuspruch des EXIST-Gründerstipendiums soll nun in diesem Jahr die Ausgründung von EnShape vorbereitet werden. Dabei werden die vier Nachwuchsforscher von Prof. Dr. Joachim Denzler vom Lehrstuhl für Digitale Bildverarbeitung als Mentor unterstützt.

Hauptaugenmerk von EnShape ist die ultraschnelle 3D-Vermessung von Objekten mittels Stereophotogrammetrie und strukturierter Beleuchtung. „Wir haben ein Projektionskonzept entwickelt, dass eine sehr genaue optische dreidimensionale Vermessung in Bruchteilen einer Sekunde ermöglicht“, erklärt Martin Schaffer. „Damit sind wir bis zu 1.000 Mal schneller als die bisher gängige Messtechnik“, so der Physiker. Handelsübliche 3D-Sensoren können meist ein bis zwei Aufnahmen pro Sekunde erstellen, was einer Messrate von ungefähr 1 Hertz entspricht.

Das Konzept von EnShape verwendet hingegen einen neuentwickelten Projektor und zwei Kameras, die das zu vermessende Objekt aus unterschiedlichen Richtungen betrachten und daraus eine 3D-Ansicht erstellen. „Der Clou dabei sind die Projektionsmuster, die wir verwenden, um das Objekt zu beleuchten, und die etwa 1.000 Messungen pro Sekunde ermöglichen“, erläutert Martin Schaffer, der kurz vor dem Abschluss seiner Promotion steht.

Die vier Nachwuchsforscher von EnShape haben ihre innovative Technologie bereits patentieren lassen und in Projekten mit Industriepartnern getestet sowie Prototypen entsprechender 3D-Sensoren auf internationalen Messen erfolgreich präsentiert. Messgeräte zur ultraschnellen 3D-Vermessung werden zunehmend nachgefragt, etwa um eine Qualitätskontrolle der Form von Industrieprodukten zu beschleunigen. Ein weiteres, erst durch die neue Technologie mögliches Einsatzgebiet ist die dichte und hochgenaue Formvermessung von Crashtests oder Airbag-Explosionen, um die Deformations- bzw. Entfaltungsvorgänge dreidimensional zu visualisieren und Qualitätsaussagen über die verwendeten Komponenten oder Materialien zu treffen. In Zukunft möchte EnShape sein Angebot über diese zwei Anwendungsfelder hinaus erweitern, etwa um innovative Kalibrierlösungen und die dreidimensionale Vermessung von schwer zugänglichen Hohlräumen wie Bohrlöcher oder Spritzdüsen mittels miniaturisierter Sensoren.

Das EXIST-Gründerstipendium, ein Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums mit Kofinanzierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, unterstützt Gründerinnen und Gründer aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die ihre Gründungsidee in einen Businessplan umsetzen möchten. Bei der Idee sollte es sich um technologisch-innovative Gründungsvorhaben mit guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten handeln. In Form eines Stipendiums werden über einen Zeitraum von maximal einem Jahr der Lebensunterhalt sowie Sachausgaben und Gründer-Coachings gefördert. Neben der finanziellen Förderung stehen den Stipendiaten ein Mentor zur Seite sowie ein Arbeitsplatz im Gründerumfeld zur Verfügung.

Die Gründer von EnShape wurden bei der Beantragung der Fördermittel durch den Gründerservice der Universität Jena unterstützt. K1 – Der Gründerservice der Uni Jena bietet Studierenden, Wissenschaftlern und Alumni eine konsequente Unterstützung bei ihren Gründungsvorhaben – von der Konkretisierung der Geschäftsidee bis zur Gründung des eigenen Unternehmens. Im universitätseigenen Gründerzentrum können Unternehmer von morgen ihrer Kreativität freien Lauf lassen, ihre Ideen weiterentwickeln, potenzielle Kooperationspartner finden oder Kontakt zu möglichen Investoren aufbauen.

Kontakt:
Martin Schaffer
Institut für Angewandte Optik der Universität Jena
Fröbelstieg 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947671
E-Mail: martin.schaffer[at]uni-jena.de
Marco Rösler
K1 – Der Gründerservice der Universität Jena
Kahlaische Straße 1, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 931065
E-Mail: marco.roesler[at]uni-jena.de

Claudia Hilbert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Erforschung von Elementarteilchen in Materialien
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie

nachricht Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau