Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3D-Spektrograph MUSE nimmt Beobachtung auf

05.03.2014

Der „Multi Unit Spectroscopic Explorer" (MUSE) hat in Chile seinen Beobachtungsbetrieb aufgenommen. Der 3D-Spektrograph der Europäischen Südsternwarte (ESO) wird zukünftig die entferntesten Galaxien aufspüren und die Zusammensetzung benachbarter Sterneninseln untersuchen. MUSE ist der bisher leistungsfähigste optische Spektrograph für die Astrophysik. Mit nur einer Himmelsaufnahme kann MUSE gleichzeitig über 90.000 Spektren von astronomischen Objekten registrieren. Nach knapp zehnjähriger Planungs- und Bauzeit wurde der High-Tech-Spektrograph jetzt am „Very Large Telescope" in der chilenischen Atacamawüste montiert.

„MUSE dient der Untersuchung der Kinderstube von Galaxien ähnlich unserer Milchstraße, die wir aufgrund der endlichen Lichtgeschwindigkeit in einer Entwicklungsphase beobachten als das Universum noch sehr jung war", erläutert Lutz Wisotzki, Projektwissenschaftler für MUSE am AIP. „Es ist die Kombination von detaillierten Bildaufnahmen und Spektren über einen großen Bereich und mit hoher Empfindlichkeit, die MUSE so einzigartig macht."


MUSE am VLT.

AIP

Das Instrument wurde von einem europäischen Konsortium unter Leitung des Observatoire de Lyon gebaut, einschließlich der Beteiligung von zwei deutschen Partnern: dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) und dem Institut für Astrophysik der Universität Göttingen (IAG).

„Der erste Einsatz von MUSE hat unsere Erwartungen übertroffen”, sagt Andreas Kelz, der lokale Projektmanager in Potsdam. „Die Beobachtungen von Galaxien oder dem Orionnebel belegen die exzellente Qualität von MUSE. Wir sehen großes Potential für neue astronomische Entdeckungen, insbesondere von weit entfernten Galaxien oder von supermassereichen schwarzen Löchern in deren Zentren." 

Nachdem das Instrument in Europa gebaut und getestet wurde, erfolgte der Transport an das ESO-Observatorium nach Chile und der spektakuläre Einbau des acht Tonnen schweren Instruments am Teleskop. Dem Instrument steht nun ein umfangreiches Testprogramm bevor, bis es dann im Herbst 2014 den regulären Beobachtungsbetrieb aufnehmen wird.

„Die neuen Beobachtungsmöglichkeiten mit MUSE für die extragalaktische Astrophysik sind fantastisch und das Ergebnis der exzellenten Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Ingenieuren des europäischen MUSE-Teams.", so Matthias Steinmetz, wissenschaftlicher Vorstand des AIP.

Das AIP entwickelte die Datenreduktions-Software und die Kalibriereinheit für MUSE, das IAG baute die Instrumentenstruktur und einen Teil der komplexen Optik für die 24 parallelen Kanäle des Instruments. AIP und IAG werden durch die Verbundforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt.

Wissenschaftliche Kontakte:
Dr. Andreas Kelz, akelz@aip.de, 0331-7499-640
Prof. Dr. Lutz Wisotzki, lwisotzki@aip.de

Pressekontakt:
Kerstin Mork, presse@aip.de, 0331-7499-469

MUSE ist ein Projekt von sieben führenden europäischen Foschungseinrichtungen,
• geleitet vom Centre de Recherche Astrophysique de Lyon (CRAL, Frankreich),
• dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP, Deutschland),
• dem Institut für Astrophysik der Universität Göttingen (IAG, Deutschland),
• dem Institut de Recherche en Astrophysique et Planétologie (IRAP, Frankreich),
• der Sternwarte Leiden und der Niederländischen Forschungsakademie für Astronomie (NOVA, Niederlande),
• dem Institut für Astronomie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH, Schweiz) und
• der Europäischen Südsternwarte (ESO).

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Weitere Informationen:

http://www.aip.de/de/forschung/research-area-drt/development-of-research-technol... MUSE Website AIP
http://www.eso.org/public/germany/ ESO Pressemeldung


Kerstin Mork | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt
22.05.2017 | Universität Basel

nachricht Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert
22.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie