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Zukunft Biotechnologie

02.10.2008
Wissenschaftler der Universität Jena präsentieren Forschungsergebnisse auf der "Biotechnica"

Die Bindung von Wirkstoffen an Blutproteine beeinflusst deren Verteilung und Ausscheidung im bzw. aus dem Körper. Der Nachweis der Bindungseigenschaften ist daher eine zentrale Größe bei der Zulassung eines Wirkstoffs als Medikament. Bisher war dieser Nachweis sehr zeitaufwendig und kaum zu automatisieren.

Scienova Labinstruments, ein innovatives Gründungsprojekt vom Institut für Biochemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, hat speziell für diesen Test eine völlig neuartige Form von Laborverbrauchsmaterial entwickelt. Durch die Verwendung des sogenannten "High-throughput Equilibrium Dialyzer" können die Analysezeiten um das bis zu 12fache reduziert werden und der Nachweis erstmals automatisiert im Hochdurchsatz durchgeführt werden. Hinter Scienova Labinstruments stehen als Gründerteam der Biochemiker Dr. Stefan Kreusch und der Diplomkaufmann Robert Fleischhauer. Beide werden auf der Biotechnica, Europas größter Biotechnologie-Messe, vom 07.-09. Oktober in Hannover ihre innovativen Produkte der Öffentlichkeit vorstellen. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist mit vier Ausstellern am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" in Halle 9, Stand F12 vertreten.

Eine zellspezifische siRNA stellt das Gründungsprojekt "Intelligente siRNA" unter der Leitung von Dr. Tobias Pöhlmann vor. Dass mittels siRNA Molekülen die Expression von Genen reduziert werden kann, ist in der Wissenschaft und bei pharmazeutischen Unternehmen hinreichend bekannt. Bis jetzt war es jedoch nicht möglich, in spezifischen Zellen zielgenau eine RNAi mit diesem Mechanismus zu erzeugen. Die neu entwickelte "Intelligente siRNA" verspricht eine ausschließlich zielzellspezifische Wirkung.

Die Eigenschaften von Mehrfachzucker zu Nutze machen, darum geht es dem Kompetenzzentrum Polysaccharidforschung der Universität Jena, das gleich drei neue Entwicklungen vorstellt. So wurde auf der Basis von Stärke ein Blutersatz-Material hergestellt, welches im Körper abgebaut werden kann. Die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Heinze und Dr. Tim Liebert präsentieren außerdem einen oberflächenaktiven Stoff, der beispielsweise in der Analyse von biologischen Stoffgemischen einsetzbar ist. Eine weitere Entwicklung stellt ein neues schmelzbares Material dar, mit dem sich in einfacher Weise Implantate beschichten lassen, die vom Körper besser angenommen werden.

Neue Forschungsergebnisse stellt auch PD Dr. Udo Markert im Bereich Fertilitäts- und Schwangerschaftsforschung des Plazenta-Labors der Abteilung für Geburtshilfe des Universitätsklinikums Jena vor. Hierzu zählen Ergebnisse aus der Grundlagenforschung ebenso wie Resultate bei der Suche nach Marker-Substanzen, die im mütterlichen Blut frühzeitig auf Erkrankungen hinweisen und Methoden, die die künstliche Befruchtung verbessern sollen. Des Weiteren wird die "Placenta-Perfusion" vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine Technik, mit der nach der Geburt an Placenten getestet werden kann, welche Substanzen von der Mutter auf das Kind übertragen werden können und wie diese Übertragung beeinflusst werden kann.

Kontakt:
Eva Dietzel
Servicezentrum Forschung und Transfer der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel: 03641/ 931077
E-Mail: e.dietzel[at]uni-jena.de

Katrin Czerwinka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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