Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaft überzeugt Wirtschaft

08.10.2009
BIOTECHNICA 2009, 6. bis 8. Oktober
Medizin und Diagnostik - große Anwendungsfelder für die Biotechnologie
Neue Ansätze aus technischen und industriellen Anwendungen
Vom 6. bis 8. Oktober zeigte die Wissenschaft auf der BIOTECHNICA 2009 viel versprechende biotechnologische Neuheiten, die für Anwendungen in der Wirtschaft bestimmt sind. Medizin und Diagnostik gelten ökonomisch betrachtet als wichtigste Anwendungsge­biete der Biotechnologie. Zahlreiche Innovationen auf der diesjährigen europäischen Leitmesse für Biotechnologie und Life Sciences spiegeln diesen Kurs wider.

Biotechnologie in Medizin und Diagnostik

Das EZN Erfinderzentrum in Niedersachsen stellte antivirale Substanzen, mit dem Ziel vor, HIV zu behandeln. Eine der größten medizinischen Herausforderungen für die pharmazeutische Industrie ist die Entwicklung derartiger neuer antibakterieller und antiviraler Substanzen. Für die Behandlung von HIV hat die Technische Universität Braunschweig zudem neuartige chemische Wirkstoffe entwickelt. Diese wurden zum Patent angemeldet und befinden sich kurz vor der klinischen Erprobung.

Ein Antibiotikum gegen Leishmania präsentierte ebenfalls das EZN Erfin­derzentrum Niedersachsen. Durch intrazelluläre Parasiten werden Leishmania übertragen, die Krankheiten der inneren Organe wie Milz, Leber oder Darm auslösen und unbehandelt zum Tode führen können. Bis auf Australien sind Leishmanien auf der ganzen Welt verbreitet und gelten als Auslöser vieler Tierseuchen. Die World Health Organization geht davon aus, dass weltweit etwa zwölf Millionen Menschen mit den Erregern infi­ziert sind und jährlich etwa zwei Millionen Neuerkrankungen hinzukom­men.

Anwendungen der kombinatorischen Biochemie für das Wirkstoff-Scree­ning wurden am Stand der Technischen Universität Dresden groß geschrieben. Neue medizinische Wirkstoffe lassen sich durch diese Technik in großer Zahl herstellen und auf ihre Wirksamkeit hin untersuchen. Dazu werden Wirkstoffmoleküle gezielt an verschiedenen Positionen variiert. Die resultierenden neuen Wirkstoffe können dann auf ihre Wirksamkeit getes­tet werden, um den effektivsten zu identifizieren.

Über die Hauptanwendungsgebiete Medizin und Diagnostik hinaus bot die BIOTECHNICA 2009 reichlich Innovatives auf weiteren biotechnologisch relevanten Feldern.

Technische und industrielle Anwendungen

Im Bereich der Entwicklung und Optimierung technischer und industrieller Anwendungen der Biotechnologie wurde eine Vielzahl neuer Ansätze auf der BIOTECHNICA präsentiert. Diese beinhalten die Herstellung neuartiger Biopolymere aus gießfähigem Flüssigholz. Als besonderes Beispiel sei der Cluster Biopolymere der BMBF BioIndustrie 2021 Initiative erwähnt. Dabei wurde ein neues völlig biologisch beziehungsweise biotechnologisches Nylon entwickelt, das von dem Unternehmen Fischer aus Waldachtal für Dübel und Bosch in Gerlingen-Schillerhöhe für Motorlüfter eingesetzt wird. Letzteres Produkt verwendet Daimler, Stuttgart, zum Einbau in seine Fahr­zeuge.

Das Unternehmen Subitec aus Stuttgart zeigte Plattenphotobioreaktoren für die Mikroalgenkultivierung. Diese kann beispielsweise zur Fixierung von Kohlendioxid in Biomasse eingesetzt werden und so einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausproblematik liefern. Ebenso können gezielt Inhaltsstoffe produziert und die Algen selbst als kosmetisches Produkt oder Nahrungsmittel eingesetzt werden.

Sartorius Stedim Biotech aus Göttingen zeigte, dass die Produktionstechni­ken für Pharmawirkstoffe und andere Substanzen in eine neue Ära gehen. Das Unternehmen setzt auf vorab sterilisierte Einwegmaterialien in allen Prozessschritten. Das bedeutet einen wesentlichen Fortschritt in der patientensicheren Herstellung und reduziert Produktionskosten maßgeblich.

Als herausragender Gast der BIOTECHNICA wurde Kary Mullis, Erfinder der Polymerase-Kettenreaktion (PCR), einer Methode zur Vervielfältigung von DNA-Abschnitten, begrüßt. Er erhielt 1993 den Nobelpreis für Chemie für seine Entwicklung der PCR. Diese Technik ist vielfältig weiterentwickelt worden. Einerseits hielt sie Einzug in praktisch alle Anwendungsfelder der Biotechnologie (Medizin, Nahrungsmittel, Landwirtschaft, Umwelt und chemische Industrie), andererseits wurde die Technik bezüglich ihrer Emp­findlichkeit, Quantifizierbarkeit, Schnelligkeit und parallelen Massenan­wendung enorm weiterentwickelt.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel präsentierte das finnische Unternehmen Finnzymes, Espoo, das eine schnelle direkte PCR-Methode zum Nachweis von Viren in Blut beziehungsweise Nasen- oder Lungenschleim vorstellte. Eine andere Weiterentwicklung der PCR-Anwendung, die Roche Diagnostics aus Grenzach-Wyhlen präsentierte, ist die Möglichkeit der Massenuntersuchung bei Pandemien. Mit neuen Systemen können 1 536 Analysen gleichzeitig durchgeführt werden.

BIOTECHNICA - Globale Messemarke

Neben ihrer Erweiterung zum wichtigsten Branchentreff in Europa setzt die BIOTECHNICA auch in den anderen großen Biotech-Regionen der Welt Akzente. Vom 20. bis 22. April 2010 geht es weiter mit der BIOTECHNICA AMERICA in New York. Die vierte BIOTECH CHINA findet vom 2. bis 4. Juni 2010 wieder in Shanghai statt. Die nächste BIOTECHNICA in Hannover öffnet vom 5. bis 7. Oktober 2010 ihre Tore.

Katharina Siebert | Deutsche Messe
Weitere Informationen:
http://www.messe.de
http://www.biotechnica.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Weltneuheit im Live-Chat erleben
25.05.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt
24.05.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics