Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Fernseh-Wegschauer zum Zuschauer

10.03.2014

Wissenschaftler der HTWK Leipzig präsentieren neuartige technische Lösung für HbbTV auf der CeBIT 2014

Wissenschaftler der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) präsentieren auf der Messe CeBIT 2014 in Hannover (10.-14.03.2014) erstmals ein neuartiges technisches Verfahren, mit dem das Verschmelzen von Internet und traditionellem Fernsehen weiter vorangetrieben wird:


Hybrid TV bietet völlig neue Möglichkeiten für Interaktion und neuen Content. Mit dem präsentierten neuen Verfahren können Fernseh- und Internetinhalte erstmals völlig synchron empfangen werden.

René Welz/HTWK Leipzig. Das Foto darf ausschließlich im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung unter Nennung des Rechteinhabers honorarfrei verwendet werden.

Fernseh- und Internetinhalte können so erstmals völlig synchron empfangen werden – eine Chance für das lineare Fernsehen, gegenüber den Anbietern von individualisierten Online-Inhalten wieder Marktanteile aufzuholen. Besonders Live-Events könnten so mit passgenauen Zusatzinformationen für Zuschauer interessanter gemacht werden. Das Verfahren ist bereits zum Patent angemeldet, eine Firmenausgründung wird vorbereitet.

"Fernsehen als reine Einbahnstraßenkommunikation ist im Zeitalter von Internet und Social Media-Kanälen fast ein Anachronismus geworden. Das lineare Fernsehen verliert gegenüber den qualitativ hochwertigen, individualisierten Online-Inhalten großer Anbieter wie Google mit Youtube, Apple, Amazon, oder Netflix schon seit Jahren dramatisch an Boden", erklärt Prof. Uwe Kulisch, Leiter des Forschungsprojekts "casual.tv" an der HTWK Leipzig, das auf der CeBIT 2014 seine bisherigen Ergebnisse erstmals vorstellt.

"Längst werden Smartphones oder Tablets als 'Second Screen', also zweiter Bildschirm neben dem Fernseher, genutzt. In unserem Projekt haben wir ein Verfahren entwickelt, um den Zuschauer – oder besser: den Wegschauer vom Fernsehen – mithilfe des Second Screens wieder zum Zuschauen zu bringen. Unser Verfahren eröffnet ganz neue Möglichkeiten für speziell zugeschnittenen Content."

Grundlage des neu entwickelten Verfahrens ist der technische Standard HbbTV ("Hybrid broadcast broadband TV"), der zusätzlich zum Fernsehbild die Übertragung weiterer Informationen ermöglicht; Hybrid TV ist damit eine Art Nachfolger des Videotextes und seit ca. 2011 allgemein gebräuchlich.

"Hybrid TV wird bisher hauptsächlich für Mediatheken genutzt, aber damit wird nur ein Bruchteil der Möglichkeiten ausgeschöpft. Interaktive Zusatzangebote zum Liveprogramm sucht man meist vergebens. Der Grund: die Synchronisation zwischen langsamem Fernsehbild und schnellem Internet funktionierte nicht. Unser neues System ermöglicht jedoch die Synchronisation – und damit werden völlig neue Interaktionsangebote für den Zuschauer oder auch neue Werbeformen möglich:

Per Smartphone oder Tablet kann man dann etwa während eines Fußballspiels die Ballkontakte, Fehlpässe oder den Pulsschlag der Spieler vergleichen, das Fahrzeug aus der Werbung auch in der Lieblingsfarbe ansehen oder eine Probefahrt beim nächsten Händler vereinbaren – und vieles andere mehr. Hier liegt der Schlüssel zur Zukunft des Fernsehens", erklärt René Welz, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "casual.tv".

Das im Projekt "casual.tv" entwickelte Verfahren berechnet die jeweils aktuellen Latenzzeiten (Verzögerungen) des Fernsehens, die je nach Gebiet und je nach Verbreitungsweg (Satellit, Antenne, Kabel) variieren und mehrere Sekunden betragen können, und korrigiert die Darstellung der via Internet gesendeten Hybrid-TV-Informationen um genau diese Latenzzeit. Dadurch wird es möglich, die schnelleren Informationen des Hybrid TV jeweils passgenau und nicht zu früh zu senden.

Das Projekt "casual.tv" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des FHprofUnt-Programms vom 01.09.2013 – 31.08.2016 gefördert und erforscht auch die neuen Möglichkeiten, die HbbTV bietet. Mehr Infos: http://www.casualtv.de sowie auf der CeBIT-Seite http://www.cebit.de/produkt/casual.tv/433051/M873669.

Sie finden die HTWK Leipzig während der CeBIT in Hannover (10.-14.03.2014) am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" der Hochschulen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Halle 9, Stand B18.

Fotos:
Download der Fotos in Druckauflösung unter: http://www.htwk-leipzig.de/fileadmin/prorektorw/news/2014/fotos_casual_tv.zip

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Uwe Kulisch, Telefon: +49 341 3076-5428, E-Mail: uwe.kulisch@htwk-leipzig.de

M.Sc. René Welz (Projektmitarbeiter), Telefon: +49 341 3076-2380, E-Mail: rene.welz@htwk-leipzig.de

Pressekontakt:
Stephan Thomas, Forschungskommunikation, HTWK Leipzig, Tel.: +49 (0) 341 3076-6385, E-Mail: stephan.thomas@htwk-leipzig.de

Weitere Informationen:

http://www.htwk-leipzig.de/de/hochschule/aktuelles/nachrichten/nachrichten-detai...

Stephan Thomas | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: CeBIT HTWK Internet Synchronisation TV Technik Wirtschaft Zukunft Zusatzangebote

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Laser World of Photonics 2017: Abhörsicher kommunizieren mit verschränkten Photonen
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht EMO 2017: Smarte Lösungen für Produktionsoptimierung und Sägetechnologie
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften