Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UDE auf der Medica: OP-Instrumente präzise navigieren

31.10.2012
Operieren ist immer noch Handarbeit. Allerdings sind für den Arzt Computer und Roboter mittlerweile wichtige Assistenten.

Intelligente Systeme helfen ihm, Instrumente genauestens zu führen, selbst in Bereiche, die er mit bloßem Auge nicht sieht. Die Ingenieure Christian Lange und Dr. Reinhard Viga von der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben hierfür das neue optische Lokalisierungs-System LoMaR entwickelt. Sie stellen es auf der Medica vor (14.-17.11.).

LoMaR arbeitet nicht wie herkömmliche Lösungen mit Kameras, sondern es projiziert zufällige Lichtmuster auf Gegenstände, z.B. Operationsbesteck, an denen kleine flache Detektorplättchen angebracht sind. Der Vorteil für den Operateur: LoMaR ist viel kleiner, mobil einsetzbar und unempfindlicher gegen Fremdlicht. Außerdem lassen sich die Bewegungen in Echtzeit überwachen.

„Unser System ist zum Beispiel für neurologische und HNO-Operationen interessant, bei denen die Instrumente sehr klein sind und der Arzt besonders gefordert ist, weil er den Ort des Eingriffs nur am Computer sieht“, erklärt Viga. Er arbeitet am Fachgebiet für Elektronische Bauelemente und Schaltungen und forscht vor allem in den Bereichen Automotive und Medizintechnik, also auch zur Mensch-Maschine-Interaktion.

Am Beispiel eines Eingriffs durch die Nase demonstrieren die UDE-Ingenieure auf der Medica, wie LoMaR funktioniert. Der optische Detektor, der so groß ist wie ein 1-Cent-Stück, ist am OP-Besteck fixiert – in diesem Fall eine Zange mit Scherengriffen. „Der Operateur kann sich MRT- oder CT-Aufnahmen von dem Bereich, in dem er operieren will, als Standbild am Monitor anzeigen lassen. Auf einem dynamischen Bild sieht er hingegen, wo sich die Zange gerade befindet, wo sie hin muss und an welcher Stelle andere Instrumente liegen. Das geschieht durch lichtempfindliche Dioden, aus denen die Detektorplättchen bestehen: Sie nehmen die Lichtsignale auf, ein Computer wertet sie mit komplexen mathematischen Verfahren aus und liefert dem Arzt dreidimensionale Lageinformationen“, so Christian Lange.

Lokalisierung und Lageerkennung schafft das kamerafreie Verfahren ohne wahrnehmbare zeitliche Verzögerung. Das erleichtert dem Operateur seine filigrane Arbeit erheblich. Auch kann er sich über Lichtzeiger durch die Operationsschritte leiten lassen. LoMaR lässt sich künftig auch in ein Handgerät integrieren und ist dadurch sehr flexibel einsetzbar.

Weitere Informationen:
Dr. Reinhard Viga, Tel. 0203/379-2820, reinhard.viga@uni-due.de

Ulrike Bohnsack | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

Weitere Berichte zu: Detektorplättchen MEDICA OP-Instrumente UDE Zange

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht SYSTEMS INTEGRATION 2018 in der Schweiz thematisiert Bausteine für die industrielle Digitalisierung
20.11.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht IHP präsentiert sich auf der productronica 2017
17.11.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung