Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TUM präsentiert ihr Fahrzeugkonzept für die Elektromobilität: MUTE, der effiziente City-Flitzer

12.09.2011
Mit dem Elektrofahrzeug MUTE präsentiert die TU München (TUM) das erste für die Allgemeinheit sichtbare Ergebnis aus ihrer Forschungsprogrammatik TUM Energy: Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt zeigt MUTE („der Leise“) die Antwort der TUM auf die kommenden Herausforderungen der individuellen Mobilität.

MUTE ist ein rein elektrisch betriebenes, energieeffizientes Fahrzeug, das alle Anforderungen an ein vollwertiges Auto erfüllt. Mit MUTE zeigen die 20 am Projekt beteiligten Lehrstühle eine Strategie auf, wie ein massentaugliches Elektrofahrzeug in seinen Gesamtkosten sogar so günstig sein kann wie ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.


Auf der IAA in Frankfurt stellt die TU München ihr Elektrofahrzeug MUTE vor
Bild: Florian Lehmann

Mit MUTE haben die Forscher der TU München einen agilen, sportlichen Zweisitzer für den Straßen-Regionalverkehr geschaffen. Er bietet Platz für zwei Personen und Gepäck. Der für die Zulassung in der Klasse L7E auf 15 kW abgeregelte Elektromotor beschleunigt das leichte Fahrzeug auf 120 km/h. Sein Lithium-Ionen-Akku ist auf eine garantierte Mindestreichweite von 100 Kilometern ausgelegt. Bei Bedarf dient eine Zink-Luft-Batterie als sogenannter Range-Extender zur Ausdehnung der Reichweite, eine Art „Reserve“-Batterie. Sein sportliches Fahrwerk und das aktive „Torque Vectoring“-Differenzial sorgen für hohe Kurvenstabilität und ausgezeichnete Fahrleistungen.

Das Design von MUTE vermittelt ein sportliches, selbstbewusstes Erscheinungsbild. Die Ausstattung erfüllt alle wesentlichen Anforderungen an ein modernes Fahrzeug. Ein Sicherheitspaket aus elektronischem Stabilitätsprogramm (ESP), stabiler Fahrgastzelle und Crash-Elementen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff verleiht dem Fahrzeug einen hohen Sicherheitsstandard. Auch im Hinblick auf Ergonomie und Komfort stellt das MUTE-Konzept alle bisherigen Entwicklungen in der Zulassungsklasse L7E in den Schatten.

Entscheidend für die hohe Effizienz des MUTE ist sein geringes Gewicht. Ein stabiler Rahmen aus Aluminium und eine Karosserie aus kohlefaserverstärktem Kunststoff reduzieren das Leergewicht einschließlich der Batterien auf nur 500 Kilogramm. „Für ein Elektrofahrzeug ist ein geringes Gewicht essentiell“, sagt der TUM-Fahrzeugingenieur Prof. Markus Lienkamp. „Mehr Gewicht erfordert mehr Akkuleistung für die gleiche Reichweite und verursacht damit höhere Kosten. Mehr Gewicht heißt auch weniger Dynamik bei gleicher Leistung. Wir wollen aber ein Auto, das bezahlbar ist und Spaß macht beim Fahren.“

Einen weiteren Beitrag zur Effizienz leistet das aktive „Torque Vectoring“-Differenzial: Eine kleine Elektromaschine im Differenzial, die sowohl als Elektromotor als auch als Generator betrieben werden kann, verteilt die Kraft ideal auf die beiden Hinterräder. Insbesondere beim Bremsen in Kurven kann auf diese Weise doppelt so viel Energie zurück gewonnen werden wie ohne Torque Vectoring. Gleichzeitig wird das Auto durch die günstige Verteilung der Antriebs- und Bremskräfte sehr viel agiler und sicherer.

MUTE ist ein komplett neu entwickeltes Fahrzeug. Jedes Teil ist auf drei Zielgrößen optimiert: Effizienz, niedrige Gesamtkosten und Sicherheit. In umfangreichen Vorstudien wurde ermittelt, wie der Mobilitätsbedarf zukünftig aussieht, welche Kundenanforderungen kaufentscheidend sind und wie diese kostengünstig und gewichtsparend erfüllt werden können. So wurden unter anderem alle tertiären Bedienungselemente (zum Beispiel Navigation, Infotainment) auf einem zentralen Touchpad zusammengefasst. Zusätzlich kann der Touchpad-Rechner als mobile Empfangsstation für serverbasierte Mehrwert-Dienste dienen. Jederzeit kann der Besitzer so per Smartphone den aktuellen Ladezustand abfragen. Während der Fahrt kann so, abhängig von der aktuellen Verkehrslage, nicht nur die kürzeste oder schnellste, sondern auch die energieeffizienteste Route berechnet werden.

Entwickelt haben das Konzept MUTE mehr als 200 Mitarbeiter und Studierende von 20 Lehrstühlen der TU München, die im Wissenschaftszentrum Elektromobilität von TUM Energy zusammengeschlossen sind. Das Energy-Netzwerk bündelt die in mehr als 100 Lehrstühlen an acht Fakultäten vorhandenen, langjährigen Forschungsaktivitäten zu Themen der Elektromobilität zu einem Kompetenzzentrum mit internationaler Strahlkraft. Es stellt Versuchsinfrastruktur, zentrale Prüfstände und Möglichkeiten zum Aufbau gemeinsamer Prototypen zur Verfügung und ist Andockstelle für nationale und internationale Kooperationen mit Forschungsstellen in Industrie und Wissenschaft.

Der Aufbau des MUTE-Prototypen wurde aus hochschuleigenen Mitteln und durch die Bayerischen Forschungsstiftung (BFS) finanziert; Projektpartner sind die Firmen C-CON, Gerg RPT und IAV. Der Fahrzeugaufbau wurde von der Firma R&R KFZ durchgeführt. Das geistige Eigentum am Gesamtkonzept liegt bei der TUM. Insgesamt wird das Projekt von mehr als 30 Industriepartnern unterstützt.

MUTE ist gleichzeitig der öffentliche Start der MUNICH SCHOOL OF ENGINEERING, die sich in der Forschung fokussiert dem Zukunftsthema „Energy – Green Technologies“ widmet und besonders qualifizierte Ingenieursstudierende forschungsnah und interdisziplinär ausbildet.

Terminhinweis Pressekonferenz:

Am 13. September 2011 um 15.15 Uhr präsentiert die TUM das Projekt MUTE in Halle 4 auf dem Stand C 23 im Rahmen einer Pressekonferenz.

Teilnehmer:
Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München
Albert Berger, Kanzler der TU München
Prof. Markus Lienkamp, Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik, TU München
Prof. Markus Lienkamp steht an beiden Pressetagen als Ansprechpartner zur Verfügung.
Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Markus Lienkamp
Technische Universität München
Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik
Boltzmannstr. 15, 85748 Garching
Tel.: 089 289 15345 – Fax : 089 289 15357
E-Mail: ftm@ftm.mw.tum.de

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fahrzeugtechnik-muenchen.de/
http://www.mute-automobile.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"
24.05.2017 | Universität Ulm

nachricht Neue Prozesstechnik ermöglicht Produktivitätssteigerung mit dem Laser
18.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten