Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Syngo DynaCT Cardiac von Siemens: 3D-Bilder für die Kardiovaskuläre Bildgebung

28.08.2009
Auf dem ESC-(European Society of Cardiology) Kongress 2009 demonstriert Siemens ein neues kardiologisches Einsatzfeld für die Bildgebungsapplikation Syngo DynaCT Cardiac.

Beim transfemoralen Aortenklappenersatz wird ein Katheter über die Oberschenkelarterie bis zur Aortenklappe vorgeschoben, um eine Klappenprothese einzusetzen. Um diese Ersatzklappe exakt zu positionieren, muss der Kardiologe die individuelle Anatomie des Patienten sehr genau kennen.

Hier hilft Syngo DynaCT Cardiac: Es erzeugt während des Eingriffs CT-ähnliche Schnittbilder an einem angiographischen C-Bogen-System und rekonstruiert eine 3D-Darstellung der Aortenwurzel. Diese 3D-Bilder lassen sich mit Fluoro-Aufnahmen aus der Live-Durchleuchtung überlagern und dienen dem Untersucher quasi als dreidimensionale Landkarte. Damit kann der Kardiologe schneller und einfacher als bisher den Katheter navigieren und muss sich nicht auf klinische Bilder verlassen, die beispielsweise am Vortag mit einem Computertomographen gemacht wurden.

Weltweit erhalten die meisten Patienten eine Aortenklappenprothese durch eine Operation am offenen Herzen. Der häufigste Grund für diesen Eingriff ist die Verengung der Klappe, die sogenannte Aortenklappenstenose, die vor allem bei älteren Menschen auftritt. Die Klappe verliert im Laufe der Zeit an Elastizität und öffnet sich nicht mehr vollständig. Dadurch vermindert sich der Blutfluss und die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Bei der üblichen Operation wird das Brustbein geöffnet. Das Herz muss vorübergehend still gestellt und seine Funktion durch die Herz-Lungen-Maschine ersetzt werden. Vor allem für alte und schwer kranke Patienten mit Begleiterkrankungen wie Herzschwäche, Nierenschwäche und Diabetes ist so ein Eingriff riskant.

In jüngster Zeit werden neue Verfahren praktiziert, bei denen man Herzklappenprothesen nicht mit der üblichen offenen Operation, sondern mittels eines Katheters ins Herz einbringt. Dabei handelt es sich um einen Eingriff, der von Kardiologen und Herzchirurgen oft gemeinsam vorgenommen wird. Über einen kleinen Schnitt in die Leistenarterie wird zunächst ein spezieller Ballonkatheter zum Herzen vorgeführt, der die verengte Aortenklappe vordehnt. Dann wird eine zusammengefaltete Herzklappe ebenfalls über einen Ballonkatheter in die Klappenebene vorgeschoben, dort entfaltet und mittels eines so genannten „Stents“ im umliegenden Gewebe verankert.

Bei solchen komplexen Transkathetertechniken werden angiographische Hochleistungsgeräte wie die aus der Artis-zee/-Familie von Siemens verwendet, die bestmögliche Bildgebung auch in ein voll steriles Operationsumfeld bringen. Damit können die Ärzte den minimalinvasiven Eingriff über Röntgenbildschirme direkt verfolgen und außerdem die Funktion der Klappenprothese unmittelbar überprüfen, was dem Patienten postoperative Maßnahmen ersparen kann.

Vor diesen Eingriffen ist es unabdingbar, dass sich der Kardiologe ein umfassendes Bild vom Herzen und von den Gefäßen macht. Bisher waren dazu in der Regel Aufnahmen im Computer- oder Magnetresonanztomographen notwendig, was zusätzliche Kosten verursacht. Deshalb hat Siemens schon im Jahre 2004 als erstes Unternehmen der Medizinbranche eine Applikation entwickelt, die CT-ähnliche 3D-Bilder direkt mit einem Angiographiesystem erzeugen kann: Syngo DynaCT. Die Applikation ist kontinuierlich weiterentwickelt worden und ermöglicht heute, die Vorteile der dreidimensionalen CT-Bildgebung und der Live-Röntgenbilddarstellung am schlagenden Herzen in einer Untersuchung und in einem Gerät zu vereinen. Im Prinzip wird die CT-ähnliche Herzbildgebung erzeugt, indem sich der C-Bogen in hoher Geschwindigkeit um den Patienten dreht. Dabei werden insgesamt mehrere hundert Bilder aufgenommen und als 3D-Volumen rekonstruiert. Wird die Aufnahme über das Patienten-EKG getriggert, lassen sich zur Darstellung des schlagenden Herzens sogar zeitabhängige 3D-Volumen erzeugen. Das 3D-Bild steht in weniger als einer Minute vollständig zur Verfügung. Die anatomischen Struktursegmente werden mit dem Live-Röntgenbild überlagert. So kann der Arzt mit dem Katheter ohne Kontrastmittelgabe schnell und zielsicher navigieren.

Der Siemens Healthcare Sector ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik ist Siemens Healthcare das erste integrierte Gesundheitsunternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Zusätzlich ist Siemens Healthcare der Weltmarktführer bei innovativen Hörgeräten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2008 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 11,17 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 11,78 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,23 Mrd. €.

Marion Bludszuweit | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI mit neuesten VR-Technologien auf der NAB in Las Vegas
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Fraunhofer IDMT auf der Prolight + Sound 2017: Objektbasierte Tonmischung wird noch einfacher!
03.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen

25.04.2017 | HANNOVER MESSE

RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Kräftiger Anstieg setzt sich fort

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen

Pharmacoscopy: Mikroskopie der nächsten Generation

25.04.2017 | Medizintechnik