Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

SURFTRAP: Innovatives Verfahren zur Wasseraufbereitung kontaminierter Grund- und Oberflächenwässer

29.01.2013
Ein innovatives Verfahren zur Wasseraufbereitung wird vom 29. bis 31. Januar auf der TerraTec in Leipzig präsentiert.

Das Verfahren, das im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms GEOTECHNOLOGIEN durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, filtert vor allem Arsenrückstände des Bergbaus aus Grund- und Trinkwasserleitern.

Für Agatha Christie war Arsen eine der beliebtesten Zutaten für Ihre Krimis – im Trinkwasser ist das gesundheitsgefährdende und in hohen Dosierungen giftige Arsen aber deutlich weniger gern gesehen. Da sich in vor allem in vielen Bergbauregionen der Erde stark erhöhte Arsenkonzentrationen messen lassen, ist die Filtration des Trink- und Grundwassers dringend erforderlich.

Bei der Gewinnung und Verarbeitung von mineralischen Rohstoffen entstehen stets Rückstände und Abfallprodukte, welche die Qualität der Gewässer im Umfeld der Industrieanlagen gefährden. So finden sich zum Beispiel dort, wo Bergleute Uran, Blei, Kupfer, Zink oder Silber aus dem Gestein schürften auch heute noch Grund- und Stollenwässer, die mit Schwermetallen und Arsen verunreinigt sind. Das Forschungsprojekt SURFTRAP hat die Arsenfiltration nun einen großen Schritt voran gebracht.

Das bislang am häufigsten genutzte Aufbereitungsverfahren für kontaminierte Wässer besteht in einer Dosierung von sogenanntem Eisen(III)chlorid. Dieses ist jedoch zunächst aufwändig synthetisch herzustellen und kann nur in technologisch anspruchsvollen Wasseraufbereitungsanlagen eingesetzt werden.

Demgegenüber kann das in diesen Tagen auf der TerraTec 2013 vorgestellte, hocheffektive Verfahren zur Wasseraufbereitung auch in sogenannten ‚Passivanlagen‘ genutzt werden, die stromlos und mit geringstem Personalaufwand funktionieren.

Zudem wird gezielt auf die Reaktivität eines mineralischen ‚Reststoffes‘ gesetzt. Forscher aus Bayern und Sachsen haben in dem Projekt SURFTRAP, welches im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms GEOTECHNOLOGIEN gefördert wurde, ein entsprechendes Verfahren ermittelt.

Der Clou: das für die Filtration verwendete Material ist eigentlich selbst ein Abfallprodukt. Beim Abbau von Braunkohlen wird großräumig der Wasserspiegel gesenkt. Dabei werden stark eisen- und schwefelhaltige Wässer generiert. In einer speziellen „Zuchtanlage“ wandeln sich mit Hilfe biologischer Prozesse die Eisen- und Schwefelanteile zum Mineral Schwertmannit um. Das Schwertmannit wird in Form eines feinkörnigen Pulvers zur Arsenfiltration verwendet, das Tagebau-Wasser kann wieder dem Grundwasser zugeführt werden.

Kostengünstig, einfach handhabbar und umweltschonend – diese drei Punkte sehen die Wissenschaftler durch die Verwendung von Schwertmannit erfüllt. Von der Firma G.E.O.S. mbH wurde 2006 ein Verfahren zur Aufbereitung solcher ‚Grubenwässer‘ entwickelt, bei der die Schwertmannit-Genese gezielt verfahrenstechnologisch genutzt wird.

Das Schwertmannit eine hohe Affinität zu Arsen hat, ist seit langem bekannt. Daher bildete seine gezielte Verwertung zur Aufbereitung arsenkontaminierter Wässer die Motivation der SURFTRAP-Forschungsprojekte. So gelang es unter anderem, aus dem Schwertmannit ein stabiles Filtergranulat herzustellen und in Labor- und Pilotversuchen deren hervorragende Filtereigenschaften gegenüber Arsen nachzuweisen.

Die Forscher erhoffen sich nun, dass sich das neue Verfahren auch gegenüber Phosphat, Antimonat, Chromat und Vanadat - auch diese sind schädliche Verunreinigungen in kommunalen Abwässern bzw. Industrieabwässern - als effektiver Filter beweisen wird.

Das innovative Verfahren zur Wasseraufbereitung wird von der Technologie-Transferplattform Geotechmarket auf der TerraTec 2013 vorgestellt. Die Initiative Geotechmarket ist zuständig für die Förderung des Technologietransfers im Rahmen des vom BMBF und der DFG geförderten Forschungs- und Entwicklungsprogrammes GEOTECHNOLOGIEN.

Sie ist Ansprechpartner und Vermittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, das heißt zwischen Universitäten und Forschungseinrichtungen, die Ideen, Konzepte und sogar Prototypen entwickeln und Unternehmen, die sich für die Umsetzung und Vermarktung dieser Ideen und Entwicklungen interessieren.

Besuchen Sie die Initiative Geotechmarket und das Projekt Surftrap und lassen Sie sich das innovative Verfahren zur Wasseraufbereitung von den Entwicklern erläutern.

Sie finden uns auf der TerraTec 2013 in Halle 4 auf Stand Nr. G 20.

Ihre Ansprechpartnerin innerhalb des Koordinierungsbüros GEOTECHNOLOGIEN für den Technologietransfer Geotechmarket ist:

Dipl. Chem. Alexandra Scherer
Koordinierungsbüro GEOTECHNOLOGIEN
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 (0)331 288 1074
Fax: +49 (0)331 288 1077
E-Mail: kontakt@geotechmarket.de

Simon Schneider | idw
Weitere Informationen:
http://www.geotechmarket.de
http://www.geotechnologien.de/portal/cms/Geotechnologien/Forschung/Beendete/Mineral_Surface/SURFTRAP

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht SYSTEMS INTEGRATION 2018 in der Schweiz thematisiert Bausteine für die industrielle Digitalisierung
20.11.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht IHP präsentiert sich auf der productronica 2017
17.11.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Autonomes Fahren – und dann?

22.11.2017 | Verkehr Logistik

Material mit vielversprechenden Eigenschaften

22.11.2017 | Materialwissenschaften

Forscherteam am IST Austria definiert Funktion eines rätselhaften Synapsen-Proteins

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie