Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Stadtküste der Zukunft: Bollwerk gegen das Hochwasser und zugleich attraktiver Erlebnisraum?

07.09.2011
acqua alta - Fachmesse mit internationalem Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau - 11. bis 13. Oktober 2011

Welche Anforderungen stellen die wasserbezogene Stadtentwicklung und der Klimawandel an die künftige Gestaltung des Hochwasserschutzes? Auf der acqua alta, der Fachmesse mit internationalem Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau, diskutieren Architekten, Stadtplaner und Katastrophenschutzexperten über die Stadtküsten von morgen.

Weltweit befinden sich zwei Drittel aller am stärksten wachsenden Metropolen im Bereich von Flussmündungen und sind somit den Einflüssen der Meeresdynamik in Folge des Klimawandels zunehmend ausgesetzt. Das Spannungsfeld zwischen Hochwasserschutz und Sicherheitsdenken auf der einen, urbane Entwicklung und Lebensqualität auf der anderen Seite stellt diese Millionenstädte schon heute vor besondere Herausforderungen. Vom 11. bis 13. Oktober diskutieren Fachleute aus dem In- und Ausland im CCH-Congress Center Hamburg ihre Strategien zum Umgang mit diesem Spannungsfeld. Insgesamt werden zu dem dreitägigen Kongress in der Hafenmetropole an der Elbe rund 70 Referenten aus 10 Nationen erwartet.

Hamburger Niederhafen: Hochwasserschutz-Wand und Flaniermeile zugleich
Ein exzellentes Beispiel für die Verbindung von Hochwasserschutz und städtebaulich hochwertiger Architektur wird zurzeit in Hamburg umgesetzt. Zwischen Landungsbrücken und Niederhafen entsteht eine moderne Hochwasserschutzwand, die zugleich als attraktive Flaniermeile gestaltet ist. Entworfen wurde der neue Elb-Boulevard vom Büro der internationalen Star-Architektin Zaha Hadid, die weltweit für außergewöhnliche Bauten bekannt ist. Auf der acqua alta wird dieses innovative Millionenprojekt durch den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) vorgestellt. „Die räumliche und gestalterische Qualität des Entwurfes überdeckt fast den eigentlichen Zweck des Bauwerks. Was hier entsteht, ist jedoch ein wesentlicher Teil des Flutschutzprogramms der Hansestadt“, erläutert Jan-Moritz Müller vom LSBG. Auf der rund 600 Meter langen Kaimauerstrecke wird die Promenade dazu von 7,20 Meter auf bis zu 8,90 Meter über Normalnull (NN) erhöht.

Die Vision einer multifunktionalen Deichlinie zeigt sich auch in der IBA-Machbarkeitsstudie „Deichpark Elbinsel“. „Der Ringdeich der Elbinsel Hamburg-Wilhelmsburg ist die Voraussetzung für die Sicherheit ihrer Bewohner. Die Deiche könnten jedoch auch besser als Erlebnisräume nutzbar sein“, so Prof. Antje Stokman vom Büro osp urbanelandschaften in Hamburg. Die IBA-Studie zeigt zukunftsweisende Ansätze für die Gestaltung von Hochwasserschutz-Anlagen als sichere und vielfältig nutzbare Bestandteile der Stadtlandschaft. Ein Praxis-Beispiel stellt der Architekt Prof. Slawik auf der acqua alta vor. Das von ihm entworfene IBA Dock im Müggenburger Zollhafen in Hamburg-Veddel ist das größte schwimmende Ausstellungs- und Bürogebäude Deutschlands. Der Ponton, auf dem das Gebäude ruht, ist an Dalben befestigt, an denen er sich mit der Tide auf und ab bewegt. Sollte eine starke Sturmflut kommen, schwimmt das IBA Dock mit dem Wasser auf. „Wir könnten dieses Haus als einen ersten Baustein für eine schwimmende Stadt ansehen“, so Slawik. „Vielleicht ist das der Städtebau der Zukunft.“

Multifunktionale Nutzung: Dach als Deich
Rotterdam hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 klimaneutral zu werden. Die Integration des Elements Wasser in den Prozess der Stadtentwicklung ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Joep van Leeuwen, Department of urban planning, stellt auf der acqua alta die „Research-by-design-Studie“ aus der holländischen Seehafenstadt vor. Sie zeigt, wie sich Klimaschutz und multifunktionale Deiche miteinander verbinden lassen. Das Besondere: Behörden, Stadtplaner und Ingenieure haben bei der Studie eng kooperiert. Darüber hinaus berichtet van Leeuwen auf der acqua alta über zwei Projekte, die in Rotterdam bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Eins ist der Dach-Park im Westen der Stadt. Hier ist ein Einkaufzentrum Teil einer Deichlinie. „Das Ziel war es, mehrfache Nutzung von Raum zu realisieren“, so der Experte. Das ist gelungen: Der Deichschutz besteht aus dem parkähnlichen Dach einer Tiefgarage sowie einem integrierten Park. „Es ist ein großartiges Beispiel dafür, wie man Deiche multifunktional nutzen kann, wenn alle – Behörden, Bürger und Planer – eng zusammenarbeiten und neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen sind.“

Nicht nur entlang der Küstenlinie, auch oder gerade an tideunabhängigen Flussläufen spielen Hochwasserschutz und Lebensqualität eine große Rolle. Der italienische Architekt Andrea Oldani aus Mailand referiert auf der acqua alta über architektonische Gestaltstrategien für Flussufer. Er plädiert für die Erstellung von Risiko-Diagrammen, auf die dann städtebaulich reagiert werden kann.
Das komplette Kongressprogramm gibt es im Internet unter www.acqua-alta.de, ebenso die Teilnahmemöglichkeiten sowie Kongresspreise und Registrierung.

Die acqua alta, Fachmesse mit internationalem Kongress, findet vom 11. bis 13. Oktober 2011 im CCH-Congress Center Hamburg statt. Mit den Themenschwerpunkten Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau bietet sie allen beteiligten Organisationen, Instituten, kommunalen Spitzenverbänden und Branchen eine Plattform für den fachlichen Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien. Auf der Fachmesse in der Ausstellungshalle des CCH präsentieren spezialisierte Unternehmen innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen. Weitere Informationen: www.acqua-alta.de

Pressekontakt: Gudrun Blickle, Tel.: 040/3569-2442, Fax: -2449, gudrun.blickle@hamburg-messe.de

Gudrun Blickle | Hamburg Messe
Weitere Informationen:
http://www.hamburg-messe.de
http://www.acqua-alta.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Effizienz steigern, Kosten senken!
17.08.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Maßgeschneiderte Lösungen für APos-Maschinen: Kamerasystem Keyence CV-X100
11.08.2017 | Heun Funkenerosion GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen