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Spielend musizieren

09.08.2010
Blockflöte, Gitarre, Klavier oder Geige – viele Kinder und Jugendliche lernen diese klassischen Instrumente. Note für Note vom Blatt lesen und dann den richtigen Griff, die richtige Taste oder Saite anschlagen, damit das gelingt, ist viel Übung gefordert. Mit der Software Songs2See wird das Lernen einfacher und unterhaltsamer. Auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin, Halle 8.1, TecWatch (3.9. bis 8.9.) präsentieren die Entwickler den Prototypen.

Mit der Software Songs2See wird das Lernen von Musikintrumenten einfacher und unterhaltsamer. Im digitalen Zeitalter lernen Kinder die Welt der Töne und Rhythmen oft nicht mehr über ein Instrument kennen, sondern über den Computer – auf Wii oder XBox laufen Programme wie Singstar, Guitar Hero oder Rock Band.

Anstatt eines echten Instruments halten die Kinder einen Game Controller in Händen, der auch schon mal wie eine Gitarre aussieht, aber Knöpfe statt Saiten hat, die der Spieler treffen muss. »Unser Ziel ist es, Menschen, die ein Instrument erlernen wollen, noch mehr Freude und Abwechslung zu bieten, mit Elementen, die sie vielleicht schon von Computerspielen kennen. Das motiviert und schult sowohl das musikalische Wissen als auch die motorischen Fähigkeiten,« sagt Christian Dittmar vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau

Der Clou bei Songs2See: Lieblingslieder sind mit wenigen Mausklicks in Übungsstücke verwandelt und lassen sich im Nu als individuelle Übungsmappe zusammenstellen. Wie das funktioniert, erklärt Christian Dittmar: »Als erstes wählt der Übende den Song aus seiner CD oder MP3-Sammlung aus und spielt ihn in die Software ein. Das ist rechtlich kein Problem, da er das Lied ja gekauft hat und es nur für private Zwecke verwendet. In diesem Fall hört er die Musik jedoch nicht einfach an, sondern nutzt sie um zu musizieren.« Auf Klick können Spielerin oder Spieler auswählen, mit welchem Instrument sie spielen – das Angebot umfasst derzeit Blockflöte, Glockenspiel und Melodika. Später werden auch Klavier, Gitarre, Trompete, Saxophon oder Schlagzeug unterstützt. Beim nächsten Klick stellt die Software die Audio-Datei in drei unterschiedlichen Arten dar. Zum einen als Notenblatt, zum zweiten zeigt sie dem Spieler oder der Spielerin, welche Griffe oder Anschläge am Instrument in welcher Reihenfolge gemacht werden müssen. Schließlich gibt es noch eine intuitive Darstellung – ähnlich wie bei den Musikspielen für den Computer, die mit Hilfe von Balken die Dauer und die Höhe der jeweiligen Töne anzeigt.

Jetzt ist alles soweit, dass der Lernende zum Instrument greifen und mit dem Lied üben kann. Dabei nimmt ein Mikrophon – bei den meisten Computern ist das integriert – das Gespielte auf. Die Software zeigt dem Spieler an welcher Stelle der Partitur er gerade ist. Zudem bewertet Sons2See, ob die Töne getroffen oder der Rhythmus gehalten wird. Damit es mit dem Üben nicht zu schwierig wird, lassen sich Tonlage und Tempo nach Wunsch verändern, und somit individuell abgestimmte Übungen bezüglich Schwierigkeitsgrad, Tonart oder Musikstil zusammenstellen. »Was wir machen, nennt sich automatische Musiktranskription«, so Dittmar. »Damit das im Hintergrund abläuft, mussten wir der Software beibringen sicher die Töne unterschiedlichster Instrumente zu erkennen und sich nicht durch die Begleitmusik durcheinander bringen zu lassen.«

Interessant ist die Software für Anbieter von Lernsoftware für Musik aber auch für Musikverlage, die ihr Notenmaterial dadurch interaktiv aufbereiten können. Auch für den Musikunterricht an Schulen wäre die Software geeignet, was Partner in Norwegen bereits testen.

Das Projekt Songs2See wird vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gefördert. Auf diese Weise unterstützen der Freistaat Thüringen und die Europäische Union die internationale Kooperation zwischen dem Fraunhofer IDMT, den Thüringer Unternehmen KIDS Interactive GmbH sowie Sweets for Brains GmbH und den europäischen Partnern Universität Stord/Haugesund, Grieg Music Education und der Technischen Universität Tampere.

Christian Dittmar | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010/08/spielendmusizieren.jsp

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