Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spielend in Bewegung bleiben

30.10.2012
Menschen bewegen sich immer weniger. Fraunhofer-Forscher haben jetzt ein interaktives Lernsystem entwickelt, das auf spielerische Weise zu mehr Bewegung motivieren soll: Eine Sensormatte ist mit einem Aktivitätsmonitor kombiniert. Mit dem System können sich Kinder und Erwachsene fit halten und zugleich Wissen aufbauen. Der Clou: Die Lösung zeichnet die Bewegungsintensität auf und zeigt sie sofort an. Das System wird vom 14. bis 17. November auf der Messe Medica 2012 präsentiert (Halle 10, Stand F05).

Bewegung ist das A und O – dies gilt für Alt und Jung gleichermaßen. Wer Sport treibt, lebt gesünder, beugt Übergewicht vor und steigert seine Konzentrationsfähigkeit. Körperlich und geistig fit bleiben – mit dem interaktiven Lernsystem HOPSCOTCH gelingt das allen Altersgruppen auf spielerische Weise.


Mit der Sensormatte gelingt es, Kinder und Erwachsene zu mehr Bewegung zu motivieren.
© Fraunhofer IIS

HOPSCOTCH besteht aus einer in neun Felder unterteilte Sensormatte, auf jedem Feld sind mehrere Buchstaben sowie eine Zahl abgebildet. Die Matte ist per Kabel mit einem Monitor verbunden, auf dem Aufgaben aus verschiedenen Wissensgebieten erscheinen. Um eine Aufgabe zu lösen, tippt der Nutzer in der richtigen Reihenfolge auf die Felder der Sensormatte und gibt auf diese Weise Wörter oder Zahlen ein. Die Idee zu der Matte hatte Dr. Martina Lucht, Medienwissenschaftlerin am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau, als sie auf der Straße ein aufgemaltes Himmel-und-Hölle-Spiel sah.

Sensor erfasst Bewegungsintensität

Gemeinsam mit Forschern vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen haben Lucht und ihr Team HOPSCOTCH weiterentwickelt und um ActiSENS, einen Beschleunigungssensor des Fraunhofer IIS, ergänzt. ActiSENS zeichnet alle Bewegungen auf, erfasst deren Intensität und bewertet diese anschließend. Das Modul ermittelt, ob der Nutzer die Felder nur mit dem Fuß angetippt hat oder tatsächlich gesprungen und gehüpft ist. Das entsprechende Feedback erscheint in Echtzeit in Form von fünf Balken am Monitor. »Entscheidend ist nicht nur, dass eine Aufgabe gelöst wurde, sondern auch wie. ActiSENS gibt dem Anwender die Rückmeldung, ob er sich ausreichend bewegt hat«, sagt Martin Rulsch, Diplominformatiker am Fraunhofer IIS. »Ziel ist es, den Nutzer spielerisch zu mehr Aktivität zu motivieren.«

Das kleine Messgerät befindet sich in einer Box, die am Gürtel des Anwenders befestigt wird. Die Bewegungsdaten werden in Echtzeit ausgelesen und per Bluetooth an ein Endgerät, wie beispielsweise einen Fernseher, übertragen. »Aber auch ein Handy kommt als Ausgabegerät in Frage«, so Rulsch. Alternativ lassen sich die Daten auf einem Flash-Speicher sichern und zu einem späteren Zeitpunkt zur Auswertung an einen PC senden.

Die Einsatzmöglichkeiten des Konzepts sind vielseitig: In Schulen etwa lassen sich Sprach- und Turnunterricht kombinieren – dies kommt nicht nur übergewichtigen oder hyperaktiven Kindern entgegen. Studien zufolge beherrscht eine wachsende Zahl von Schülern aufgrund von Bewegungsmangel selbst einfache Übungen, wie Rückwärtslaufen oder Stehen auf einem Bein, nicht mehr.

Aber auch ältere Menschen in Rehazentren und Seniorenresidenzen profitieren von dem neuartigen Bewegungskonzept mit dem es gelingt, Menschen dauerhaft zur Bewegung zu motivieren. Dort könnte es therapiebegleitend eingesetzt werden, etwa um die Muskulatur nach Operationen zu trainieren. Da ActiSENS die Bewegungsbilanz genau berechnet, lässt sich das Level an die individuelle Leistungsfähigkeit anpassen, eine Über- oder Unterforderung wird so vermieden. Die Forscher vom Fraunhofer IIS und vom Fraunhofer IDMT präsentieren das System vom 14. bis 17. November auf der Messe Medica 2012 in Düsseldorf am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand Halle 10, Stand F05

Britta Widmann | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/oktober/spielend-in-bewegung-bleiben.html

Weitere Berichte zu: Echtzeit HOPSCOTCH Lernsystem MEDICA Monitor Sensormatte interaktiven Lernsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Effizienz steigern, Kosten senken!
17.08.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Maßgeschneiderte Lösungen für APos-Maschinen: Kamerasystem Keyence CV-X100
11.08.2017 | Heun Funkenerosion GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik