Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens setzt auf Konzepte und Lösungen für nachhaltigen Schiffsbetrieb

30.07.2010
Steigende Kosten, höherer Wettbewerbsdruck und strengere Umweltauflagen fördern in der Schifffahrt und im Schiffbau Entwicklungen, die dem Umweltschutz und der Energieeffizienz dienen.

Wirtschaftliches Handeln und Umweltfreundlichkeit sind kein Gegensatz, sondern ein Wettbewerbsfaktor: Siemens Marine Solutions wird auf der Fachmesse SMM 2010 unter dem Motto „Navigate to new horizons - Get on course with green returns“ für Werften und Betreiber Lösungen vorstellen, die die Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit des gesamten Schiffsbetriebs nachhaltig steigern. Mit EcoMain präsentiert Siemens erstmalig ein technisches und wirtschaftliches Betriebsmanagement-System, das Schiffsbetreiber und Reedereien dabei unterstützt, verschiedene Prozesse an Bord energietechnisch und ressourcenschonend zu optimieren.

Umweltschutz, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit werden nicht nur zu Lande, sondern auch zu Wasser immer wichtiger. Um Werften und Betreibern Lösungen anzubieten, die den ökologischen Trends im Schiffbau Rechnung tragen und die Wirtschaftlichkeit des gesamten Schiffsbetriebs nachhaltig steigern, entwickelt Siemens mit EcoMain ein technisches und wirtschaftliches Betriebsmanagement- System für Schiffe und Flotten. Es wird dazu dienen, Betriebsabläufe an Bord zu optimieren und dabei Kosten und Energie einzusparen sowie Emissionen zu reduzieren. Basis der neuen Schiffsmanagement-Lösung ist eine Plattform, auf der alle Betriebsdaten gesammelt und in einem einheitlichen Format gespeichert werden. Es können vorhandene Systemmodule, beispielsweise zum Energiemanagement oder zur Wärmerückgewinnung, aber auch neue Systeme oder Fremdsysteme wie das Container-Management auf der Plattform installiert und mit den dort gesammelten Daten gespeist werden. Hinter jedem Modul steht eine eigene Prozesssimulation, um mögliche Betriebsabläufe zu visualisieren und so dem Betreiber Empfehlungen zu geben, wie etwa die Schiffsnavigation optimiert oder der Brennstoffverbrauch reduziert werden kann.

Bisher managen solche Systeme zwar erfolgreich einzelne Prozesse, aber der Datenpool aller Systemmodule wird nicht optimal weiter verarbeitet bzw. genutzt. EcoMain bietet eine Datenplattform und Module, mit deren Hilfe der Schiffsbetrieb ganzheitlich betrachtet und optimiert werden kann.

Standardisierte Schnittstellen ermöglichen zudem einen Datenaustausch unter den einzelnen Systemen. Mit der Zeit sollen weitere neu entwickelte Module dazu kommen. So plant Siemens unter anderem ein Kommunikations-Tool zum gezielten Erfahrungsaustausch für die Schiffsbesatzung und zur Sicherung von Expertenwissen. Auf der SMM 2010 wird Siemens EcoMain anhand verschiedener Anwendungsfälle im täglichen Schiffsbetrieb demonstrieren.

Fast 90 Prozent der Welthandelsgüter werden heutzutage per Schiff transportiert – Tendenz steigend. Über Ballastwassertanks regeln Schiffe ihre Stabilität sowie den Trimm und Tiefgang. Hierzu wird Meerwasser in die Tanks gefüllt und beim Be- und Entladen wieder abgepumpt. Dabei können jedoch tierische und pflanzliche Organismen wie Algen oder Muscheln in fremde Gewässer gelangen. Mit dem Ballastwasser-Management-System Sicure von Siemens kann dieses Wasser wirksam aufbereitet werden, die Auswirkungen auf die Umwelt sind geringer und die Sicherheit des Schiffs sowie seiner Besatzung wird sichergestellt. Das System basiert auf einer physikalischen Abscheidung der Organismen und einem speziellen Aufbereitungsprozess mithilfe von Bioziden, die vor Ort aus dem Meerwasser gewonnen werden. Durch eine eigens entwickelte Steuerung werden die Systemparameter so geregelt, dass das Wasser effizient von invasiven Organismen gereinigt wird.

Weitere Themenschwerpunkte des Siemens-Messeauftritts auf der SMM 2010 sind diesel-elektrische Antriebssysteme und hybride Antriebskonzepte, die ein erhebliches Potenzial zur Erhöhung der Energieeffizienz bieten. Dies gilt vor allem für Fahrzeuge mit häufig wechselnden Fahrmodi und verschiedenen Fahrgeschwindigkeiten. Mit Siship SSP (Siemens-Schottel Propulsor) präsentiert das Unternehmen ein weiteres innovatives Antriebskonzept: Mit Leistungen bis zu zwölf Megawatt je Pod ist dieser Podantrieb zum Beispiel für Fähren, Versorger, Produkten-Tanker und für weitere Schiffe mit hohen Anforderungen an die Manövrierfähigkeit konzipiert.

Ferner wird Siemens über das Waste-Heat-Recovery-System informieren, mit dem die Abwärme von Schiffsmotoren zur Energieerzeugung genutzt werden kann. Mit dem heißen Abgas wird Dampf erzeugt, der über eine Dampfturbine den Generator antreibt und so zusätzlich bis zu sechs Megawatt elektrische Leistung für die Stromversorgung an Bord erzeugen kann. Dadurch reduzieren sich der Brennstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß um bis zu zwölf Prozent. Die Energiekosten sinken um etwa zehn Prozent, was die Wirtschaftlichkeit des Schiffsbetriebs erhöht.

Durch die niedrigeren Emissionen von Stickstoff- und Schwefeloxiden wird zudem die Umwelt weniger belastet.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro.

Die Siemens-Division Industry Solutions (Erlangen) ist mit den Geschäftsaktivitäten Siemens VAI Metals Technologies, Water Technologies und Industrial Technologies einer der weltweit führenden Lösungsanbieter und Dienstleister für Industrie- und Infrastrukturanlagen. Dies umfasst die Planung und Errichtung, den Betrieb und den Service für den gesamten Lebenszyklus. Eine breite Palette von Umweltlösungen unterstützt Industrieunternehmen dabei, Energie, Wasser oder Betriebsmittel effizient einzusetzen, Emissionen zu reduzieren und Umweltrichtlinien einzuhalten. Mit weltweit rund 31.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry Solutions im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro.

Rebecca Zapfe | Siemens Industry
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/marine
http://www.siemens.com/industry
http://www.siemens.de/industry-solutions

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht SYSTEMS INTEGRATION 2018 in der Schweiz thematisiert Bausteine für die industrielle Digitalisierung
20.11.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht IHP präsentiert sich auf der productronica 2017
17.11.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie