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Siemens Mobility auf der InnoTrans 2010

29.06.2010
„Complete mobility“ – das umfassende Leistungsspektrum von Siemens für die multimodale Vernetzung der Schiene mit anderen Verkehrsträgern

Dieses Jahr steht die InnoTrans unter dem Motto „The future of mobility“ und diese Zukunft stellt große Herausforderungen an Betreiber und Infrastrukturplaner: Klimawandel, fortschreitende Urbanisierung, das Bevölkerungswachstum in den Emerging Markets und die Globalisierung werden in Zukunft zu einem weltweit steigenden Mobilitäts- und Transportbedarf führen. Die Siemens-Division Mobility bietet mit ihrem „Complete mobility“-Konzept umfassende und nachhaltige Lösungen für diese Herausforderungen.

„Complete mobility“ bedeutet die intelligente Vernetzung der Verkehrsströme auf der Schiene, der Straße und in der Luft. Siemens Mobility führt in Halle 4.2 und auf dem Freigelände vor, wie multimodale Verkehrsnetze konkret realisiert werden können. Ausstellungsschwerpunkte sind der neue Hochgeschwindigkeitstriebzug Velaro D für umweltfreundliche Verbindungen zwischen Metropolen, die neue Lokomotivengeneration Vectron für den europaweiten Schienenverkehr sowie eine energieoptimierte Zugsteuerung für eine wirtschaftlichere Fahrweise im Nah- und Fernverkehr. Die Effizienz steigernde Vernetzung des Personen- und Gütertransports auf der Schiene mit dem des Flugzeugs erläutert Siemens am Beispiel seiner Airport Rail Links. Ferner werden Möglichkeiten für ein multimodales Verkehrsmanagement vorgestellt, mit denen sich die Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz der Verkehrsträger steigern lassen. Ein wesentlicher Baustein wird künftig auch die individuelle Elektromobilität sein: Siemens zeigt Wege und Chancen für die Integration von Elektroautos in die multimodale Verkehrsinfrastruktur. Service und „Complete mobility“-Consulting umfassen alle Technologiefelder und sind wesentliche Bestandteile des Konzern-Portfolios.

Die Gewährleistung von Mobilität wird zukünftig eine der großen Aufgaben moderner Gesellschaften sein. In der Europäischen Union beispielsweise erwirtschaftet der Verkehrssektor nach Aussagen der EU-Kommission zehn Prozent des Wohlstands gemessen am Bruttoinlandsprodukt, und es hängen mehr als zehn Millionen Arbeitsplätze von ihm ab. Das anhaltende Mobilitätswachstum stellt eine große Belastung für die Verkehrssysteme dar. In der EU werden 44 Prozent der Güter auf der Straße befördert, während auf die Schiene zehn Prozent entfallen. Im Personenverkehr ist die Vorherrschaft der Straße mit 81 Prozent des Verkehrsaufkommens noch ausgeprägter. Hier entfallen sechs Prozent auf die Bahn und acht Prozent auf den Luftverkehr. Das Ergebnis ist eine Infrastrukturüberlastung, wodurch die Wirtschaftlichkeit abnimmt und Kraftstoffverbrauch und Luftverschmutzung zunehmen. Die Verlagerung des Güter- und des Personenverkehrs von der Straße auf umweltfreundliche Verkehrsträger ist deshalb das Kernstück einer jeden nachhaltigen Verkehrspolitik. Verkehrsplaner und -betreiber erkennen zunehmend, dass es immer wichtiger wird, seinen Endkunden eine nahtlose Mobilitätskette anzubieten. Nur wenn die einzelnen Verkehrsträger optimal vernetzt sind und zusammenspielen, um einen reibungslosen Wechsel von einem zum anderen sicherzustellen, lassen sich die Mobilitätsanforderungen von Morgen bewältigen. Eine tragende Rolle hat dabei die Schiene, die der umweltfreundlichste, energieeffizienteste und leistungsfähigste Verkehrsträger ist.

Hochgeschwindigkeitsverkehr mit dem Velaro für eine umweltfreundliche Verbindung zwischen Metropolen

Die Anforderungen an Bahnbetreiber wachsen. Schnelle, grenzüberschreitende Verbindungen, um Ballungsräume zu vernetzen sind die umweltfreundliche zukunftssichere Alternative zu Flugzeug und Auto. Siemens Mobility bietet dafür ihre Plattform Velaro, einen Triebzug, der auf spanischen, chinesischen und russischen Gleisen zuverlässig im Einsatz ist. Er vereint in einem weiteren Entwicklungsschritt die Erkenntnisse aus den im Betrieb befindlichen Flotten und den Anforderungen der Kunden. Die sichtbarsten Verbesserungen sind die Verkleidungen an Dachgeräten, Drehgestellen und Übergängen. Auch Spoiler, Bugnase und Kopf wurden neu gestaltet und optimieren die Aerodynamik. Ein Hochdach ab Mitte der Endwagen reduziert den so genannten Sonic Boom bei Tunneleinfahrten, reduziert den Fahrwiderstand und verringert den Außenschall. Der intelligente Energiemanager im Velaro D sorgt dafür, dass die Zugsysteme im optimalen Wirkungsgrad betrieben werden. Insgesamt führen diese Verbesserungen zu einer weiter verringerten, umgerechneten CO2-Emission des Velaro D, die nur ein Zehntel der Emission eines Flugzeugs bezogen auf die Personenkilometer beträgt. Der Velaro D ist ein reiner Triebzug, bei dem der Antrieb und alle Technikmodule unterflur über den Zug verteilt sind. Dies erhöht bei gleicher Zuglänge den zur Verfügung stehenden Raum um 20 Prozent gegenüber anderen Fahrzeugkonzepten. Der Innenraum ist modular und flexibel gestaltet: Zusätzliche Gepäckregale oder Tische können nach Bedarf auch über Nacht eingebaut werden. Dadurch entstehen größere Sitzplatzkapazitäten und ein höherer Fahrkomfort und ermöglichen dem Betreiber immer eine ideale Anpassung an den Betrieb. Die Deutsche Bahn setzt ebenfalls auf den Velaro und beauftragte im Dezember 2008 Siemens Mobility mit dem Bau von 15 achtteiligen Zügen. Bewährte Zuverlässigkeit, gesteigerte Energieeffizienz und größere Wartungsfreundlichkeit machen den Velaro D somit zum aktuellen Maßstab für Hochgeschwindigkeitszüge.

Inspiro – die neue Plattform für Metros
Ein sicherer und schneller öffentlicher Personennahverkehr entscheidet über die Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit in Städten und Regionen rund um den Globus. Nachhaltige und optimal kanalisierte Mobilität ist deshalb ein Schlüsselthema des 21. Jahrhunderts. Herausforderung dabei ist, Verkehrsströme in Ballungszentren zu optimieren und gleichzeitig den Gesamt-CO2-Ausstoß zu senken. Metros sind umweltfreundliche Verkehrsträger. Neben gestiegenen Ansprüchen an den Fahrkomfort steht eine maximierte Beförderungskapazität zu optimalen wirtschaftlichen Bedingungen im Vordergrund. An diesen Kriterien richtet sich die neue Metroplattform Inspiro aus. Siemens beweist mit ihr, wie sich die Bedürfnisse von Betreiber, Fahrgast und Umwelt verbinden lassen. Ein speziell auf autarke Einheiten ausgerichtetes Einzelwagenkonzept kann beliebige Konfigurationen mit variablem Motorisierungsgrad von einem drei- bis zu einem 8-Teiler realisieren. Die Fahrgastwechselzeiten werden durch maximale Türbreiten und Beladungserkennungssysteme stark reduziert. Der Innenraum gehört vollständig den Fahrgästen. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass dort völlig auf Geräte verzichten werden konnte und maximalen Komfort bietet. Konsequenter Leichtbau, der optionale Einsatz des Syntegra-Antriebssystems und der optionale Einsatz von Fahrerassistenzsystemen oder einen fahrerlosen Betrieb gewährleisten höchstmögliche Energieeffizienz und Beförderungskapazität. Die Fahrzeuge erfüllen die neuesten europäischen Brandschutz- und Crashanforderungen nach CEN/TS45545 und prEN15227. Ein bedarfsgesteuertes Wartungskonzept erhöht die betriebliche Verfügbarkeit des Fahrzeugs und senkt die Wartungskosten. Das Design der neuen Metro wird mit einer der renommiertesten Designagenturen realisiert.
Vectron – die neue Lokomotivengeneration für den europäischen Schienenverkehr
Ein effizienter multimodaler Schienenverkehr ist ein wichtiger Erfolgsfaktor nicht nur für einzelne Unternehmen, sondern für ganze Volkswirtschaften und übergreifende Märkte. Schnelle, kostengünstige Schienen-Verbindungen zwischen den großen Überseehäfen, den Güterumschlagzentren im Binnenland, den Metropolregionen sowie den europaweiten Produzenten und Kunden sind wichtig, um zum Beispiel möglichst viel Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und so den CO2-Ausstoß des Straßenverkehrs zu vermindern. Mit der neuen Lokomotive Vectron bietet Siemens Mobility ein Produkt für den Personen- und Güterverkehr, das an den zunehmend flexiblen Anforderungen und Verkehrsaufgaben in Europa ausgerichtet ist. Investitionssicherheit, Umweltfreundlichkeit und Fungibilität sowie Nach- und Umrüstbarkeit standen bei der Entwicklung im Vordergrund. Der Vectron ist auch für Kunden attraktiv, die kleinere Stückzahlen nachfragen. Die Lokomotiven werden standardmäßig für eine maximale Geschwindigkeit von 160 km/h ausgerüstet. Mit einem entsprechenden Vorrüstpaket kann der Vectron ohne größere Umbauten auf eine schnell fahrende Variante mit 200 km/h hochgerüstet werden. Ein Drehgestellwechsel ist nicht notwendig. Die unterschiedlichen Varianten für reinen AC-, reinen DC- oder den flexiblen Mehrsystemeinsatz, ermöglichen den Betrieb in vier verschiedenen Spannungssystemen und unterschiedlichen Leistungsklassen. Eine Besonderheit des Siemens-Fahrzeugkonzepts ist, dass die strukturinterne Deformationszone, das so genannte Frontend, mit einer lösbaren Verbindung mit dem Wagenkasten verbunden ist und somit im Havariefall leicht ausgewechselt werden kann. Für den Einbau von Zugsicherungsschränken sind im Maschinenraum von vorneherein drei Einbauplätze vorgesehen. Die Zugsicherungsschränke sind vollständig modularisiert, so dass eine leichte Um- beziehungsweise Nachrüstung möglich ist. Der Unterflurbereich und das Drehgestell sind für den Anbau der erforderlichen Antennen und Drehzahlgeber vorbereitet. Die Maschinenraumanordnung mit dem Konzept des Mittelgangs bietet einen geraden Fluchtweg bei optimaler Raumausnutzung. Außerdem ist wegen der guten Zugänglichkeit der Maschinenraum wartungsfreundlich.
Desiro ML – die modulare Fahrzeugplattform für den Regionalverkehr
Auf der Innotrans 2010 präsentiert Siemens eine weitere Variante des Desiro ML in der Ausführung für die Belgische Staatsbahn SNCB. Durch eine größere Zuglänge von fast 80 Metern bietet das Fahrzeug eine Platzkapazität von 280 Sitzplätzen. Die Fahrzeuge werden im Rahmen eines Auftrages über 305 dreiteilige elektrische Triebzüge ab 2010 an die SNCB ausgeliefert.

Darüber hinaus wird das für den Desiro ML in der dieselelektrischen Ausführung neu entwickelte Dieselgeneratoraggregat präsentiert, das bereits den neuesten Emissionsanforderungen nach Stage 3b entspricht. Durch eine neuartige konzeptionelle Umsetzung mit der dieselelektrischen Antriebsanlage bietet der Desiro ML DMU eine innovative und besonders umweltfreundliche Lösung. So können gegenüber herkömmlichen dieselmechanischen oder dieselelektrischen Antriebssystemen Einsparungen von bis zu 30 Prozent beim Energieverbrauch realisiert werden. Darüber hinaus erfordert das dieselelektrische Antriebssystem auch im Bereich der Instandhaltung einen geringeren Aufwand. Mit einer Stückzahl von mehr als 600 fest bestellten oder über Rahmenverträge avisierten Fahrzeugen ist der Desiro ML im In- und Ausland bereits heute sehr erfolgreich. Neben den Aufträgen in Deutschland und Belgien werden Fahrzeuge aus der Desiro- ML-Plattform bald auch in Österreich, Russland und China fahren.

Siemens Rail Services für einen Schienenbetrieb mit hoher Verfügbarkeit
Schienenverkehrssysteme müssen reibungslos laufen, damit Personen- und Güterströme nicht unterbrochen werden. Um die weiter steigenden Anforderungen an die Verfügbarkeit solcher Systeme zu realisieren, ist ein kompetenter und innovativer Service notwendig. Siemens Mobility bietet mit ihren Rail Services umfassende Leistungen über den gesamten Produkt-Lebenszyklus hinweg. Beginnend mit Tests und Inbetriebsetzung im Siemens-eigenen Prüf- und Validationcenter in Wegberg-Wildenrath, über die Durchführung der präventiven und korrektiven Instandhaltung sowie einem umfassenden Ersatzteilmanagement, bis hin zur Reparatur sowie Verlängerung der Lebensdauer durch Refurbishment-Aktivitäten. Hierbei setzt Siemens Mobility insbesondere auf das so genannte „Condition Monitoring“ (Zustandsüberwachung), um somit Instandhaltungsaktivitäten effizient zu planen und Betriebsunterbrechungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die mittels Fernübertragung erhobenen Systemdaten fließen unmittelbar in die täglichen Instandhaltungsaktivitäten ein. Mit dem neuen modular aufgebauten Service-Konzept Railcover baut Siemens Mobility zudem das Service-Angebot für Lokomotiven aus. Das neu etablierte Rail Support Center überwacht die angeschlossenen Systeme mittels Datenfernübertragung und übernimmt die Koordination der mobilen Service-Techniker und Werkstätten im Fall einer Fahrzeugstörung. Eine Express-Logistik sorgt für eine schnelle reibungslose Ersatzteilversorgung.
Airport Rail-Link – Kombination von Schienenverkehr und Logistik für eine effiziente Flughafenanbindung

Der Übergang zum Verkehrsträger Flugzeug ist für ein multimodales Verkehrsnetz eine besondere Herausforderung. Flughäfen liegen in der Regel außerhalb der Städte und Metropolen und sollten für Personen und Güter aber trotzdem schnell und Ressourcen schonend erreichbar sein. Eine Metro von Stadtkernen zum Airport ist dafür ein hervorragend geeigneter Verkehrsträger. Siemens kombiniert mit dem Airport Rail Link Schienenverkehrs- und Logistiklösungen. Einen komfortablen Service für den Fahrgast bietet beispielsweise das Gepäckbeförderungssystem Sibag Train von Siemens Mobility. Passagiere können mit ihrem Reisegepäck in Metrostationen im Stadtzentrum einchecken, erhalten dort die Bordkarte und fahren mit dem Airport Express zum Flughafen. Dort können sie direkt durch den Sicherheitscheck gehen und zum Flugsteig gelangen. Unabhängig davon erreicht das eingecheckte Gepäck den Flughafen. Es wird dort in die vorhandene Gepäckförderanlage eingespeist, durchläuft dabei die automatische Sicherheitsprüfung und wird auf die Flugzeuge der jeweiligen Zielflughäfen verladen. Für den durchgängigen Koffertransport vom Bahnhof wird der Gepäckwagen des Zuges mit einem Fördersystem ausgerüstet. Über ein Zuführsystem am Bahnsteig wird das Gepäck in einem Container automatisiert durch die Waggontür in den Wagen geladen. Bei Einfahrt des Zuges in die Metrostation wird das Containersystem punktgenau auf die Verladetür ausgerichtet. Die Beladung geschieht in kürzester Zeit, so dass die zusteigenden Passagiere nicht warten müssen. Den ganzen Prozess steuert Sibag Train vollautomatisch und präzise. Diese Lösung wird unter anderem beim Airport Rail Link von Siemens in Bangkok und Delhi eingesetzt.

E-Mobilität im Individualverkehr ergänzt multimodale Stadtinfrastruktur
Heute trägt der Straßenverkehr nur knapp 15 Prozent zur Emission von Treibhausgasen bei. Die dramatische Steigerung der Verkehrsleistung, die in den nächsten Jahrzehnten vor allem in den Schwellenländern erwartet wird, rückt aber auch das Auto zunehmend in den Blick. Das Thema E-Mobilität ist damit auch für den Individualverkehr aktuell. Deutschland will bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße bringen. Die USA wollen dieses Ziel bereits 2015 erreichen und China investiert derzeit zwei Milliarden Euro in Pilotprojekte mit Tausenden von E-Mobilen. Besonders in den Städten gilt es, die verschiedenen Verkehrsträger zu organisieren und aufeinander abzustimmen. Um die Elektromobilität der Schiene mit der E-Mobilität der Straße zu verknüpfen, sind verschiedene Szenarien vorstellbar: Car-Sharing-Modelle an Bahnhöfen, elektrische City-Taxi-Flotten, Park-and-Load-Plätze in Parkhäusern oder Lieferverkehr für die Nahversorgung in Städten. Siemens ist Vorreiter und ein umfassender Anbieter an E-Mobilitätslösungen und deckt als einziges Unternehmen weltweit die gesamte Prozesskette der Elektromobilität ab: Von intelligenten Energie- und Verkehrsinfrastrukturlösungen über Ladetechnologien und leistungsfähige IT-Systeme bis hin zur Erforschung der notwendigen Antriebstechnologie. Siemens zeigt auf der InnoTrans unter anderem die Elektroladesäule Sitraffic Epos. Diese Ladesäule ist mehr als eine Tankstelle für Elektrofahrzeuge, sie ist eine komplette Einheit mit Info-Terminal. Mit der E-Ladesäule will Siemens einen wichtigen Teil zur künftigen Nutzung von Elektrofahrzeugen beitragen. Die intelligente Ladesäule von Siemens unterscheidet sich deutlich von bisherigen Lösungen in Test- und Pilotanwendungen. Sitraffic Epos ist modular aufgebaut und kann als einzelne Ladeeinheit oder als Station mit jeweils bis zu zehn Satellitenanschlüssen konfiguriert werden. Sie kann überall dort zum Einsatz kommen, wo das Auftanken von mehreren Elektrofahrzeugen sinnvoll ist, zum Beispiel in Parkhäusern an Bahnhöfen.
Effiziente Elektrifizierungslösungen für den reibungslosen Bahnverkehr
Mit Energiespeichern kann freiwerdende Bremsenergie aufgenommen und bei Bedarf wieder eingespeist werden. Dies reduziert den Verbrauch erheblich und stabilisiert die Netzspannung. Siemens bietet für den jeweiligen Elektrifizierungsbedarf die entsprechenden Speicher an: Sitras SES für den stationären und Sitras MES für den Einsatz auf rollendem Material, sowie Sitras HES, der durch eine zusätzliche Traktionsbatterie im mobilen Einsatz auch oberleitungsloses Fahren möglich macht. Alle Varianten enthalten das neue Kernmodul Sitras ESM 125. Es verwendet Doppelschichtkondensatoren, die durch Reihenschaltung einzelner Module zu Einheiten höherer Spannung zusammenschaltet werden können. Dadurch sind die Speicher noch kompakter und effizienter und mit einer angepassten Kühlung sind sie auch für den Betrieb unter extremen klimatischen Bedingungen geeignet, beispielsweise in arabischen Ländern.
Ein effizientes Bahnelektrifizierungssystem bedarf einer exakten Planung. Diese Aufgabe kann die Simulationssoftware Sitras Sidytrac übernehmen. Sie erstellt auf Basis von Strecken- und Fahrzeugdaten, des Fahrplans und der elektrischen Netzdaten eine genaue Netzberechnung samt Zugfahrtsimulation. Dabei ist es unerheblich, ob mit der Analyse ein neues System konzipiert werden soll oder ob Verbesserungspotenzial in einem bestehenden System ermittelt wird: Energieeinsparungen und niedrigere Life-Cycle-Kosten sind sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich positive Effekte.

Ein weiterer Baustein in einer grünen Bahnstromversorgung mit vom Landesnetz abweichender Frequenz ist der Multilevel-Bahnstromumrichter Sitras SFC plus. Mehrere in Reihe geschaltete Halbleiterbausteine und Kondensatoren können durch einen modularen Aufbau die gewünschte Spannung aus kleinen Stufen zusammensetzen und regeln. Bei Sitras SFC plus ist die Anzahl der Spannungsebenen und die Ausgangsspannung so erhöht, dass im Vergleich zu anderen Umrichter-Systemen die Verluste um bis zu 25 Prozent reduziert werden. Darüber hinaus benötigen die neuen kompakten Anlagen 20 Prozent weniger Platz und sind deutlich leiser als marktübliche Modelle.

„Grüne“ Sicherheit für die Bahnautomatisierung
Die Zug- und Streckensicherung wird sowohl durch Stellwerke als auch durch Fahrzeuggeräte gewährleistet. Aktuell sorgen diese Systeme im engen Zusammenspiel in erster Linie für Sicherheit und einen reibungslosen Betrieb im Schienenverkehr. Innovative Technologien unterstützen Bahnbetreiber verstärkt auch in ihrer Wirtschaftlichkeit: So reduzieren in den Fahrzeugrechnern implementierte Online-Algorithmen nicht nur den Energieverbrauch um mindestens 25 Prozent, sondern auch die Abnutzung der Fahrzeuge. Gleichzeitig kann die Linienkapazität – beispielsweise von Metros – um bis zu 50 Prozent erhöht und die Pünktlichkeit verbessert werden. Um dies zu erreichen, wird aus der aktuellen Position und der Fahrplanlage eine optimale Geschwindig-keitsvorgabe ermittelt und dem Fahrzeug gemeldet, wobei komplexe Streckenparameter mit einbezogen werden. Dadurch werden unnötige Beschleunigungen vermieden, die Energie verbrauchen und die Fahrzeuge belasten. Diese neuartige Funktion der Automatic Train Operation (ATO) wird Siemens auf der InnoTrans live vorstellen: An einem ETCS-Simulator können Besucher gegen ein ATO-System antreten. Während der auf echten Streckendaten basierenden Demonstration muss jeder Handgriff eines Zugführers getätigt werden, um den Zug auf der realitätsgetreuen Strecke zu bewegen. Selbst bestens ausgebildete Fahrzeugführer werden durch die ATO um fünf bis zehn Prozent unterboten. Das heißt, die besten Fahrzeiten können nur mit einem wesentlich höheren Energieaufwand erkauft werden.

Siemens entwickelt darüber hinaus „State-of-the-art“-Technologien weiter: Stand-by-Techniken für Bahnautomatisierungskomponenten entlang der Gleise optimieren den Energieverbrauch – zum Beispiel durch die Nutzung von Solarenergie zur Stromerzeugung von Signalanlagen und deren Funksteuerung. Dadurch werden große Ersparnisse bei der Verkabelung von Komponenten erzielt und Investitionskosten können bis zu einem Drittel gesenkt werden. Signaltechniksysteme, die aus derartigen Außenanlagen zusammengesetzt sind, verringern zudem die Lebenszyklus-Kosten von gesamten Bahnanlagen.

Trainguard 200 RBC – ein Zentralgerät für die ETCS-Level 1 und 2
Speziell für den Fernverkehr bietet Siemens eine ETCS-Lösung für die Level 1 und 2 in einem Zentralgerät an: Trainguard 200 RBC (Radio Block Center) überträgt dabei alle Informationen, die auf Level 2 für eine sichere Fahrt erforderlich sind, via GSM-R-Funktechnik. Indem es auch ETCS-Level-1-Balisen ansteuert, kann das System ohne aufwendige Adaptionen in bestehende Infrastrukturen integriert werden und die Aufgaben einer zentralen Lineside Electronic Unit (LEU) übernehmen. Ein Mischbetrieb mit unterschiedlichen ETCS-Leveln und nationalen Zugsicherungssystemen wird problemlos unterstützt. Weitere Vorteile liegen in der Verwendung standardisierter Schnittstellen zu unterschiedlichen Stellwerksbauformen. Trainguard 200 RBC basiert auf Simis-Plattformen von Siemens und lässt sich daher reibungslos in vorhandene Simis-Stellwerke integrieren. Durch die Verwendung der gleichen Hardwareplattform ergeben sich Vorteile für Wartung und Instandhaltung, die die Lebenszyklus-Kosten senken.
Mobility-Consulting
Für Stadt- und Verkehrsplaner war es schon immer ein vorrangiges Ziel, eine nachhaltige Stadtentwicklung sowie eine zukunftsfähige Mobilität sicherzustellen und so die Wettbewerbsfähigkeit, Lebensqualität und Umweltschutz zu verbessern. Vor diesem Hintergrund ist die optimale Ausrichtung aller städtischen Infrastrukturen und insbesondere der Verkehrsträger in einer Stadt von größter Bedeutung. Siemens kann hier mit seinem Know-how für „Complete mobility“-Lösungen zielgerichtet unterstützen. Die richtige Auswahl und die sinnvolle Abstimmung verschiedener Komponenten, Systeme und Prozesse erfordern gründliche Planung und lange Erfahrung. Siemens verfügt als einziges Unternehmen über die Kompetenz, ganzheitliche Mobilitätskonzepte zu entwickeln und diese mit seinem branchenübergreifenden Portfolio auch umzusetzen. Deshalb bietet Siemens künftig mit Mobility-Consulting umfassende Beratung an: Von der strategischen Ausrichtung, über die Optimierung von Mobilitätsprozessen bis hin zur ökonomischen Bewertung und Realisierung neuer Technologien und Infrastrukturen zeigt Mobility-Consulting kundenorientierte Lösungen.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro. http://www.siemens.com/industry

Die Siemens-Division Mobility (Erlangen) ist der international führende Anbieter von Transport- und Logistik-Lösungen. Mit „Complete mobility“ verfolgt die Division das Ziel, unterschiedliche Verkehrssysteme miteinander zu vernetzen, um Menschen und Güter effizient und umweltfreundlich zu transportieren. „Complete mobility“ ist orientiert am Ziel der Nachhaltigkeit und vereint Kompetenzen bei Betriebsführungssystemen für Bahn- und Straßenverkehr, Lösungen für Flughafen- und Post-Logistik, Bahnelektrifizierung, Schienenfahrzeugen im Nah-, Regional- und Fernverkehr, schlüsselfertigen Systemen und zukunftsorientierten Servicekonzepten. Mit weltweit rund 25.000 Mitarbeitern erreichte Siemens Mobility im Geschäftsjahr 2009 (30. September) einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro. www.siemens.com/mobility

Siemens AG
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