Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schöne neue Welt: Einblick in die Münchener Laserphysik

16.05.2011
Kohlenstoff als eine hauchdünne transparente Folie ist eine der Neuheiten, die das "Munich-Centre for Advanced Photonics (MAP)“ auf der "LASER – World of Photonics" vom 23.-26. Mai 2011 in München zeigt.

Aus diesen Folien schlagen leistungsstarke Laser gepulste Ionenstrahlen heraus, die in einigen Jahren als preiswerte und schonende Alternative für die Tumortherapie dienen werden. Auf dem Gemeinschaftsstand der Bayerischen Hochschulen (B2.407) präsentiert neben dem "Munich-Centre for Advanced Photonics (MAP)" das zukünftige "Centre for Advanced Laser Applications (CALA)", wie mit den neuen Lasern Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen revolutioniert werden können.

Forschungsziele des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Exzellenzclusters MAP sind leistungsstärkere Laser mit weit höheren Intensitäten und kürzeren Pulsen als heute und ihr potentieller Einsatz in der Bildgebung, wo sie sowohl die Strukturen von komplexen Biomolekülen, von arthritisch veränderten Gelenken im Frühstadium als auch von winzigen Tumoren sichtbar machen können. Neben der Tumordiagnostik ist die Tumortherapie ein wichtiges Fernziel, an dem im Cluster Physiker und Mediziner gemeinsam forschen.

Die Leistungssteigerung der Laser verlangt nach besonderen Verstärkertechniken und sie benötigt insbesondere spezielle Spiegel, die heute noch nicht auf dem Markt sind. Im Servicecentre des Exzellenzclusters stellen die Wissenschaftler so genannte "Chirped Mirrors" her: Maßgeschneiderte Spiegel für jeden Wellenlängenbereich und jedes Problem. Dahinter steht ein riesiger Rechenaufwand- und Versuchsaufwand, der mehrere Tage in Anspruch nehmen kann.

Die modernen Laser in der Forschung sind stark genug, um Teilchen wie Ionen und Elektronen zu erzeugen und zu beschleunigen. Das ist der zweite Schwerpunkt des Servicecentres: Als weltweit einziges Team stellt es hauchdünne Kohlenstofffolien her, in denen die Atome in einer diamantartigen Struktur vorliegen. Trifft ein starker gepulster Laserstrahl auf eine solche Folie, so trennt er die Atome in schnellere Elektronen und schwerere und damit langsamere Ionen. Die Teilchen werden durch den Lichtdruck vorangetrieben und ordnen sich von selbst in einzelnen Pulsen an. Für diese beiden Schwerpunkte erhielt das Servicecentre die Auszeichnung als einer der diesjährigen Orte im Land der Ideen.

Detailliertere Informationen erhalten interessierte Besucher bei zwei Vorträgen, die Wissenschaftler des Clusters auf einem Application Panel am 24. Mai von 14-16:30 Uhr halten. Prof. Jan Wilkens ist Medizinphysiker am Klinikum rechts der Isar und erläutert seine Vision eines kompakten und kombinierten Gerätes zur Diagnostik und Therapie von Tumoren, das mit Hilfe der Laser-Plasma-Beschleunigung in greifbare Nähe rückt. Dr. Martin Bech vom Lehrstuhl für Biomedizinische Physik der Technischen Universität München zeigt einige der sensationellen Bilder, die die Gruppe von Prof. Franz Pfeiffer in den letzten Jahren mit Phasenkontrast- und Dunkelfeldmethoden erzielen konnte.

Im Rahmen des World of Photonic Congress wird wie immer eine Exkursion in verschiedene Laserlabore des Standorts angeboten. Mit dabei sind erstmals einige Labore an der Ludwig-Maximilians-Universität auf dem Forschungscampus Garching, die am 27. Mai besichtigt werden können. Teilnehmer an dieser Exkursion können sich dabei einen Einblick in die Forschung des Exzellenzclusters verschaffen, denn sie werden neben der Spiegelproduktion auch zwei Laserlabore zur ultraschnellen Elektronenbeugung und ultraschnellen Photoemissionsmikroskopie sehen können.

Das Centre for Advanced Laser Applications (CALA) wird als Gemeinschaftseinrichtung der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technische Universität München (TUM) auf dem Forschungscampus Garching b. München aufgebaut.

CALA baut auf den Forschungsergebnissen des Exzellenzclusters "Munich-Centre for Advanced Photonics" (MAP) auf, wird aber die laserbasierten brillanten Quellen für Röntgen- und Teilchenstrahlen weiterentwickeln und deren Möglichkeiten für die Biomedizin erforschen. Im Vordergrund steht die biomedizinische Bildgebung mit Röntgenstrahlen zur Krebs-Früherkennung und, darauf abgestimmt, die lokale Tumortherapie mit lasererzeugten Protonen- und Kohlenstoffionenstrahlen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die ultraschnelle Strahlenbiologie mit dem Ziel, die primären Prozesse bei der Therapie mit Ionenstrahlen besser zu verstehen und zu optimieren.

Christine Kortenbruck | idw
Weitere Informationen:
http://www.munich-photonics.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Effizienz steigern, Kosten senken!
17.08.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Maßgeschneiderte Lösungen für APos-Maschinen: Kamerasystem Keyence CV-X100
11.08.2017 | Heun Funkenerosion GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie