Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnelle Diagnose ohne Speziallabor

27.03.2014

Forscher der Universität Jena präsentieren InfectoGnostics vom 1.-4. April auf der „analytica“

Jährlich sterben Millionen von Menschen an Infektionskrankheiten. HIV/AIDS, Durchfallerkrankungen und Infektionen der Atemwege gehören nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit.


Prof. Dr. Jürgen Popp ist Sprecher des Jenaer Forschungscampus „InfectoGnostics“, der sich auf der „analytica“ präsentiert. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Zudem erschweren multiresistente Keime die Behandlung. „Der Nachweis der Erreger ist oft sehr zeitintensiv und erfordert eine medizinische Infrastruktur, die nicht immer verfügbar ist. Doch je länger die Diagnose dauert, desto größer ist die Sterbewahrscheinlichkeit, besonders bei Sepsis“, betont Prof. Dr. Jürgen Popp, Sprecher des Jenaer Forschungscampus „InfectoGnostics“ und Leiter des Instituts für Physikalische Chemie der Universität Jena sowie Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (IPHT).

Die Wissenschaftler von InfectoGnostics beschreiten neue Wege in der Diagnose von Infektionen. Ihr Ziel ist es, schnelle, sichere und empfindliche Verfahren für die Vor-Ort-Analyse (point-of-care) zu entwickeln und bis zur Marktreife zu bringen. „Wir wollen auch den Medizinern fernab von Kliniken oder Speziallaboren ermöglichen, zuverlässige und rechtzeitige Therapieentscheidungen zu treffen“, sagt Jürgen Popp.

Das Konzept und die Ziele von InfectoGnostics werden die Jenaer Wissenschaftler vom 1. bis 4. April 2014 auf der internationalen Messe für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie „analytica“ in München vorstellen. Das Team ist auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Halle A3 (Stand 131) vertreten.

Am Jenaer Forschungscampus arbeiten Wissenschaftler aus den Bereichen Optik, Photonik, Molekularbiologie und Mikrofluidik gemeinsam mit Partnern aus der Industrie daran, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in anwendergerechte diagnostische und analytische Methoden zu überführen. Dabei steht nicht nur die Anwendung in Krankenhäusern im Vordergrund. Auch das Aufspüren von Erregern in der Nahrungsmittelproduktion, Tierhaltung und Pflanzenzucht sowie die Bekämpfung von Malaria und HIV in Entwicklungsländern und Krisengebieten zählen zu den Zielen.

Der Forschungscampus InfectoGnostics hat im Juni 2013 offiziell seine Arbeit aufgenommen und eine Laufzeit von 15 Jahren. Er ist eines von bundesweit zehn Programmen der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und wird darüber hinaus vom Freistaat Thüringen gefördert. Insgesamt 38 Partner aus Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft sind daran beteiligt, darunter die Universität Jena mit ihrem Klinikum, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wie das IPHT und das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut, die Ernst-Abbe-Fachhochschule sowie führende Anbieter medizinischer Diagnostika und Analysetechniken.

Kontakt:
InfectoGnostics Forschungscampus Jena e. V.
Dr. Jens Hellwage
Zentrum für Angewandte Forschung der Universität Jena
Philosophenweg 7, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948309
E-Mail: jens.hellwage[at]uni-jena.de

Claudia Hilbert | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Intelligente Sensoren mit System
29.05.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"
24.05.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Makula-Degeneration – Deutschlands häufigste Augenerkrankung braucht mehr Aufmerksamkeit

30.05.2017 | Medizin Gesundheit

Wie innere Uhren miteinander kommunizieren

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie