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ROS Industrial: Software für die Industrierobotik

17.03.2014

Was in der Forschung bereits etabliert ist, soll auch in der Industrie Standard werden: Das Open Source »Robot Operating System« (ROS) bietet viele hoch entwickelte Softwarekomponenten, die auch für industrielle Anwendungen effizient einsetzbar sind. Wie sich ROS Industrial beispielsweise für die Umgebungswahrnehmung und Bahnplanung anwenden lässt, demonstriert das Fraunhofer IPA auf der Automatica 2014.

Besonders in dynamischen Umgebungen und für unterschiedliche Werkstücke sind Automatisierungslösungen mit Sensoren und einer intelligenten Software zur Auswertung von Daten erforderlich.


ROS-Anbindung für Industrieroboter von KUKA.

Quelle: Fraunhofer IPA

Zur Umsetzung anspruchsvoller Funktionen in der Automatisierungstechnik, insbesondere in der Robotik, kann das Open Source Framework ROS eine interessante Option sein. ROS bietet eine Vielzahl an intelligenten Algorithmen und Verfahren sowie eine Fülle von Bibliotheken.

Über standardisierte Schnittstellen sowie über die »ROS-Middleware« sind sowohl Hard- als auch Softwarekomponenten einfacher austauschbar. Dadurch lassen sich Zeit und Kosten für die Entwicklung von Anwendungen senken. Nach seiner Einführung vor fünf Jahren hat sich ROS in der Robotikforschung sehr schnell als Community-Standard etabliert.

Die vor kurzem ins Leben gerufene »ROS-Industrial-Initiative«, die auf europäischer Ebene vom Fraunhofer IPA koordiniert wird, möchte das Potenzial von ROS nun auch für industrielle Anwendungen nutzen.

Als nächster Schritt ist die Gründung eines Industriekonsortiums geplant, das eine zentrale Anlaufstelle für das Training und den Support rund um das Thema ROS bieten wird. In Kooperation mit einer weltweiten Entwicklergemeinschaft soll das Open Source Framework hinsichtlich zusätzlicher nicht-funktionaler Anforderungen aus der Industrie – wie z. B. Robustheit, Zuverlässigkeit und Sicherheit – weiterentwickelt werden.

»Wir sehen in ROS Industrial eine einzigartige Möglichkeit, Technologien aus der Forschung in industrielle Anwendungen zu transferieren. Es könnte sich bereits in wenigen Jahren als herstellerunabhängige Standardplattform für die Entwicklung von Roboterapplikationen etablieren«, sagt Ulrich Reiser, Gruppenleiter in der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme.

Automatisierungslösungen für mittelständische Systemintegratoren

ROS eignet sich für Systemintegratoren, die ihren Kunden flexible, wirtschaftliche und herstellerunabhängige Automatisierungslösungen anbieten möchten. »Kosteneinsparungen und die Reduzierung des Entwicklungs- und Einrichtungsaufwands sind insbesondere für anspruchsvolle und kundenindividuelle Systemlösungen in der Industrierobotik relevant. Hier kann ROS eine interessante Option bieten – insbesondere für mittelständische Systemintegratoren«, so Reiser.

Welche Komponenten für welche Applikation im Produktionsalltag einsetzbar sind, demonstriert das Fraunhofer IPA auf der Automatica 2014. Experten geben einen Überblick zu geeigneten Anwendungsgebieten und zeigen in Live-Demonstrationen die wichtigsten Werkzeuge. Wie man mit ROS z. B. 3D-Bilder verarbeitet, kollisionsfreie Roboterbewegungen generiert oder Robotersysteme konfiguriert, können Besucher selbst testen.

Mehr auf der Automatica
6. Internationale Fachmesse für Automation und Mechatronik
3. bis 6. Juni 2014
Neue Messe München | Halle A4 | Stand 530

Fachlicher Ansprechpartner
Dipl.-Ing. Ulrich Reiser | Telefon +49 711 970-1330 | ulrich.reiser@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Weitere Informationen:

http://www.ric-eu.rosindustrial.org
http://www.rosindustrial.org
http://www.automatica-munich.com
http://www.ipa.fraunhofer.de

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut

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