Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Research & Technology: "Interaktion zwischen Mensch und Maschine radikal verändern"

07.11.2013
Fraunhofer-Innovationsallianz "3Dsensation" sorgt für echte Assistenten des Menschen

Maschinen, Roboter und technische Systeme sind inzwischen fester Bestandteil unseres täglichen Lebens. Dennoch ist die so genannte Mensch-Maschine-Schnittstelle längst nicht optimal.

Zum einen bleiben Maschinen und Systeme durch ihre Komplexität und Intransparenz für den Menschen schwer zugänglich, zum anderen verfügen sie im Gegensatz zum Menschen nicht über nonverbale Kommunikation wie Mimik, Gestik und Körpersprache. Beide Punkte erschweren das Design moderner Produktionsprozesse, die sich vor dem Hintergrund innovativer Prozesse wie "Industrie 4.0" gerade noch einmal massiv wandeln.

"Innovationskraft, technologischer Fortschritt und internationale Wettbewerbsfähigkeit - dafür stehen Forschungsinstitute weltweit.

Integriert in die wichtigste Industriemesse der Welt, ist die Research & Technology der ideale Ort, um die Themen Forschung, Entwicklung und Technologietransfer im internationalen Kontext zu diskutieren. Damit aus Forschungsergebnissen zukunftsweisende industrielle Produkte werden können, muss der Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Industrie gestärkt werden. Und genau das funktioniert hervorragend auf der HANNOVER MESSE", sagt Marc Siemering, Geschäftsbereichsleiter der Deutschen Messe AG.

Zwei Fraunhofer-Institute - als Innovationsallianz Aussteller auf der Research & Technology 2014 - haben sich des Themas Interaktion zwischen Mensch und Maschine aus Forschungsperspektive angenommen.

"Wir stehen vor der gesellschaftlichen Aufgabe, die Interaktion von Mensch und Maschine in unseren Lebens- und Arbeitswelten radikal und vor allem zum Nutzen des Menschen zu verändern", erklärt Prof. Andreas Tünnermann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena und des Instituts für Angewandte Physik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Tünnermann steht an der Spitze des Konsortiums "3Dsensation", das kürzlich zu den Gewinnern des Programms "Zwanzig 20 - Partnerschaft für Innovation" gekürt wurde, vom BMBF speziell zur Förderung ostdeutscher Unternehmen aufgelegt wurde und mit 500 Millionen Euro ausgestattet ist. Ziel der Allianz "3Dsensation" ist es, das Zusammenspiel von Mensch und Maschine wesentlich zu verbessern. Dazu sollen Maschinen, Roboter und technische Systeme mithilfe neuartiger Sensoren und intelligenter Auswertung die Fähigkeit zur visuellen Aufnahme und Interpretation komplexer Szenarien erhalten. Damit sollen sie zu echten Assistenten des Menschen werden. Die technische Grundlage dafür bilden unter anderem kompakte, optische Systeme nach dem Vorbild der Facettenaugen, die eine einfache und schnelle elektronische Auswertung von räumlichen Informationen ermöglichen. So können dynamische Prozesse dreidimensional erfasst und Datensätze mit mehreren hundert 3-D-Bildern pro Sekunde erzeugt werden.

Bereits vier Bedarfsfelder identifiziert

Die Anwendungsmöglichkeiten für die "Assistenten der Zukunft" sind vielfältig. So wurden bislang vier Bedarfsfelder identifiziert:

Produktion, Gesundheit, Mobilität und Sicherheit. In der Produktion sollen die Systeme Fertigungsabläufe optimieren und die Produktivität steigern, die Qualität als besonderes Merkmal von "made in Germany" sichern (Nacharbeit und Fehlproduktion senken) und darüber hinaus Ressourcen in der ganzen Breite einsparen, also Energie, Material, Personal und Kosten.

Im Gesundheitswesen entstehen heute wesentliche Innovationen an den Schnittstellen "Arzt und Patient" sowie "Arzt und diagnostisches beziehungsweise therapeutisches System". Genau dort liegen die Hebel für eine Verkürzung des diagnostischen Prozesses und zugleich für effektive und effiziente diagnostische Systeme mit integrierter Therapie (Theragnostik).

Der Verkehr wird insbesondere auf der Straße erheblich zunehmen. Um den Verkehrsfluss und die hohen Sicherheitsstandards auf deutschen Straßen aufrechtzuerhalten und die Unfallzahlen weiter zu reduzieren, zählen aktive Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme zu den Schlüsseltechnologien. "Eine wesentliche Komponente dabei ist die dreidimensionale Erfassung und Analyse des Umfeldes sowie des Innenraums des Fahrers", erläutert Tünnermann.

Die Globalisierung lässt Güterverkehr, Personenmobilität und Geldtransfer rapide anwachsen. An Flug- und Seehäfen, Grenzübergängen oder in Hightech-Firmen werden deshalb zunehmend schnelle und sichere Systeme zur Überwachung, Identifikation von Gefahrpotenzialen oder Beschleunigung der Identitätsprüfung benötigt.

Am Konsortium "3Dsensation" sind aktuell 20 Forschungsinstitute und 45 Industriepartner beteiligt, darunter allein 30 kleine und mittelständische Unternehmen sowie mehr als 30 Firmen aus den neuen Bundesländern. Das Fördervolumen des BMBF beträgt 45 Millionen Euro.

Erste Ergebnisse der intensiven Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird die Innovationsallianz auf der Research & Technology im Rahmen der HANNOVER MESSE 2014 präsentieren.

HANNOVER MESSE - Get new technology first!

Die weltweit wichtigste Industriemesse wird vom 7. bis 11. April
2014 in Hannover ausgerichtet. Die HANNOVER MESSE 2014 vereint sieben Leitmessen an einem Ort: Industrial Automation, Energy, MobiliTec, Digital Factory, Industrial Supply, IndustrialGreenTec und Research & Technology. Die zentralen Themen der HANNOVER MESSE 2014 sind Industrieautomation und IT, Energie- und Umwelttechnologien, Industrielle Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. Die Niederlande sind das Partnerland der HANNOVER MESSE 2014.
Ansprechpartnerin für die Redaktion:
Silke Gathmann
Tel.: +49 511 89-31614
E-Mail: silke.gathmann@messe.de

Silke Gathmann | Deutsche Messe Hannover
Weitere Informationen:
http://www.messe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Laser World of Photonics 2017: Abhörsicher kommunizieren mit verschränkten Photonen
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht EMO 2017: Smarte Lösungen für Produktionsoptimierung und Sägetechnologie
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie