Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Purity: Lupenreine Gläser - Automatische Inspektion transparenter Materialien

01.10.2008
Glasstec in Düsseldorf vom 21. - 25. Oktober in Halle 13 / E38

Glas ist eines der vielseitigsten Materialien, seiner Funktionalität sind keine Grenzen gesetzt. Die Glasindustrie umfasst rund 330 Branchenbetriebe, beschäftigt circa 50.000 Menschen und beliefert über 200 Länder.

Je nach Verwendungszweck werden an Glasprodukte sehr hohe Qualitäts- und auch Sicherheitsanforderungen gestellt. Das erfordert eine kontinuierliche Qualitätskontrolle während des gesamten Produktionsprozesses.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe haben jetzt ein Inspektions-System entwickelt, mit dem sich die Qualtität sowohl von Glas als auch transparenter Kunststoffe während des Produktionsprozesses automatisch prüfen lassen. Projektleiter Dr. Rüdiger Heintz erläutert hierzu: "Die besondere Herausforderung für die industrielle Bildverarbeitung bestand in der Erkennung von Einschlüssen und Luftblasen in beliebig geformten transparenten Materialien. Hierzu zählen Flachglas, gebogenes Glas, Linsen, Kugeln, Granulate und ähnliche Objekte."

Das patentierte System Purity des Fraunhofer IITB kann - nahezu unabhängig von der Objektgeometrie - Transparenzänderungen, Einschlüsse von Fremdkörpern sowie Luftblasen erkennen und unterscheiden. In den meisten Fällen ermöglicht Purity die komplette Inspektion aus einer einzigen Ansicht. "Je nach Aufgabenstellung bildet eine Zeilenkamera oder ein Laserscanner die Grundlage des flexiblen und zuverlässigen Inspektionssystems. Die Bildaufnahme und -auswertung erlaubt die schritthaltende Sortierung bei Materialstromgeschwindigkeiten bis zu 3 m/s sowie die Inspektion im freien Fall." erklärt Heintz zur Funktionsweise.

Erstmalig in der Öffentlichkeit präsentiert wird das neue System auf der Glasstec in Düsseldorf vom 21. - 25. Oktober in Halle 13 / E38.

Anwendungsbeispiele: Bei der Prüfung gebogener Gläser führen Verunreinigungen, eingebettete Defekte, Kratzer oder Brüche - wie bei anderen Glaskörpern auch - zu Qualitäts-minderungen. Mit einer Lösung, die auf einem Laserscanner basiert, können diese Mängel in 3-dimensional ausgedehnten Gläsern detektiert werden. Mit einer mehrkanaligen Prüf-Anordnung ist außerdem eine Klassifikation der Fehler möglich.

Prüfung klarer Kunststoffgranulate: Klare Kunststoffgranulate sind ein Zwischenprodukt für die Herstellung von diversen Kunststoff-Artikeln. Störungen der Geometrie oder Lufteinschlüsse sind meist irrelevant, wenn die Granulate in der Verarbeitungskette erneut aufgeschmolzen werden. Hingegen bedeuten Verunreinigungen oder Trübungen Fehler in den Endprodukten und müssen deshalb eindeutig erkannt und von Formfehlern und Lufteinschlüssen unterschieden werden. Die fehlerhaften Teile werden gleich im freien Fall oder nach Abwurf von einem Förderband mittels Luftdüsen ausgesondert.

Gerätevarianten: Die Prüfung flacher Objekte wie Granulate, Scherben oder Flachglas erfolgt mit ein- oder mehrkanaligen Systemen, die auf Zeilenkameras basieren. 3-dimensionale Glaskörper wie z. B. Hohlglas oder gebogene Gläser werden mit einem ein- oder mehrkanaligen Laserscanner geprüft.

Für beide Realisierungen wird mit dem ersten Kanal das Transparenzprofil im Objekt ermittelt. Störungen dieses Transparenzprofils können aus Form-Abweichungen, Transmissions-Abweichungen, durch eingelagerte Fremdkörper oder Oberflächenstörungen resultieren. Mit zusätzlichen Inspektionskanälen wird die Art der Störung ermittelt und klassifiziert. Für die Inspektion flacher Objekte kann alternativ der Farbverlauf im Prüfling kontrolliert werden. Optional ist zusätzlich die Erkennung von Staub auf der Oberfläche flacher Objekte möglich.

Ansprechpartner
Dr.-Ing. Rüdiger Heintz,
Tel. +49 (0)721 6091 275
E-Mail: Rüdiger.Heintz@iitb.fraunhofer.de

Sibylle Wirth | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iitb.fraunhofer.de/servlet/is/22934/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht COMPAMED 2016 vernetzte medizinische Systeme und Menschen
23.11.2016 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht Kompakter und individuell einstellbarer Schutz für alle Anwendungen
18.11.2016 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie