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PROvendis präsentiert Innovationen auf der BioVaria 2011

19.05.2011
Neue Technologien von renommierten Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen
Auch in diesem Jahr ist PROvendis wieder Mitveranstalter der BioVaria in München. Am 24. Mai 2011 findet zum vierten Mal die Fachmesse statt, bei der Top-Wissenschaftler aus ganz Europa ihre Erfindungen präsentieren und mit Industrievertretern und potenziellen Lizenznehmern zusammenkommen. Die Bandbreite der vorgestellten Technologien umfasst patentgeschützte Entwicklungen aus den Bereichen Herz-Kreislauf-, Autoimmun- und Infektionskrankheiten, neurologische und onkologische Erkrankungen, Arzneimittelentwicklung und Fermentierung sowie die Entwicklung von Systemen und Geräten im Bereich Life Sciences.

PROvendis präsentiert in München fünf Technologien, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den Hochschulen in Aachen, Bonn, Köln und Münster, sowie innerhalb einer Kooperation der Universitäten Bonn und Konstanz entwickelt haben:

Frühdiagnose des nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms
Der hier beschriebene Bluttest bietet eine einfach zu praktizierende Möglichkeit, nichtkleinzellige Bronchialkarzinome in einem sehr frühen Stadium zu entdecken, um entsprechend früh eine Behandlung einleiten zu können. Die schlechte Prognose mit einer Überlebensrate von nur 15% - fünf Jahre nach Diagnosestellung - ist häufig einem späten Diagnosezeitpunkt geschuldet. Bisher werden allein aufwendige, bildgebende Verfahren beim Facharzt zur Diagnosestellung eingesetzt. Die neue Technologie soll es dem Hausarzt ermöglichen, anhand von Gensignaturen im peripheren Blut, zwischen Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom und Gesunden zu differenzieren.

Antibiotischer Einsatz von Cyclohexan-Verbindungen
Die Erfindung nutzt Glms-Riboswitches als neue Ziele zur Bekämpfung bakterieller Infektionen. Seit der Entdeckung der Antibiotika haben Bakterien immer mehr Resistenzen entwickelt, so dass wir es heute mit einer Vielzahl multiresistenter Bakterienstämme (wie z.B. MRSA) zu tun haben. Allein mit der Weiterentwicklung vorhandener Antibiotika kann dieser Bedrohung nicht Einhalt geboten werden. Ein vielversprechender neuer Ansatz sind genregulatorische Elemente, sogenannte Riboswitches, die sich überwiegend in einem bestimmten Abschnitt der bakteriellen mRNA befinden. Dort können die erfindungsgemäßen Cyclohexan-Verbindungen antibiotisch eingesetzt werden, wie es in vivo bereits erfolgreich bei S. aureus gezeigt wurde.

In vivo-Nachweis von Mikrokalzifizierungen
Die vorgestellte Technologie stellt eine neuartige Methode zur Bildgebung von Mikrokalzifizierungen dar. Mikrokalzifizierungen treten unter anderem im Zusammenhang mit bestimmten Tumoren sowie bei nephrologischen und rheumatischen Erkrankungen auf und können bislang nicht mit ausreichender Sensitivität nachgewiesen werden. Die neue Bildgebungsmethode beruht auf der Anreicherung des Calciumbindungsproteins AHSG (Fetuin-A) in kalzifizierendem Gewebe. Durch Markierung von AHSG (beispielsweise mit Fluoreszenz- oder Lumineszenzfarbstoffen) können Kalzifizierungen mit verschiedenen hochauflösenden Methoden nachgewiesen werden. Die Technologie wird bereits erfolgreich an lebenden Mäusen angewendet.

Wirksame cPLA2alpha-Inhibitoren zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen
Eine neue Gruppe von NSAIDs (nonsteroidal antiinflammatory drugs) mit einem hervorragenden Löslichkeitsprofil bietet eine gute Möglichkeit, entzündliche Hauterkrankungen wie Psoriasis oder atopische Dermatitis behandeln zu können. Die potenziellen Wirkstoffkandidaten richten sich gegen die cytosolische PhospholipaseA2alpha (cPLA2alpha) – ein Schlüsselenzym innerhalb der Bildung unterschiedlicher entzündungsfördernder Lipidmediatoren, wie etwa Prostaglandin und Leukotriene. Eine Hemmung der cPLA2alpha bietet daher einen aussichtsreichen Ansatzpunkt zur Behandlung entzündlicher Prozesse. Glucocorticoide, die bei diesen Indikationen zurzeit hauptsächlich eingesetzt werden, haben ein sehr ungünstiges Nebenwirkungsprofil. Was die topische Anwendung von cPLA2-Inhibitoren betrifft, sind Nebenwirkungen bisher nicht beschrieben worden. Erste Versuche am Mausmodell zeigen die Effektivität bei entzündlichen Hauterkrankungen.

Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen
Diese Innovation stellt eine Gruppe von neuartigen NMDA-Antagonisten dar, die ihren Einsatz bei neurodegenerativen oder neuropsychiatrischen Erkrankungen finden könnte. Die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft zeigt, dass der Neuroprotektion und der Behandlung von Erkrankungen des Zentralnervensystems, einschließlich einer adäquaten Schmerztherapie, eine immer größere Bedeutung zukommen wird. Viele der bisher verfügbaren NMDA-Antagonisten besitzen ernste Nebenwirkungen, die bei dauerhaftem Einsatz die Patienten-Compliance verschlechtern. Dies ist bei der neuen Wirkstoffgruppe nicht gegeben, da sie eine hohe Affinität und Selektivität zur NR2B-Untereinheit des NMDA-Rezeptors aufweist. Damit ist das Nebenwirkungsrisiko, verglichen mit den sogenannten Substanzen, geringer. In vitro-Tests zur Affinität und Selektivität gegenüber der NR2B-Untereinheit wurden erfolgreich durchgeführt.

Bei entsprechender Weiterentwicklung in Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern aus der Industrie hat jede einzelne Erfindung für sich genommen das Potenzial, Krankheiten schneller, effektiver und teilweise auch sanfter zu behandeln und damit einen gesellschaftlichen Fortschritt zu erzielen.

Marion Kubitza
Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
PROvendis GmbH
Eppinghofer Straße 50
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Tel.: 0208 - 94 105 0
Fax: 0208 - 94 105 50
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PROvendis ist die Patentvermarktungsgesellschaft von 27 Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen. Als ein wichtiges Bindeglied zwischen Hochschulen und Wirtschaft begleitet PROvendis die Erfinder von der Idee über die Bewertung und Patentierung bis hin zur professionellen Verwertung ihrer Innovationen. Ziel ist es, das Innovationspotenzial der Hochschulen und Forschungseinrichtungen wirtschaftlich auszuschöpfen durch den Transfer des Wissens in Unternehmen. Weitere Informationen zu PROvendis: http://www.provendis.info.

PROvendis wird gefördert durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF - http://www.innovation.nrw.de/ ). Des Weiteren ist PROvendis gefördert durch die Initiative SIGNO ( http://www.signo-deutschland.de/). Dabei steht SIGNO für den Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung. Es handelt sich um ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi - http://www.bmwi.de/) zur Unterstützung von Hochschulen, Unternehmen und freien Erfindern bei der rechtlichen Sicherung und wirtschaftlichen Verwertung innovativer Ideen.

Marion Kubitza | PROvendis GmbH
Weitere Informationen:
http://www.provendis.info

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