Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plethora – die universelle Prototyping-Plattform für Funksysteme

04.02.2014
Die Prototyping-Plattform Plethora stellt Entwicklern unterschiedliche Sensoren, Funktechnologien und Schnittstellen auf einem Board zur Verfügung.

Ursprünglich wurde Plethora entwickelt, um leichter verschiedene Verfahren zur verteilten Datenerfassung und Lokalisierung mit einer einzigen Hardwareplattform zu testen. Da Plethora jedoch allen Entwicklern komplexer verteilter Anwendungen in Bereichen wie Gebäude- oder Prozessautomatisierung einen größeren Evaluierungsspielraum ermöglicht, präsentieren Wissenschaftler des Fraunhofer ESK die Prototyping-Plattform auf der embedded world (25.-27. Februar 2014, Stand 5-250, Halle 5) in Nürnberg erstmals der Öffentlichkeit.


Plethora - die universelle Prototyping-Plattform vereint eine große Anzahl unterschiedlicher Sensoren, Funkmodule und Schnittstellen. So können Entwickler verschiedene Verfahren zur Datenübertragung, Automatisierung und Lokalisierung mit einer einzigen Plattform implementieren und evaluieren.
© Fraunhofer ESK

Für Anwendungen, die eine verteilte Datenerfassung und -verarbeitung benötigen, sind unterschiedliche Lösungsansätze denkbar, welche die Verwendung verschiedener Sensoren und Funktechnologien erfordern. Jedoch ist die Evaluierung verschiedener Systementwürfe oftmals nicht möglich, weil hierzu verschiedene Hardwareplattformen notwendig wären. Plethora schafft Abhilfe: Verschiedene Verfahren zur Datenübertragung, Automatisierung und zur Lokalisierung können mit einer einzigen Plattform prototypisch implementiert und evaluiert werden.

Hierzu vereint die Plattform eine große Anzahl unterschiedlicher Sensoren, sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Funkmodule und Schnittstellen. Mit der Plattform können Lösungen für vielfältige Einsatzszenarien realitätsnah getestet und unter anderem die unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Funktechnologien auf eine einfache und effiziente Weise verglichen werden. Dank ihrer modularen Erweiterbarkeit bietet Plethora darüber hinaus die perfekte Basis für die Einbindung weiterer komplexer Sensorik oder Funkverfahren.

Technische Daten

Zur Ansteuerung der Sensoren und Funksysteme verfügt Plethora über einen leistungsfähigen Cortex-M3 Mikrocontroller. Bereits auf der Plattform integriert sind Sensoren für Umgebungslicht, Luftdruck, Temperatur, Feuchtigkeit, Beschleunigung und Magnetfeldstärke, weitere Sensorik kann extern angeschlossen werden. Zur Kommunikation und Lokalisierung stehen ein Transceiver für das 868 MHz Band, sowie IEEE 802.15.4 und IEEE 802.11 b/g konforme Transceiver für das 2.4 GHz Band zur Verfügung. Die verschiedenen Transceiver verfügen jeweils über einen eigenen Verstärker sowie über per Software umschaltbare Antennenausgänge, auch um die Auswirkungen unterschiedlicher Antennen und Sendestärken auf die Lokalisierung und die Reichweite des Systems evaluieren zu können. Zur Energieversorgung können ein Lithium Polymer Akku, ein USB- bzw. ein 12V-Anschluss eingesetzt werden. Die Anschlüsse können auch zur Aufladung des Akkus dienen.

Falls die bereits vorhandene Funktionalität nicht ausreicht, können weitere Module mittels CAN-Bus, sowie über SPI, I2C und UART, die auf zwei 12poligen Erweiterungssteckern zugänglich sind, sehr einfach angeschlossen werden.

Ausblick

Als nächste Ausbaustufe ist die Einbindung eines Ultra Wideband Transceivers geplant, um beispielsweise deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten für Videoübertragungen und präzisere Lokalisierungsalgorithmen zu ermöglichen. Parallel dazu wird das umfangreiche Softwareframework weiterentwickelt, um einen noch einfacheren Zugriff auf das System zu ermöglichen und die verschiedenen Technologien besser miteinander zu verknüpfen.

Die Flexibilität von Plethora versetzt das Fraunhofer ESK in die Lage, Lokalisierungs- und Kommunikationssysteme zu entwickeln, die auf die individuellen Anforderungen der Kunden zugeschnitten sind. Interessierte Kunden können Plethora auch selbst nutzen, um ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen. Beispielhafte situationsspezifische Anforderungen und Vorstellungen, die eine individuelle Entwicklung nötig machen, sind die Art der Energieversorgung, die Einbeziehung bereits vorhandener Sensoren und Netzwerke sowie Besonderheiten des Einsatzumfelds.

Marion Rathmann | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de/de/medien/pressemitteilungen/pm1401.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"
24.05.2017 | Universität Ulm

nachricht Neue Prozesstechnik ermöglicht Produktivitätssteigerung mit dem Laser
18.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften